BE MY SLAVE ist ein provokantes BDSM-Drama, basierend auf dem skandalösen Roman von Shû Satami, dass in Japan diverse Wellen schlug und nun auch in Deutschland erstmals zu sehen ist.
.INHALT.
Ein Verlagsangestellter (Akihiro Mayama) verliebt sich Hals über Kopf in seine geheimnisvolle Kollegin Kana (Mitsu Dan). Nach mehreren gescheiterten Versuchen lädt diese ihn plötzlich zu sich nachhause ein. Dort angekommen wird er Zeuge von Kanas verborgenen Leidenschaften, an denen er bald schon selbst teilhaben wird. Ein heißes Spiel mit dem Feuer!
.KRITIK.
BE MY SLAVE ist ein japanisches Erotikdrama aus dem Jahr 2017, das auf dem gleichnamigen Roman von Shû Satami basiert. Der Film, unter der Regie von Tôru Kamei, zeichnet sich durch eine düstere und zugleich faszinierende Atmosphäre aus, die die Zuschauer in die komplexen und oft verstörenden Beziehungen der Charaktere eintauchen lässt.
Die Handlung dreht sich um einen schüchternen und zurückhaltenden Angestellten, der in einem großen Verlag arbeitet. Sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er auf die selbstbewusste und verführerische Kollegin Kana trifft. Kana, die von ihren eigenen inneren Dämonen geplagt wird, beginnt ein obsessives und manipulierendes Spiel der Macht und Unterwerfung mit dem für sie noch fast Fremden. Diese Beziehung entwickelt sich schnell zu einer intensiven und erotisch aufgeladenen Affäre, die beide an ihre emotionalen und psychologischen Grenzen bringt.
Die Stärke des Films liegt zweifelsohne in seiner mutigen und ungeschönten Darstellung der menschlichen Sexualität und der damit verbundenen Machtspirale. Die Kameraarbeit ist intim und oft unbehaglich, was die Intensität der Szenen verstärkt und die Zuschauer direkt in das Geschehen hineinzieht. Die schauspielerischen Leistungen sind herausragend und verleihen den Charakteren Tiefe und Komplexität.
Regisseur Tôru Kamei ist präzise und einfühlsam, was besonders in den ruhigen Momenten des Films zum Tragen kommt, in denen die inneren Konflikte der Charaktere offengelegt werden. Die musikalische Untermalung trägt ebenfalls zur düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre bei, die den gesamten Film durchzieht.
Allerdings ist Be My Slave nicht frei von Kontroversen. Die expliziten Darstellungen und die thematische Auseinandersetzung mit Dominanz und Unterwerfung werden nicht jedem Zuschauer zusagen. Einige könnten den Film als unangenehm oder sogar verstörend empfinden, da er keine Tabus scheut und die Grenzen zwischen einvernehmlicher Sexualität und Missbrauch oft verschwimmen lässt. Diese Ambivalenz ist jedoch auch eine der Stärken des Films, da er die Zuschauer zwingt, sich mit ihren eigenen Vorstellungen von Sexualität und Macht auseinanderzusetzen. Darüber hinaus ist der Grat zur Pornografie schmal. Allerdings ist das kein plumpes „Warum liegt hier Heu?“-Versatzstück, sondern die wahrhaftige Auseinandersetzung mit sich und seiner eigenen Sexualität, was ihn zwangsläufig intellektueller erscheinen lässt als eben ein Porno, der ohne wirkliche Handlung und Substanz aufwartet. Hier kann man also eine klare Linie ziehen. Außerdem ist es immer eine Sache des Blickwinkels und der Empfindung, wie ich einen solchen Film sehe, denn zum finalen Äußeren geht der Film gewiss nicht.
.FAZIT.
Be My Slave ist ein provokanter und intensiver Film, der die Zuschauer auf eine emotionale und psychologische Achterbahnfahrt mitnimmt und dabei gewiss spalten wird. Er fordert heraus und konfrontiert, und genau darin liegt seine Stärke. Wer sich auf das komplexe und oft verstörende Thema einlassen kann, wird einen tiefgründigen und gut inszenierten Film erleben, der noch lange nach dem Abspann nachhallt.
| Originaltitel | Watashi no dorei ni narinasai |
| Produktionsland/-jahr | Japan 2012 |
| Laufzeit | 96 min |
| Genre | Drama, Romanze, Erotik |
| Regie | Tôru Kamei |
| Drehbuch | Takehiko Minato, Shû Satami (Buch) |
| Kamera | Masato Nakao |
| Kino | – |
| Home Entertainment | 18. Dezember 2020 |
| Verleih | Busch Media Group |

