EMMAS HERZ | Die Liebe(n) meines Lebens

Der weltweite Bestseller von Taylor Jenkins Reid nun als Film: In EMMAS HERZ muss eine Frau mehr als einmal die große Liebe finden und mehr als einmal diese hinterfragen. Ein Spagat zwischen Verlust, Angst und Gefühlen – inszeniert von Regisseur Andy Fickman.

.INHALT.

Emma (Phillipa Soo) und Jesse (Luke Bracey) sind das perfekte Paar: Highschool-Sweethearts, die heiraten und ihre Heimatstadt hinter sich lassen, um gemeinsam die Welt zu bereisen. Doch ihr Eheglück wird gnadenlos zerstört, als Jesse mit dem Hubschrauber über dem Pazifik abstürzt und nach vergeblicher Suche für tot erklärt wird. In ihrer Trauer zieht Emma zurück zu ihrer Familie nach Massachusetts, um ein neues Leben zu beginnen. Sie verliebt sich in ihren ehemals besten Freund Sam (Simu Liu) und Emma sieht endlich ihre zweite Chance auf Glück – bis ein unerwarteter Anruf erneut alles auf den Kopf stellt: Jesse lebt und Emmas Herz muss ich nun zwischen ihrem Ehemann und ihrem Verlobten entscheiden…

@ SquareOne Entertainment

.KRITIK.

Was für ein Gefühlschaos! Emma verliert ihren Mann bei einem Helikopterabsturz über den Meer und findet in einen alten Freund die neue Liebe. Doch der totgeglaubte Jesse lebt und plötzlich bricht über Emma zum zweiten Mal die Welt ein. Wie würdest du dich in diesem Fall entscheiden? Gibt es überhaupt diese eine Entscheidung?

Mit EMMAS HERZ inszeniert Andy Fickman eine romantische Komödie mit viel Drama, das auf dem gleichnamigen Bestseller basiert. An dem Film hat auch die Autorin des Buchs, Taylor Jenkins Reid mitgewirkt, doch am Ende merkt man nichts vom eigentlichen Zauber und den Problemen, die zahlreiche Leser selbst durchlebt haben. Der Film ist überwältigend und eine Odyssee aus Verlust, Gewinn und erneuten Verlust. Verlust von Gefühlen – in jeglicher Hinsicht. Du verlierst deinen Mann und nach Jahren der Aufarbeitung, der Suche nach dem zweiten Glück, taucht er plötzlich wieder auf. Diese Ausgangssituation verspricht viel Spannung und emotionales Potenzial, doch leider scheitert der Film an den eigenen Erwartungen und Ambitionen. Das liegt einerseits an der sperrigen Erzählstruktur, die gerade zu Beginn zäh und kräftezerrend ist. Andererseits versucht der Film zu viel zu erzählen. Zu viele Handlungsstränge und Hintergrundgeschichten in kurzer Zeit, dies überfordert selbst den hartgesottenen Zuschauer. Gerade in diesem Kontext und Konflikt fiel es mir zum Beispiel sehr schwer, die Beziehungen zwischen den Figuren nachzuvollziehen. Es ist unglaublich schwer, nicht nur die emotionale Tiefe zu verstehen, sondern generell eine Bindung zu den Charaktere aufzubauen. So ist man schnell frustriert und das eigentliche Potential zerschellt.

Dieser rote Faden setzt sich auch konsequent fort, denn die Beziehung von Emma und Jesse wird rasant abgearbeitet. Ihre Weltreise im Eiltempo erzählt und die eigentliche Liebe, um die es im ganzen Film geht, wird nur oberflächlich gestreift. Wir bekommen einfach kein nachvollziehbares Gefühl vermittelt, warum sich die beiden überhaupt so sehr lieben und vor welchem Dilemma Emma nach dem Tod und der Auferstehung eigentlich steht. Identifikation gleich null! Die Beziehung wirkt zu künstlich und konstruiert. Auch Jesses eigentlicher Überlebenskampf auf einer einsamen Insel wird nicht gerade überzeugend vermittelt. Hier hätte man sich gerne etwas mehr an Cast Away orientieren dürfen. Diese Aspekte hätten sicherlich mehr Raum für die Erzählung bieten können.

Obwohl Fickman einige gute Momente und charmante Szenen kreiert, bleibt die emotionale Tiefe des Films insgesamt zu oberflächlich. Die glatte Inszenierung führt dazu, dass der Film nach dem Anschauen schnell wieder aus dem Gedächtnis verschwindet, was der ursprünglichen Idee des Buches nicht gerecht wird. Und da frage ich mich: wo war Autorin Taylor Jenkins Reid bei der Produktion? Aber zum Glück ist nicht alles schlecht an dem Film. Ausgerechnet der neue Marvel-Superheld Simu Liu (ein wirklich überraschender Auftritt von ihn), zieht den Karren aus dem Dreck. Obwohl seine Figur nicht viel Raum zur Entfaltung erhält (er muss auch schnell einen wichtigen Platz einnehmen), transportiert er die inneren Konflikte und Gefühle seiner Figur Sam glaubwürdig. Er ist auch für die wenigen lustigen Momente im Film zuständig. Mit einem charmanten Hauch von Leichtigkeit lockert er dieses Gefühlschaos angenehm auf.

.FAZIT.

Unausgewogene Dramödie, die an den eigenen Erwartungen und Ambitionen scheitert. Andy Fickman schafft es nicht, den Geist des Buches adäquat in einen 100-minütigen Film zu transportieren. Stattdessen verliert sich Emmas Herz zu sehr in den zahlreichen Handlungssträngen. Weniger ist oftmals mehr. Zudem ist das Drehbuch, obwohl aus der Feder der Buchautorin himself, zu unausgereift und strahlt trotz großer Emotionen auf dem Papier, zu wenig Emotionen im Film aus. Lichtblick bleibt Simu Liu, der etwas Ruhe in den ganzen Turbulenzen bringt. Leider aber keine Runde Sache. Da hätte ich mehr Lust auf einfache Romantik gehabt. Aber ich glaube für Hardcore-Liebesfilm-Junkies könnte das dennoch ein Must-see sein.



OriginaltitelOne True Loves
Produktionsland/-jahrUSA 2023
Laufzeit100 min
GenreKomödie, Drama, Liebesfilm
RegieAndy Fickman
DrehbuchTaylor Jenkins Reid, Alex Jenkins Reid
KameraGreg Gardiner
Kino
Home Entertainment6. Oktober 2023
VerleihSquareOne Entertainment

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