NO LOOKING BACK – OHNE RÜCKSICHT AUF VERLUSTE | Bitterböse WTF?!-Frauenpower in familiärer Atmosphäre

In NO LOOKING BACK mischt Regisseur Kirill Sokolov bitterbösen Humor mit blutiger Action zu einem generationsübergreifenden Face-Off. Die exzentrischen Charaktere sind dabei so kompromisslos wie liebenswürdig und machen die Splatter-Komödie zu einem brutal wilden Ritt voller Witz, Spannung und Überraschungen. So geht Frauenpower!

.INHALT.

Nach vier Jahren Gefängnis ist Olga (Viktoriya Korotkova) fest entschlossen, neu anzufangen – doch zuallererst will sie ihre zehnjährige Tochter Masha (Sofya Krugova) zurückbekommen. Olgas temperamentvolle Mutter hingegen glaubt es besser zu wissen und will ihre Enkelin nicht kampflos gehen lassen. Schnell gerät der Familienkonflikt außer Kontrolle und artet in einer blutrünstigen Verfolgungsjagd aus, bei der alle Beteiligten bereit sind über Leichen zu gehen, um an ihr Ziel zu gelangen.

© Neue Pierrot le Fou 

.KRITIK.

Die Qualität russischer Filme ist in den letzten zehn Jahren unfassbar gestiegen. Von anspruchsvoll über Science-Fiction bis hin zu „Splatter-Meisterwerken“ bietet das Land so viel mehr als es gerade aus den negativen Schlagzeilen ersichtlich wird. Einer, der sich so allmählich in die Herzen einer großen Community dirigiert, ist Regisseur Kirill Sokolov. Sein Debüt feierte der ambitionierte Filmemacher mit Why Don’t You Just Die! (Kritik zum Nachlesen) und bewies ein blutiges Händchen. Doch damit nicht genug, auch die Art und Weise des Einsatzes von schwarzem Humor blieb nicht nur mir erfreulich im Gedächtnis. Sokolov setzte seine eigene Messlatte ziemlich hoch für sein neustes Werk NO LOOKING BACK. Der Fahrplan ist fast unverändert, dafür aber weniger aufwühlend. Sokolov scheint sich deutlich weiterentwickelt zu haben, setzt er nicht mehr gänzlich beziehungsweise vorrangig auf das Verteilen diverser Körperflüssigkeiten. No Looking Back präsentiert sich reifer, erwachsener, trotz einer durchweg fluchenden 10-Jährigen. Sofya Krugova ist wahrlich die Perle des Films und hebt das Ganze deutlich hervor. Rotzfrech stolziert sie durch die Gegend und beleidigt alles und jeden wie es ihr beliebt. Das kommt gut an – auch bei mir.

Eskalation gibt es aber trotz ein, zwei Gänge zurück dennoch. Die ganze Geschichte wirkt diesmal deutlich aufgeräumter und weniger grotesk, zudem setzt Sokolov auf viel Tragik in seiner Erzählung. Positiv gilt hervorzuheben, in welchen Fokus er seine weiblichen Hauptdarsteller rückt. Der Appell lautet klar und deutlich: Frauenpower. Das ist cool und gibt dem Film einen ganz besonderen Touch. Sokolov zeigt, was in ihm steckt und worauf wir uns in den nächsten Jahren freuen dürfen. Wenn der Trend anhält und seine Filme weitere Sprünge inhaltlich wie auch visuell machen, dann könnte das sogar ein Bewerber für Hollywood sein – wenn er es denn möchte. No Looking Back ist ein Stück unheimlich erfrischender Unterhaltung eines Regisseurs, dem noch Großes zuzutrauen ist.

.FAZIT.

Sokolov haucht dem Erzählkino neues Leben ein und präsentiert sich mit seinem zweiten Spielfilm gereifter, abenteuerlustiger und ambitionierter. No Looking Back strotzt vor Energie und Humor, und bietet so viel für einen Hirn-aus-TV-an-Moment.



OriginaltitelOtorvi i vybros
Produktionsland/-jahrRussland 2021
Laufzeit101 min
GenreAction, Komödie, Horror, Thriller
RegieKirill Sokolov
DrehbuchKirill Sokolov
KameraDmitriy Ulyukaev
Kinostart
Home Entertainment13. Mai 2022 (limitiertes Mediabook)
VerleihNeue Pierrot Le Fou

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