PIG | Es waren einmal ein Mann und sein Schwein

Es waren einmal ein Mann und ein Schwein, die lebten gemeinsam friedlich im Wald… was wie der Beginn eines Kindermärchens über eine ungewöhnliche Freundschaft klingt, ist im Thriller PIG der Hintergrund für eine spannende Rache-Story und originelle Charakterstudie, die so garantiert niemand hätte kommen sehen.

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© LEONINE

Inhalt

Rob lebt zurückgezogen in der einsamen Wildnis von Oregon – allein, bis auf seinen einzigen Freund. Ein Freund, der zufällig ein treues, Trüffel jagendes Schwein ist. Die teuren Trüffel, die er sammelt, tauscht Rob mit einem jungen Geschäftsmann gegen die mageren Vorräte, die ihn ernähren. Doch Robs friedliche Einsamkeit findet ein plötzliches Ende, als er während einer gewalttätigen Auseinandersetzung rivalisierender Jäger verletzt und sein Schwein gestohlen wird. Um sein Schwein wiederzufinden ist Rob gezwungen, sich in die halsabschneiderische Restaurantszene von Portland zu begeben. Dort wird seine geheime Vergangenheit als kulinarische Legende aufgedeckt, sowie der tragische Verlust, der ihn ins Exil getrieben hat. Als sich die Rettungsmission auf einen dunklen und mysteriösen Pfad begibt, muss Rob beweisen, wie weit er zu gehen bereit ist, um das Letzte zu retten, was er liebt.

Kritik

Irgendwo im Wald lebt Rob mit seinem letzten verbliebenen Freund, einem Trüffelschwein. Der einstige Gourmetkoch hat sich aus der glanzvollen Nobelwelt verabschiedet und fristet nun ein einfaches, aber halbwegs zufriedenes Dasein. Er und „PIG“ brauchen nicht viel, doch das schlichte Leben wird erschüttert, als rivalisierende Jäger ihm das letzte Bisschen Hoffnung auf Frieden nimmt. Was zunächst sehr abstrus klingt und stark an John Wick erinnert, ist ein völlig eigenständiges Rachedrama in der Nicolas Cage abseits vom Markentrash beweist, warum er einst den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ gewann. Hektisch wird die Reise von Rob auf den Spuren seines Schweins nie, doch die Mysterien, die Rob umgeben kommen mit jedem Schritt zu seinem Freund ans Licht. Dieser Weg ist wohl ausbalanciert, mitreißend und spannend. Eine einfallsreiche Charakterstudie und beinah so effektiv wie Joaquin Phoenix Darstellung als Joker. Zudem wird deutlich, wie wenig Respekt, Achtsamkeit und Wertschätzung in heutiger Zeit weit nach Gier und Profit kommen, und wie wenig tatsächlich das einzelne Leben zählt. Cage ist herausragend, zeigt wozu er im Stande ist und seinen Lebensunterhalt mit Ernsthaftigkeit bestreiten kann. So leise und doch bestimmend zeichnet Regisseur Michael Sarnoski einen subtilen Beitrag, der uns ein stückweit auch den Spiegel vor Augen hält – gesellschaftskritisch, einfühlsam und energiegeladen.

Fazit: Von wegen Nicolas Cage macht nur Schrott. Anders als Bruce Willis oder John Travolta, scheint es fast so, als würde der einstige Oscar-Gewinner wieder des Öfteren die Kurve kriegen und sich wieder für noch größere Aufgaben empfehlen. Als geläuterter Trüffelhändler mit nichts als einem Schwein, der plötzlich vor vollendeten Tatsachen steht, ist so gut gemacht, dass er selbst im Kino eine gute Figur abgegeben hätte. Starkes Charakterkino für Zuhause!

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           PIG
Produktionsland/-jahr: US/UK 2021 Laufzeit: 92 min Genre: Drama, Thriller Regie: Michael Sarnoski Drehbuch: Michael Sarnoski
Kamera: Pat Scola Kinostart: -
Home Entertainment: 19. November 2021

Verleih: LEONINE

 

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