NIGHT SWIM ist wie ein Sprung vom Zehnmeterbrett – im Dunkeln und mit dem Kopf voraus… Regisseur Bryce McGuire schickt uns auf einen feucht-gruseligen Trip durchs Planschbecken des Horrors.
.INHALT.
Als eine Erkrankung Profisportler Ray Waller (Wyatt Russell) dazu zwingt, seine Karriere aufzugeben, zieht er mit seiner Frau Eve (Kerry Condon), seiner Tochter Izzy (Amélie Hoeferle) und seinem kleinen Sohn Elliot (Gavin Warren) in ein neues Haus mit Pool. Doch im Wasser lauert etwas Böses, das nur darauf wartet, die Familienmitglieder in die Untiefen eines unvorstellbaren Albtraums zu ziehen.
.KRITIK.
Nicht herausragend, aber durchaus solide: NIGHT SWIM gehört zur Fraktion Horrorfilm, die partout ihr Potential nicht ausschöpfen – zu lasten des Gruselfaktors. Aber warum ist das so?
Die Geschichte dreht sich um eine Familie, die ein Haus mit einem riesigen, unbenutzten Pool kauft. Es sieht eher aus wie in einem luxuriösen Resort als im begrünten Hinterhof einer US-amerikanischen Kleinstadtidylle. Hier lässt sich ausgiebig über das Setting streiten, aber man drück gerne mal ein Auge zu. Und so passiert es, dass der Pool ein Eigenleben entwickelt und die Familie und alle, die glauben einen gemütlichen Badetag in ihm verbringen zu können, auf seltsame Weise albtraumhaft triggert oder gänzlich in die Tiefe zieht.
Die Grundgeschichte wirkt alles andere als authentisch oder nachvollziehbar. Wir hatten ja schon allerhand „Gegenstände“, die eine gewisse Eigenständigkeit entwickeln. Sei es Fernseher, ein Spiegel oder in der Gesamtheit ein verfluchtes Haus. Ein Pool wirkt da wie eine willkommene Abwechslung. Wie allerdings mit diesem neuen „Protagonisten“ umgegangen wird, ist für mich fast der größte Kritikpunkt am Film. Und so schlage ich hier auch die Brücke zum verschenkten Potential. Dieser paranormale beziehungsweise mystische Effekt, der vom Pool ausgeht, wird mir nicht wirklich plausibel und wirksam erklärt. Bei einem Horrorfilm liebe ich es, wenn die Grundgeschichte durchaus auch der Wahrheit entsprechen könnte. Immerhin versucht man größtenteils auf recyceltes Erklär-Material für das Phänomen zu verzichten und hier einen frischen Ansatz zu etablieren. Doch war ich dann doch überrascht, dass der Film mit diesem – in meinen Augen – Manko für Spannung sorgen kann.
Der Film erzeugt durchgehend ein gewisses Knistern und eine bedrohliche Atmosphäre, und immerhin versucht Regisseur Bryce McGuire auf wiederkehrende Motive im Horrorbereich zu verzichten und hier – wie bereits erwähnt – eine frische Erklärung für das Geschehen zu liefern. Ob plausibel, logisch oder gut sei mal dahingestellt. Es ist immerhin kein weiterer Exorzismus-Film, denn davon gab es in den letzten Wochen und Monaten zu hauf.
Die schauspielerische Leistung ist solide, insbesondere von den Familienmitgliedern (gespielt von u.a. Wyatt Russell und Kerry Condon). Was ich ebenfalls sehr positiv feststellen musste, waren die guten Unterwasseraufnahmen. Hier hat man den Wechsel zwischen der Oberfläche und dem Wasser sehr gut gelöst und in Szene geworfen. Hier bekommt man dann doch hin und wieder auch ein ungutes Gefühl vermittelt und ich glaube auch, der eine oder andere wird seinen eigenen oder den Pool der Nachbarn jetzt kritischer beäugen.
.FAZIT.
Night Swim ist keine Wucht, aber bei Weitem auch keine Enttäuschung. Das Ende ist zufriedenstellend und die im Allgemeinen gute schauspielerische Leistung trösten darüber hinweg, dass man aus der Pool-Thematik durchaus hätte mehr rausholen können. Gewürzt wird das Ganze mit einigen Jumpscares und einer ansprechenden Kameraarbeit. Ein Film für einen gemütlichen Abend vor dem Fernseher und vor allem für Menschen, die eher Fans von vergleichsweise seichtem Horror sind.
| Originaltitel | Night Swim |
| Produktionsland/-jahr | USA 2024 |
| Laufzeit | 98 min |
| Genre | Horror, Thriller |
| Regie | Bryce McGuire |
| Drehbuch | Bryce McGuire, Rod Blackhurst |
| Kamera | Charlie Sarroff |
| Kino | 8. Februar 2024 |
| Home Entertainment | 25. April 2024 |
| Verleih | Universal Pictures Home Entertainment |

