Mit MEIN TOTEMTIER UND ICH („Totem“) erzählt der niederländische Regisseur Sander Burger liebevoll die Geschichte rund um das Mädchen Ama und ihrer Familie und greift dabei das komplexe Thema der illegalen Einwanderung kindgerecht auf.
.INHALT.
Die 11-jährige Ama (Amani-Jean Philippe) lebt, solange sie denken kann, in den Niederlanden. Sie ist passionierte Schwimmerin und verbringt mit ihrem besten Freund Thijs (Ole van Hoogdalem) jede freie Minute im Schwimmbad, um für die anstehenden Meisterschaften zu trainieren. Ama fühlt sich heimisch in Rotterdam, doch seit der Asylantrag ihrer senegalesischen Eltern abgelehnt wurde, lebt die vierköpfige Familie in der Illegalität. Als Amas Mutter und ihr kleiner Bruder festgesetzt werden, kann sich Ama verstecken. Auf der Suche nach ihrem Vater irrt Ama alleine durch Rotterdam – bis sie unerwartete Unterstützung durch ihr persönliches Totem bekommt: Im Senegal wird jedem Menschen ein Tier zugewiesen, das einem Kraft und Mut gibt. Amas Totem ist ein überdimensionales Stachelschwein, das sie von nun an auf Schritt und Tritt begleitet.
.KRITIK.
MEIN TOTEMTIER UND ICH ist ein Film von Regisseur Sandar Burger, der 2022 veröffentlicht wurde. Er wurde auf verschiedenen Filmfestivals gezeigt und erhielt durchweg positive Kritiken für seine kindgerechte Auseinandersetzung mit dem Thema Migration und der mitreißenden Debütdarstellung der Hauptfigur Ama, gespielt von Nachwuchstalent Amani-Jean Philippe.
Mein Totemtier und Ich ist ein niederländisch-luxemburgisch-deutsche Koproduktion, der sich mit dem Thema Migration auf vielen Ebenen auseinandersetzt. Die Geschichte dreht sich um Ama, ein 11-jähriges Mädchen, das in den Niederlanden geboren wurde, aber als Tochter illegaler Einwanderer offiziell als Ausländerin gilt. Als der Asylantrag ihre Familie abgelehnt wird, versucht die Polizei die Familie in Gewahrsam zu nehmen, dabei verschwindet ihr Vater und Ama entkommt. Daraufhin begibt sie sich auf die Suche nach ihrem Vater. Allein in einer Großstadt muss sich Ama durchschlagen. Und so eine Stadt kann bei Tag und vor allem bei Nacht sehr beängstigend sein. Doch plötzlich erscheint der 11-Jährigen ein mysteriöses Tier: ein riesiges Stachelschwein. Schnell begreift sie, was das für ein Tier ist und zu welchem Zweck es da ist. Beharrlich folgt es ihr und gemeinsam begeben sie sich auf eine abenteuerliche Reise.
Der Film sensibilisiert für die Probleme von Migranten und kombiniert geschickt Sozialdrama mit märchenhaften Elementen. Amas Geschichte zeigt die Kraft von Mitmenschlichkeit und Empathie, während sie sich in ihrer Wahlheimat zurechtfindet. Dabei ist die Botschaft durchaus universell und berührt auf unterschiedlichen Ebenen. Denn es geht auch um Identität, Heimat, Familie und Solidarität, während ihr ungewöhnlicher Begleiter als Totem in gewisser Weise als Metapher für die Suche nach Zugehörigkeit und Selbstakzeptanz zu verstehen ist. Was auf den ersten Blick kompliziert erscheinen mag, hat Regisseur Sandar Burger auf sehr einfühlsame und kindgerechte Art umgesetzt.
.FAZIT.
Gerade in aktuellen Zeiten, in der in gesamten Europa die Migrationsfrage gestellt und versucht wird, diese für alle Parteien so human wie möglich zu beantworten, vergessen wir dabei oft die menschlichen Schicksale, die dahinterstecken. Dieser Film ist ein wichtiger Appell.
| Originaltitel | Totem |
| Produktionsland/-jahr | Niederlande, Luxemburg, Deutschland 2022 |
| Laufzeit | 97 min |
| Genre | Famillienfilm |
| Regie | Sander Burger |
| Drehbuch | Bastiaan Tichler, Sander Burger |
| Kamera | Sal Kroonenberg |
| Kino | 6. Juni 2024 |
| Streaming (Home Entertainment) | 26. September 2024 |
| Verleih | farbfilm verleih |

