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JOKER | Euch wird das Lachen noch vergehen

Gotham City in den 80er Jahren: Der Arthur Fleck wollte als JOKER seinen Mitmenschen nur ein Lachen schenken. Doch der erhoffte Erfolg blieb aus. Über dunkle Abgründe führte ihn sein Weg immer weiter hin zum irren Clown, der er schließlich war, als er auf Batman traf.

Joker-Poster

© Warner Bros.

Inhalt

Für immer allein in der Menge, sucht Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) nach Anschluss. Doch während er die verrußten Straßen von Gotham City durchstreift und mit den graffitiverschmierten Zügen des Transitverkehrs durch eine feindselige Stadt voller Spaltung und Unzufriedenheit fährt, trägt Arthur zwei Masken. Die eine malt er sich täglich für seine Arbeit als Clown auf. Die andere kann er niemals ablegen; sie ist die Verkleidung, die er trägt, in seinem vergeblichen Versuch, sich als Teil der Welt um ihn herum zu fühlen und nicht wie der missverstandene Mann, den das Leben immer wieder niederstreckt. Aufgewachsen ohne Vater, hat Arthur eine zerbrechliche Mutter, zweifellos seine beste Freundin, die ihm den Kosenamen Happy gab. Dieser Spitzname brachte in Arthur ein Lächeln hervor, das allen Schmerz dahinter zu verbergen weiß. Doch jedes Mal, wenn er von Teenagern auf der Straße drangsaliert, von Anzugträgern in der U-Bahn verspottet oder einfach nur von seinen Arbeitskollegen gehänselt wird, entfernt sich der soziale Außenseiter einen Schritt weiter von seinen Mitmenschen.Und bewegt sich damit unweigerlich dorthin, wo das Böse ihm ein Zuhause gibt und der Hass gegen die Welt friedlich gedeihen kann.

Kritik

Der JOKER gehört zweifellos zu den bekanntesten und berüchtigsten Antagonisten vom schwarzen Rächer Batman. Während uns schon allerhand eigenständige Interpretation von Batmann im Verlauf von mehreren Jahrzehnten in Anlehnung an die gleichnamigen Comics auf der Leinwand gebracht wurden, bleiben charakterlich und inhaltlich ebenso interessante Figuren im Schatten der Rechtschaffenheit versteckt. Mit Joker porträtiert Todd Phillips erstmalig ein umfangreiches und zugleich mitfühlendes Gegenstück. Wir lernen den Joker, Arthur Fleck, kennen – etwas losgelöst von den literarischen Vorlagen. Überraschend ist dabei, wie Todd Phillips mit diesem Stoff umgegangen ist. Der sonst im Comedybereich ansässige Regisseur hat ein goldenes Händchen in Sachen Klamauk, doch diese Darstellung eines Verstoßenden hin zum stilvollen Gegenspieler eines noch in den Kinderschuhen steckenden Helden, ist ein Risikogeschäft. Aber scheinbar half Phillips jenes Wissen über diesen Bereich, um „Happy“ auf seinen Weg zum Abgrund zu begleiten. Das harte Pflaster des Showbiz schonungslos mit dem Gesicht kennenzulernen. Joker ist brutal, jähzornig und gemein. Das ist klar und auf eine erschreckende Weise auch abstoßend. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie die Grausamkeit der Welt einen hart arbeitenden Menschen in die Knie zwingt. Er wollte allen nur ein Lächeln schenken, doch stattdessen entfacht er das Feuer der Vergeltung gegen die, die nicht an ihn geglaubt haben.

Kontrovers ist dabei: Obwohl Arthur auf die schiefe und zugleich kriminelle Bahn gerät, haben für sein Handeln Verständnis. Wir bringen tatsächlich Verständnis dafür auf. Wir sind dazu animiert, Arthur in Schutz zu nehmen, statt ihn zu verurteilen. Arthur ist ein Produkt einer verkorksten Gesellschaft, die statt Nächstenlieben, lieber darauf setzt, den kleinen Mann noch kleiner zu halten. Ihn seine Würde zu rauben und auf dem Boden liegend eifrig drauf zu zutreten. Phillips ist es tatsächlich gelungen ist sinnlichen und mitfühlenden Bildern einen völlig neuen Joker zu zeichnen. Es spricht mich an, trotz einer gewissen Aversion gegen DC und das hat einiges zu heißen, den Joker fühlt sich anders und noch düsterer an, als alles bis dato veröffentlichte. Denn er darf sich sogar freie als seine anderen Ableger bewegen. Das spürt man und sieht man. Ob am Ende des Tages aber jedem Zuschauer die Entwicklung des Filmes schmecken wird, ist fraglich, schließlich gab es schon allerhand Meldungen und Meinungen zu dem Film. Aber polarisierend tut er gewiss auf so vielen Ebenen. Man darf definitiv das Wort „Meisterwerk“ in den Mund nehmen, denn das ist es… inhaltlich, wie auch visuell.

Fazit: Ein aufrüttelndes Meisterwerk um den populärsten Bösewicht der DC-Welt. Freier als seine Vorlage, aber mindestens genauso abgründig, wie sein Comic-Ebenbild. Todd Phillips schuf ein völlig eigenständiges Werk, das nicht nur den sozialen Abstieg von Arthur Fleck ablichtet, sondern viel stärker noch, den unnachahmlichen Aufstieg einer emotionale zerrissenen Symbolfigur. Joker schafft es tatsächlich in uns Sympathien zu wecken und seine Taten für gut zu heißen. So eine Origin-Story zu kreieren Bedarf viel Talent und entsprechendes Verständnis für einen zügellosen und stark angeschlagenen Charakter. Ich kann mich dafür nur bedanken.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Joker
Produktionsland/-jahr:   US/CA 2019
Laufzeit:                122 min
Genre:                   Krimi, Drama, Thriller

Regie:                   Todd Phillips
Drehbuch:                Todd Phillips, Scott Silver 
Kamera:                  Lawrence Sher

Kinostart:               10. Oktober 2019
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Warner Bros.

(Quelle: Warner Bros. DE)

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