STING | Spinnen-Terror mit Familiendrama und Comedy

Teenagerin Charlotte findet in einer vermeintlich kleinen Spinne einen besten Freund, doch der Achtbeiner wächst und gedeiht rasend schnell, und mit ihm auch sein unerbitterlicher Hunger nach Frischfleisch. STING spielt mit uralten menschlichen Ängsten und baut neben Horror auch eine Prise Humor in die Story mit ein. Gelingt das Experiment aus Versatzstücken und erfrischendem Creature Feature?

.INHALT.

Nachdem in einer stürmischen Nacht ein mysteriöses Ei durch das Fenster eines heruntergekommenen New Yorker Wohnhauses kracht, entdeckt die 12-jährige, von Comicbüchern besessene Charlotte (Alyla Browne) eine merkwürdige kleine Spinne. Von ihrer Mutter und ihrem Stiefvater Ethan (Ryan Corr) fühlt sich der rebellische Teenager alleingelassen – und findet in dem Achtbeiner, den sie liebevoll Sting tauft, einen neuen Freund. Doch je mehr Charlottes Faszination für Sting wächst, desto größer wird auch das Krabbeltier. Und sein Durst nach frischem Blut wird unersättlich …

©️ STUDIOCANAL

.KRITIK.

Wenn es um Tierhorror und Creature Feature geht, gehören Spinnen jetzt nicht zu meiner ersten Wahl. Wir führen eine gegenseitig tolerierende Koexistenz. Sie ist da, ich bin da – alles schick. Doch mit STING könnte sich das Verhältnis ein wenig verändern. Kiah Roache-Turner Genrebeitrag bringt einen willkommenen Nervenkitzel mit bestückt den Arachno-Streifen mit einer angespannten Familiendynamik, die im Zentrum der Geschichte steht und somit einen interessanten Twist bereithält.

Wir haben schon viele achtbeinige Albträume auf der großen Leinwand gesehen – Arachnophobia oder Arac Attack kommen dabei positiv in den Sinn. Doch Sting hebt sich dadurch ab, dass er sich in Gänze auf Charlotte konzentriert, eine rebellische 12-Jährige, die sich von ihren Eltern im Stich gelassen fühlt und daraufhin Trost in einem ungewöhnlichen Haustier findet: einer Spinne.

Während sich die herzerwärmende Bindung zwischen Charlotte und „Sting“ – wie sie die Spinne getauft hat – entwickelt, wächst das Geschöpf, ähnlich wie ihre und die Ängste aller, in alarmierendem Tempo. Während Haustiere verschwinden und ein ungewöhnlicher Ton durch die Lüftungsschächte des Wohnhauses hallt, offenbart sich bald das wahre Grauen: eine Familie am Rande des Zusammenbruchs. Somit haben wir eigentlich zwei parallel verlaufende Erzählstränge. Persönliche Familiengeschichte und Terror durch eine Riesenspinne. Auch wenn der Weg von „Sting“ schon zu Beginn vorhersehbar erscheint und Zuschauer dies eher kritisch sehen dürften, so lässt dieser Umstand auch viel Platz für die emotionale Reise der Charaktere.

Und bei all dem Grusel und Familienleben schafft es Sting dann auch noch, diese angespannte Gesamtsituation mit einer Prise Humor zu würzen. Nicht so überzogen wie bei Arac Attack, aber so ausreichend, dass es Arachnophobikern ein bisschen Luft zum Durchatmen bietet.

.FAZIT.

Unterm Strich ist Sting ein guter Horrorfilm und ein ebenso guter Creature Feature mit einer überraschenden Menge an Komik. Obwohl der Handlungsverlauf schon zu Beginn vorhersehbar ist, liefert der Film effektive Schreckmomente und ein berührendes Familiendrama.



OriginaltitelSting
Produktionsland/-jahrAustralien, USA 2024
Laufzeit92 min
GenreHorror, Thriller
RegieKiah Roache-Turner
DrehbuchKiah Roache-Turner
KameraBrad Shield
Kino20. Juni 2024
Home Entertainment
VerleihSTUDIOCANAL

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