THE KILL ROOM | Verbrechen wie gemalt

Erstmals seit Quentin Tarantinos Klassiker „Pulp Fiction“ stehen Kino-Ikone Uma Thurman und Kult-Schauspieler Samuel L. Jackson für Nicol Paones schwarzhumorige Gaunerkomödie THE KILL ROOM wieder zusammen vor der Kamera.

.INHALT.

Verbrechen ist eine Kunst. Ihr Plan ist clever: Galeristin Patrice (Uma Thurman) und das Gangster-Duo Gordon (Samuel L. Jackson) und Reggie (Joe Manganiello) verhökern ihre selbst gemalten Bilder unter dem Pseudonym „The Bagman“ und versetzen die New Yorker Kunstszene in hellste Aufregung. Doch der unerwartete Hype löst einen Strudel tödlicher Gefahren aus, angesichts derer die Kunst des Überlebens wertvoller ist als jedes Gemälde.

©️ Universal Pictures International Germany

.KRITIK.

THE KILL ROOM ist eine schwarzhumorige Gaunerkomödie, die ich sogar fast schon als Krimi-Satire bezeichnen würde. Sie zielt darauf ab, die moderne Kunstwelt zu enthüllen – oder besser gesagt – hops zu nehmen. Somit steckt die Kritik im Detail eines großen Gemäldes genannt Film.

Für ein Publikum, das vielleicht nicht mit Insider-Witzen vertraut ist, füllt Regisseurin Nicol Paone klugerweise die Leinwand mit dem spielfreudigen Samuel L. Jackson, der verführerischen Uma Thurman und dem toughen Joe Manganiello. Obwohl sie auf altbekannten Geschichten basiert, bietet The Kill Room genug Unterhaltung, um knappe 100 Minuten so zu füllen, dass sie Spaß machen.

Das Drehbuch bietet amüsante Krimi-Fiktion, die in einem komödiantischen Tuschkasten verpackt ist. Reggies Handlungen (um mal nicht weiter zu spoilern) verwandeln sich schließlich in avantgardistische Kunst und bieten so einen interessanten Aufhänger.

The Kill Room selbst taucht dann leicht in einen Fall von Diebstahl ein, da die Handlung Woody Allens Schmalspurganoven folgt, in dem auch ein Deckgeschäft erfolgreich wird, während das eigentliche Verbrechen in den Hintergrund tritt. Wie das Leben die Kunst imitiert, so auch die Kunst die Kunst. Spannend, aber nicht gänzlich rund.

Die Kunst in The Kill Room wird satirisiert mit cleveren Subtexten, aber es fehlt diese tiefgreifende Aha-Effekt. Vieles bleibt dann doch nur oberflächlich oder gar abgepaust. So verschläft der Film dann doch die eigentliche Innovation. Gerade bei einem so starken Cast hätten man die Geschichte wesentlich spektakulärer und eindringlicher gestalten können. Das Potential ist immens. Zu sehr wird sich dann leider auf den Vorbildern ausgeruht. ABER: Der Film erfasst erfolgreich die flüchtige Natur von Kunststilen und verweist beispielsweise auf eine Allegorie von Filmen, wie sie in modernen Streaming-Diensten existieren. Es gibt eben für alles ein Für und Wider.

.FAZIT.

The Kill Room mag nicht wie „The Bagman“ selbst ein mitreißendes Spektakel bieten, aber ist das Gesamtkunstwerk durchaus unterhaltsam und ansprechend inszeniert. Der Cast hat Lust, die Kritik – die dem Film innewohnt – ist spürbar und auch so ist es eine locker-leichte Gaunerkomödie mit ein bisschen Thrill und Herz. Er wird sein Publikum finden, genauso wie Kunst sein Publikum findet.



OriginaltitelThe Kill Room
Produktionsland/-jahrUSA 2023
Laufzeit98 min
GenreKomödie, Thriller
RegieNicol Paone
DrehbuchJonathan Jacobson
KameraBartosz Nalazek
Kino21. März 2024
Home Entertainment
VerleihUniversal Pictures International Germany

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