Durch einen Blitzeinschlag an der Geisterbahn von Tammis verstorbenem Opa werden in SPUK UNTERM RIESENRAD drei Holzgeister lebendig und richten mit ihren magischen Fähigkeiten nur Chaos an. Die Teenager Tammi, Umbo und Keks haben alle Hände voll zu tun, den Freizeitpark zu retten, und bringen nebenbei auch die verkrachte Familie wieder zusammen.
.INHALT.
Tammi (Elisabeth Bellé) ist genervt. Statt nach Formentera, von wo sie ihren Followern schon traumhafte Fotos versprochen hat, muss sie mit Mutter Simone (Sophie Lutz) zur Beerdigung des ihr völlig fremden Opas Jackel (Peter Kurth) irgendwo in die Pampa, inklusive Kennenlernen von Tante Britta (Katja Preuß) und deren Kindern. In dem total uncoolen Freizeitpark gibt es nicht mal Handy-Empfang und mit Cousin Umbo (Noèl Gabriel Kipp) nebst Cousine Keks (Lale Andrä) kann sie wenig bis nichts anfangen. Doch dann erwachen bei einem Gewitter drei abgehalfterte Geisterbahnfiguren zum Leben: Hexe (Anna Schudt), Riese (Moritz Führmann) und Rumpelstilzchen (David Bennent). Hervorragende Verbündete für ein ordentliches Chaos, glaubt Tammi, um endlich aus dieser Einöde zu entkommen. Nur leider hat sie die Rechnung ohne die Familie und den Eigensinn der Geister gemacht. Plötzlich wollen alle den Freizeitpark übernehmen…
.KRITIK.
Mit SPUK UNTERM RIESENRAD kommt ein gruseliger Unterhaltungsspaß zurück auf die große Leinwand. Die gleichnamige DDR-Fernsehserie, die ab 1979 ausgestrahlt wurde, avancierte damals sofort zum Publikumsliebling und ist auch heute noch beliebt wie eh und je.
Unter der Leitung von Regisseur Thomas Stuber und dem kreativen Drehbuchduo „Die Köbris“ (Anja Kömmerling und Thomas Brinx) entfaltet Spuk unterm Riesenrad in einer Art erfrischender Neuinterpretation eines altbekanntes Szenario, was wir nahezu alle lieben. Im Zentrum steht eine unfreiwillige Familienzusammenführung, in der die beiden ungleichen Töchter sowie ihre Kinder Tammi, Umbo und Keks wenig Sympathie füreinander hegen. Ihr gemeinsames Ziel: der Flucht vor einem heruntergekommenen Rummel mit nostalgischem Flair, der offensichtlich von Geistern heimgesucht wird. Wirklich glauben mag da keiner dran, aber sonderlich viel Mühe dies offensiv zu bestreiten, macht auch keiner.
Die Originalserie von Günter Meyer und C.U. Wiesner wird von Stuber und „Die Köbris“ durchaus respektvoll behandelt, aber mit viel Feingefühl und Geschickt auch in die heutige Zeit geführt. Dabei ist es durchaus erwähnenswert, dass es sich bei Spuk unterm Riesenrad keinesfalls um eine einfache Neuverfilmung handelt, sondern eine durchdachte und gewitzte Aktualisierung der Geschichte. Die Erzählung spiegelt die Herausforderungen und Anliegen von Teenagern in der heutigen Zeit wider, wobei der ständige Drang nach Anerkennung auf sozialen Medien diesmal wie von Geisterhand gesteuert wirkt.
Bisher bekannt für ostdeutsche Milieustudien wie In den Gängen oder Stille Trabanten, zeigt Thomas Stuber hier beeindruckende Vielseitigkeit mit einem Wechsel zur Familienunterhaltung, wenngleich es nicht Stubers stärkste Arbeit ist – so ehrlich muss man dann auch sein.
Die drei Geister agieren mit anarchischem Charme und Spiellust, während die handgemachten und dezenten Effekte hervorstechen. Die zentralen Themen von Familie, Freundschaft, Zusammenhalt und Teamgeist werden geschickt und ohne erhobenen Zeigefinger behandelt.
.FAZIT.
Spuk unterm Riesenrad bietet nicht nur kurzweilige Unterhaltung für Jung und Alt, sondern überzeugt auch durch seine geistreiche Herangehensweise in jeglicher Hinsicht. Die Liebe zum Original im modernen Kontext ist geschickt verarbeitet und erweitert die beliebte Serie um einen wirklich schönen Film, der nahezu alles richtig macht.
| Originaltitel | Spuk unterm Riesenrad |
| Produktionsland/-jahr | Deutschland 2024 |
| Laufzeit | 95 min |
| Genre | Familienfilm, Fantasy |
| Regie | Thomas Stuber |
| Drehbuch | Die Köbris, Günter Meyer, C.U. Wiesner |
| Kamera | Conrad Lobst |
| Kino | 22. Februar 2024 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | farbfilm verleih |

