THE MEDIUM | Subtiler Horror zwischen den Welten

Bloober Team, die Meister des Schreckens hinter gefeierten Spielen wie „Blair Witch“, „Observer“ und „Layers of Fear“, haben heute den psychologischen Horror-Titel THE MEDIUM für PlayStation®5 veröffentlicht. Der Wechsel in die spirituelle Welt, das Lösen von Rätseln und das Erkunden verschiedener Wege wird durch die neue DualSense™-Integration auf der PS5™ zu einem beinahe übernatürlichen Erlebnis.

Zum Spiel

The Medium ist ein psychologisches Third-Person-Horrorspiel mit innovativem Dual-Reality-Gameplay. Die Spieler schlüpfen in die Rolle Mariannes, einem Medium mit übersinnlichen Fähigkeiten, und erkunden abwechselnd oder auch gleichzeitig die reale und die spirituelle Welt um ein dunkles Mysterium aufzudecken, hinter dem sich verstörende Geheimnisse, unheimliche Geister und hinterhältige Rätsel verbergen, die nur ein Medium lösen kann.

Test

Wie habe ich diese Zeit geliebt: die 90er. Aufgewachsen mit Genre-Klassiker wie Resident Evil und Silent Hill bestanden die meisten Nachmittage daraus, Zombies, Geister der Vergangenheit oder andere Absurditäten zu bekämpfen. Geschadet hat es mir nicht und die Schule hat auch nicht gelitten, sondern nur meine Endgegner. Lange hat es gebraucht, ein vergleichbares Spiel zu finden, dass diesen Geist aufgreift und mir ein wohliges Gefühl im Bauch zaubert. Tja, und dann kam THE MEDIUM. Nach einem sehr verhaltenen, aber neugierig machenden Einstieg, der hartgesottene Horrorfans, die es nach Blut dürstet, mit Sicherheit erstmal kalt lassen wird, wird es allmählich noch Interessanter. Ja, es ist kein Spiel um seinen Kill Count zu pflegen. The Medium rühmt sich damit, ein sehr subtiler, im Kopf entstehender Thrill zu sein. Subtil, das waren schon so einige Horrorgames in den letzten Jahren. Überzeugt haben mich nur die Wenigsten. Als gelungene Umsetzung führe ich da immer Alan Wake an, der auch in diesem Jahr eine Remastered-Version für die Xbox-Familie spendiert bekommen hat.

Es muss nicht immer ein ausuferndes Schlachtfest sein. Wie gut das funktionieren kann, zeigt The Medium offenkundig. So sind wir als Spieler hauptsächlich damit beschäftigt, Gegenstände zu untersuchen, den richtigen Weg zum nächsten Ort zu finden und kleinere Rätsel zu lösen. Ein netter Zeitvertreib, aber kaum anspruchsvoll. Spannend wird das Ganze aber, wenn die „Dual Reality“ greift. Das Doppelwelten-Prinzip ist das Aushängeschild von The Medium und nahezu einzigartig auf dem Markt. So wird aus einem Rätsel, zwei, in zwei verschiedenen Welten. Und das kann vor allem dann zum Vorteil werden, wenn man beispielsweise in der einen Welt vor einer verschlossenen Tür steht, aber in der anderen locker durch sie hindurchschreiten kann. So werden aus vermeintlich leichten Rätsel, anspruchsvolle Denkaufgaben zwischen den Welten. Auch mit fortschreitenden Spielverlauf steigt der Anforderungsgrad und mehr Steine legen sich uns in den Weg. Doch trotz der Fülle an Rätseln, ist The Medium kein reines Knobelvergnügen. Wir dürfen auch schleichen und vor furchteinflößenden Dingen davonlaufen. Auch wenn man die Bedrohung nicht immer sofort sieht, ist sie immer spürbar und schaut euch über die Schulter. Allein dieser Gedanke sorgt schon für eifrig Gänsehaut.

Die „Dual Reality“ und die sonst sehr dichte Atmosphäre sind seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Beide tun sich gut und unterstützen sich mit stimmungsvollem Sound, beeindruckendem Ambiente und einer vom polnischen Künstler Zdislaw Beksinski inspirierten Geisterwelt. Dieses Spiel hat seine guten Momente. Aber auch durchaus Sachen, worüber wir sprechen müssen. So sehr wie Stimmung und Optik überzeugen können, leidet das Spiel an seiner doch recht schwachen Erzählung, die selten tatsächlich mitreißt. Ich selbst habe mich daran nicht wirklich gestört, denn für mich war in diesem Fall die Geschichte nur zweitrangig. Mich dem subtilen Horror auszusetzen, meine Rätsel am Rand zu lösen, zwischen den Welten zu wandern und nebenbei kein Massaker zu veranstalten, ist ein erfrischender Aspekt. Mit Sicherheit kann das Spiel mitunter sehr zäh und langatmig sein, doch als audiovisuelles Spektakel macht es vor allem auf der PlayStation®5 einer überaus gute Figur. The Medium lief, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen, flüssig. Texturen und Details luden mitunter nach, wirkten sich aber für meinen Spielspaß nicht als störend aus. The Medium ist ein Versuch, der für kommende Titel viel Potential mitbringt. Das „Dual Reality“-Konzepts sowie das sehr schöne Design schüren die Hoffnung, dass die Next-Gen-Konsolen bald ausgereifte Titel mit vergleichbaren Spielprinzip bekommen. Bloober Team hat gewaltig vorgelegt und wie es so oft ist, befinden sie sich in diesem Punkt noch in den Kinderschuhen. Die Einbindung der DualSense-Funktionen des PS5-Kontrollers ist ebenfalls nett, hat sich aber bei mir aber nur bedingt ausgezahlt.

Fazit: Was für ambitionierte Ansätze. Bloober Team liefert mit The Medium einen echten Horror-Satisfyer, der über weite Strecken überzeugen kann. Dickes Ausrufezeichen ist ganz klar die „Dual Reality“. Die Einbindung von zwei parallel verlaufenden Spielwelten ist was ganz Besonderes. So diverse Aufgaben zu lösen, macht Spaß und ist mehr als machbar. Wirklich Frust kommt nicht auf. Hin und wieder interessante „Gegner“ versüßen den subtilen Horror, der einzig an seiner doch recht dünnen Geschichte scheitert. Wären hier vielleicht nicht nur gute Designideen, sondern auch intensives Storytelling betrieben worden, dann hätten wir hier beinah einen kleinen Quantensprung erlebt. So ist es der „first try“, der die Weichen für die Zukunft stellen könnte. 

Plattform: PS5™ | XBOX SERIES X|S | PC

USK ab 16 (blau)Genre:                    Action-Adventure/Third-Person
Entwickler:               Bloober Team
Publisher:                Koch Media 
(Erst-)Veröffentlichung:  3. September 2021

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