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BASTILLE DAY | Ungleiche Duos in freier Wildbahn: „Bad Boys“-Feature

Hart, härter, herzlich zueinander? Mit BASTILLE DAY erleben wir den vielleicht bald Bond Idris Elba in einer actiongeladenen Rolle, in der Paris von einem Bombenanschlag überschattet wird und damit beim Zuschauer schmerzliche bis angsterfüllte Erinnerungen wieder hervorbringt. Doch um ans Ziel der Ermittlungen zu gelangen, benötigt er die Hilfe des Taschendiebs Richard Madden. Zusammen gehen sie der Verwüstung nach, um die mutmaßlichen Terroristen aufzuspüren und das Land vor weiteren Unheil zu bewahren. Doch Elba und Madden sind nicht das erste ungleiche Duo der Filmgeschichte. Sei es Dick & Doof, Jackie Chan und Chris Tucker in Rush Hour oder Mel Gibson und Danny Glover in der sagenhaften Lethal Weapon-Reihe. Ungleich und ungleich gesellt sich auch gern. In diesem Feature nimmt filmspleen James Watkins‘ Streifen unter die Lupe und widmet sich einem weiteren ungleichen Duo: Will Smith und Martin Lawrence aus Bad Boys – Harte Jungs.

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© STUDIOCANAL

Inhalt

Der junge amerikanische Taschendieb Michael Mason (Richard Madden) lebt in Paris und beklaut dort die Aktivistin Zoe (Charlotte Le Bon). Er hält den Inhalt ihrer Tasche für wertlos, deponiert sie arglos auf einem Platz – wo sie explodiert und mehrere Menschen tötet. Michael gerät nun ins Visier des Geheimdienstes. Der CIA-Agent Sean Briar (Idris Elba) soll nach Paris reisen, Michael befragen und ihn in die USA bringen, bevor die französischen Kollegen den Verdächtigen in die Hände bekommen. Aber Sean, unter Aufsicht seiner peniblen Vorgesetzten Karen Dacre (Kelly Reilly), fängt bald an, an der Schuld Michaels zu zweifeln. Gemeinsam versuchen die beiden, herauszufinden, wer die Bombe wo und warum explodieren lassen wollte. Das Duo findet heraus, dass es eine Verschwörung gibt, an der auch ranghohe Polizisten beteiligt sind – und dass ein weiterer Anschlag geplant ist. Michael und Sean bleiben nur 24 Stunden Zeit, die nächste Attacke zu verhindern und damit zig Unschuldigen das Leben zu retten…

Kritik

Idris Elba entwickelt sich für mich immer mehr zum sympathischen Darsteller, dessen Coolness mein Blut in den Adern gefrieren lässt. In seinen Filmen erhält der Brite nicht immer ausgedehnte Dialoge, denn sein Aushängeschild ist das Zusammenspiel aus leerem Gesichtsausdruck und extremer Ausstrahlung. Eigentlich zwei Dinge, die nicht zusammenpassen, doch Elba hat das einfach mal lässig patentiert. So ist es nicht verwunderlich, dass man den vielleicht schon bald Bond selten in tiefgreifend-emotionalen Geschichten sieht (hierzu gehören bspw. Mandela – Der lange Weg zur Freiheit oder Beasts of No Nation). Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Erstmal begnügt sich der „Officer of the British Empire“ mit eher klassischer Action oder Horror-Thriller-Combos. Mit BASTILLE DAY bleibt Elba seiner Linie treu und lässt uns seinen Blick mehr als einmal spüren. Gänsehaut, wenn er versucht böse zu schauen. Bastille Day ist eine solide Angelegenheit, die jedoch durch die Bombenanschlag-Thematik in Paris einen bitteren Beigeschmack erhält. Aber Aktualität trifft auf Blockbuster und somit ist dieser Film eigentlich ein Selbstläufer, verliert sich aber in der recht vorhersehbaren Geschichte. Leider gelingt Elba und seinem Taschendieb-Partner Richard Madden nicht die erhofften Glanzmomente. Vielmehr verlieren sich beide in einen Potpourri aus hölzener Darbietung und Pointen-Sackgasse. Hinterfragt man zu sehr die Logik von Bastille Day, so sind die 90 Minuten für den Zuschauer sicherlich unangenehm. Lieber den kurzweiligen Spaß genießen, statt diesen buchstäblich in die Luft zu jagen.

Der „Duo-Gedanke“

Das ungleiche Duo Idris Elba und Richard Madden mögen zwar nicht ganz so gut zusammenpassen, doch sind die Hintergründen aus denen sie stammen und die Beweggründe warum sie handeln die Voraussetzung an diesem Special teilzunehmen. Ehrlich gesagt sie auch der alles entscheidende Grund, warum es dieses opulente Feature überhaupt gibt. Unter dem Mitwirken weiterer Blogger haben wir uns an die Aufgabe gemacht, ungleiche Duos der Filmgeschichte euch zu präsentieren. Lange habe ich überlegt, wem ich meine Stimme geben kann, doch dann überkam es mich. Bad Boys – Harte Jungs – ein nicht gerade jugendfreies Vergnügen – liebe ich aus mehreren Gründen: das Setting ist top, der Soundtrack ist mega und das Duo Lowrey-Burnett ist Kult. Ein fast schon ungleicheres Paar in der Filmhistorie gibt es gar nicht. Der Womanizer Mike Lowrey, dem die Eltern mit Geld gesegnet haben, ist zwar ein fleißiges Bienchen und cooler Cop, doch fehlt es ihm an jeglichem Verständnis eine Beziehung zu führen. Hier punktet Partner Marcus Burnett, der als liebender Ehemann und Familienvater, gleich auf unterschiedlichen Hochzeiten tanzt. Er zeichnet sich auch durch seine recht sensible Art aus. Wie oft wollte er sich versetzen lassen, um dem scheinbar schießwütigen Mike aus dem Weg zu gehen. Ihr Erkennungszeichen ist der Titel „Bad Boys“ von Inner Circle, der ebenso kultig wie der Film ist, der ihn verwendet. Flotte Sprüche, zwischenmenschliche Beziehungen zwischen Schuss und Verfolgung sowie viel Witz. Michael Bay und Jerry Bruckenheimer – ich ziehe meinen Hut!

Fazit: Auch wenn es nicht zum kultverdächtigen Duo reicht, so ist Bastille Day unterhaltsamer Durchschnitt, dem jedoch etwas mehr Einfallsreichtum gut gestanden hätte. Allein auf Idris Elba zu bauen, ist Naivität in Reinkultur. Doch allzu reißerisch möchte ich an diesem Punkt auch nicht sein, denn zu groß ist mein Verlangen nach Actionfilmen wie Bastille Day und einem charismatischen Idris Elba.

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           Bastille Day
Produktionsland/-jahr:   US/UK/FR 2016
Laufzeit:                92 min
Genre:                   Thriller, Action, Drama

Regie:                   James Watkins
Drehbuch:                James Watkins, Andrew Baldwin
Kamera:                  Tim Maurice-Jones 

Kinostart:               23. Juni 2016
Home Entertainment:      27. Oktober 2016

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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