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ZU WEIT WEG | So nah und doch so fern

Freundschaft kennt keine Grenzen und Vorurteile: ZU WEIT WEG arbeitet die Thematiken Zuwanderung und Integration sensibel und verständlich für Kinder auf, und nimmt damit in den schwierigen Zeiten von Flüchtlingskrise, Massenhysterie und Pandemie eine wichtige Rolle ein.

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© farbfilm verleih

Inhalt

Da sein Heimatdorf einem Braunkohletagebau weichen soll, müssen der 12-jährige Ben (Yoran Leicher) und seine Familie in die nächstgrößere Stadt umziehen. In der neuen Schule ist er erst mal der Außenseiter. Und auch im neuen Fußballverein laufen die Dinge für den talentierten Stürmer nicht wie erhofft. Zu allem Überfluss gibt es noch einen weiteren Neuankömmling an der Schule: der 11-jährige Tariq (Sobhi Awad), Flüchtling aus Syrien, der ihm nicht nur in der Klasse die Show stehlt, sondern auch noch auf dem Fußballplatz punktet. Wird Ben im Abseits bleiben – oder hat sein Konkurrent doch mehr mit ihm gemeinsam als er denkt?

Kritik

Flüchtlingskrise muss nicht zwangsläufig in der Agenda rechtspopulistischer Ideologien auftauchen und damit gänzlich negativ behaftet sein. Man kann sich auch aus der Sicht eines 12- und 11-jährigen Kindes einen Überblick darüber verschaffen, worauf es in Zeiten von Entfremdung und Verlust ankommt: Zusammenhalt und Solidarität mit jeden, egal woher er kommt. Regisseurin Sarah Winkenstette schafft in 90 Minuten das, was mehrere Jahre Politik, Gesellschaft und man einzelne Person nicht geschafft haben. Sie sorgt ungefiltert für Verständnis und Aufklärung. Eine beispiellose Transferarbeit auf Augenhöhe ihrer jungen Protagonisten. Dabei geht es vorrangig um den Begriff Heimat und die Bedeutung von Freundschaft, sensibel, aber nicht übersensibel aufgearbeitet für die kleine Zielgruppe. Dabei legt Winkenstette ebenso viel Wert auf Humor und bewegt sich damit deutlich weiter weg vom düsteren Kampf gegen Fremdenhass & Co. Diese Rolle hat Berlin Alexanderplatz inne, ist gleichzeitig aber auch etwas für das erwachsene Publikum. ZU WEIT WEG ist so nah und doch so fern, wehmütig, schmerzhaft, aber auch intensiv, freundlich und herzlich. Er überfordert nicht und sensibilisiert genau im richtigen Maß, um weitreichende Akzeptanz zu erhalten und sich wesentlich bewusster mit diesen vorherrschenden Themen auseinanderzusetzen.

Fazit: Ein tolles Familienabenteuer mit Sinn und Verstand – ohne exzessiven Fingerzeig, aber gehaltvoller Botschaft. 

FSK ab 0 (weiß)Originaltitel:           Zu weit weg
Produktionsland/-jahr:   DE 2019
Laufzeit:                89 min
Genre:                   Familie, Abenteuer

Regie:                   Sarah Winkenstette
Drehbuch:                Susanne Finken
Kamera:                  Monika Plura

Kinostart:               12. März 2020
Home Entertainment:      -

Verleih:                 farbfilm verleih

(Quelle: farbfilmverleih)

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