NOCH WAR ES NACHT | Ein intensiver Neo-Noir zwischen Intensität und Distanz

NOCH WAR ES NACHT, die gleichnamige Bestseller-Adaption „Una storia nera“ von Antonella Lattanzi, verzichtet auf klassische Erzählstrukturen und setzt stattdessen auf Reduktion. Das Handeln wird in Fragmente zerlegt, Informationen werden vorenthalten und emotionale Entwicklungen werden häufig nicht geäußert. Dieser Ansatz ist sowohl konsequent als auch künstlerisch nachvollziehbar, bringt jedoch hohe Anforderungen an das Publikum mit sich. Denn an den Stellen, die der Film bewusst auslässt, ergibt sich nicht immer zwangsläufig Verständnis oder gar eine Bedeutung.

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VIER MINUS DREI | Die Ästhetik des Verlusts

Mit ihrer gleichnamigen Autobiografie landete Barbara Pachl-Eberhart 2010 einen Bestseller: Eindringlich und mit viel Stärke beschreibt sie darin, wie es ihr nach dem tragischen Tod ihrer Familie gelang, sich dem Leben neu zu stellen. Nun hat der für seine sehr persönlichen Filmarbeiten gefeierte Regisseur Adrian Goiginger – unter anderem ausgezeichnet mit einer Lola in Silber für „Der Fuchs“ – diese bewegende Lebensgeschichte verfilmt. Sensibel und mit feinem Gespür für seine Charaktere, inszeniert er in VIER MINUS DREI die lebendige, hoffnungsvolle Geschichte einer Frau, die nicht aufgibt.

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[Feature] NORMAL | Bob Odenkirk und die Kunst, immer unterschätzt zu werden

Bob Odenkirk ist der Typ, den man auf den ersten Blick übersieht. Kein klassischer Leading Man. Kein offensichtlicher Actionstar. Kein Schauspieler, bei dem man sofort an große Transformationen denkt. Und genau darin liegt seine größte Stärke. Denn wer Bob Odenkirk unterschätzt, liegt meistens falsch und bezahlt dies mit seinem Leben. Zum Kinostart von NORMAL rückt ein Schauspieler in den Fokus, der das Gewöhnliche immer wieder neu definiert: Bob Odenkirk. Kaum jemand spielt so überzeugend mit Erwartungen – und beweist dabei, dass hinter dem scheinbar Normalen oft weit mehr steckt.

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SENTIMENTAL VALUE | Wie man mit Abstand Nähe gewinnt

Nach „Nach der schlimmste Mensch der Welt“ gelingt Joachim Trier ein vielschichtiges Meisterwerk über Beziehungen und Gefühle, die nur schwer in Worte gefasst werden können. Getragen von dem großartigen Ensemble um Renate Reinsve, Stellan Skarsgård, Elle Fanning und Inga Ibsdotter Lilleaas erzählt SENTIMENTAL VALUE mit großer Leichtigkeit und viel Humor die Geschichte einer Familie, die noch lange im Kopf und im Herzen bleibt.

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THE HOLY BOY | Was sehen wir wirklich – und was wollen wir sehen?

Manchmal reicht eine kleine Verschiebung, damit aus etwas Alltäglichem plötzlich etwas Unheimliches wird: THE HOLY BOY nimmt genau diesen Moment und baut daraus einen Film, der sich weniger für klare Antworten interessiert als für das, was passiert, wenn Menschen beginnen, an etwas zu glauben.

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