CLIMAX

CLIMAX | Eine Party, die man nie wieder vergisst

Gaspar Noés Filme sind visionäre, körperlich spürbare Erfahrungen, kompromisslos und endlos faszinierend. Mit CLIMAX läuft er zu Höchstform auf, scheidet damit aber seine Zuschauer und Fans.

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© Alamode Film

Inhalt 

Eine Tanzgruppe quartiert sich für Proben in einem abgelegenen Übungszentrum ein. Bei der Abschlussparty mischt ein Unbekannter Drogen in die Sangría und verursacht damit einen kollektiven Höllentrip. Aus Angst wird Paranoia, aus unterschwelliger Aggression offene Gewalt, aus Zuneigung unkontrollierte Begierde. Die energetische Choreografie löst sich in Chaos auf, die Tänzer taumeln, stolpern und tanzen in höchster Ekstase bis zum Morgengrauen weiter, als die Polizei eintrifft und das ganze Ausmaß entdeckt.

Kritik

Gaspar Noé liefert mit CLIMAX ein filmisches Medley seiner besten Werke ab. Ein Moviepilot-User hat mit einem „Best of“ gar nicht so unrecht, denn Climax bietet alles für einen dreckigen Horrortrip – aber ebenso auch viele schmerzhafte Momente. Es ist und bleibt mit Gaspar Noé so eine Sache. Bis zur Hälfte braucht der Zuschauer viel Geduld. Was sich zu Beginn brutal zäh anfühlt, ist unausweichlich für die spektakuläre zweite Hälfte. Ausgedehnte One-Shots, exzessive Gewalt, schmutziger Sex und das flackernde Licht unzähliger Neon-Lichter erwecken weniger den Eindruck eines sonntägigen Spaziergangs im Park. Es ist konsequent vorgetragen und mit dem dröhnenden Klang elektronischer Tanzmusik, ein polarisierender Abstieg in die Hölle. Es ist zeitweise unangenehmen die Protagonisten beim „Rausch“ zuzusehen, verstörende Handlungen und das abgrundtiefe Böse sind allgegenwärtig. Was eben Noé so harmlos etablierte, nimmt in komprimierten und ausreichenden 97 Minuten Kurs auf eine selbstzerstörerische Insel. Es ist speziell, für Noé-Einsteiger sicher nicht die erste Wahl, aber für Kenner seines Fachs ein kontroverser, jedoch extrem unterhaltsamer Film – für gewisse Stunden.

Fazit: Im Rausch der Drogen und Sinne zerfleischt sich eine Tanzgruppe und sorgt damit unweigerlich für einen verschreckenden Augenblick. Noe kann man vieles vorwerfen, aber der Filmemacher bleibt sich seiner Linie treu und begeistert damit seine Fans. Climax ist eine Feier, die sich keiner wünscht, aber wo dennoch alle ausnahmslos zugucken wollen.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Climax
Produktionsland/-jahr:   FR/BE 2018
Laufzeit:                97 min
Genre:                   Drama, Horror

Regie:                   Gaspar Noé
Drehbuch:                Gaspar Noé
Kamera:                  Lorenzo Senatore

Kinostart:               6. Dezember 2018
Home Entertainment:      12. April 2019

Verleih:                 Alamode Film

(Quelle: Alamode Film)

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Ein Kommentar

  1. Sein Meisterwerk bleibt für mich „Irreversibel“, da ist „Climax“ ein bisschen hinten nach. Aber trotzdem ein sehenswerter Trip, der bei mir auch Monate nach der ersten Sichtung nachhallt.

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