GOOD BOY | Der will (nicht) nur spielen!

Romance meets Horror – mit GOOD BOY liefert Drehbuchautor und Regisseur Viljar Bøe einen abgefahrenen Genrefilme und bringt die beiden gesellschaftlichen Phänomene „Pupplay“ – das menschliche Hundespiel – und Online-Dating auf eine höchst nervenaufreibende Weise zusammen.

.INHALT.

Bei einem Tinder-Date funkt es zwischen Sigrid (Katrine Lovise Øpstad Fredriksen) und dem attraktiven Christian (Gard Løkke) sofort. Schon am ersten Abend begleitet Sigrid Christian nachhause. Der wohnt in einer luxuriösen Villa zusammen mit seinem „Hund“ Frank (Nicolai Narvesen Lied) – nur dass Frank alles andere als ein gewöhnlicher Hund ist. Tatsächlich handelt es sich um einen erwachsenen Mann in einem Hundekostüm, der in Christians Haushalt wie ein echter Vierbeiner lebt. Sigrid ist zutiefst schockiert und verwirrt, doch als sie erfährt, dass Christian der alleinige Erbe eines Multimillionärs ist, wirft sie ihre Bedenken wieder über Bord. Während eines gemeinsamen Wochenendes in Christians abgelegenem Ferienhaus im Wald versucht Sigrid mehr über Franks merkwürdige Situation zu erfahren. Doch bereits am ersten Abend beginnen die Ereignisse eine beängstigende Wendung zu nehmen.

©️ 24 Bilder

.KRITIK.

Ein ganz normales Tinder-Date entpuppt sich wenig später als verstörendes Spiel mit einem etwas anderen „Haustier“: Die Geschichte dreht sich um Sigrid, eine junge Frau, die während eines Urlaubs ihren Traumprinzen Christian kennenlernt. Doch schon bald stellt sich heraus, dass Christian ein düsteres Geheimnis verbirgt: Er lebt mit einem Mann zusammen, der sich wie ein Hund verhält und als solcher auch behandelt wird. Doch wäre dies nicht schon verstörend genug, entpuppt sich das vermeintliche Haustier als unangenehmer Zeitgenosse.

Viljar Bøe, der als Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann hier gleich drei Posten bekleidet, beweist ein feines Gespür für Spannungsaufbau und inszeniert die beklemmende Atmosphäre des Films ziemlich gekonnt. Das Drehbuch bietet einige überraschende Wendungen und tiefgründige Einblicke in die Psyche der Charaktere, was die Zuschauer ständig im Unklaren darüber lässt, wem sie trauen können und was als nächstes passieren wird.

Die visuelle Gestaltung des Films trägt wesentlich zur dichten Atmosphäre bei. Die Kameraarbeit ist stilvoll und oft unkonventionell, was den surrealen und verstörenden Ton des Films verstärkt. Auch die sorgfältig ausgewählte Farbpalette und die geschickte Nutzung von Licht und Schatten tragen dazu bei, ein Gefühl der Beklemmung zu erzeugen.

GOOD BOY wirft Fragen über Macht, Kontrolle und Abhängigkeit auf. Die Beziehung zwischen Christian und seinem „Hund“ kann als extreme Metapher für missbräuchliche und manipulative Beziehungen interpretiert werden. Der Film fordert die Zuschauer heraus, ihre eigenen Vorstellungen von Normalität und Abweichung zu hinterfragen – im Kontext des gesellschaftlichen Phänomene „Pupplay“.

.FAZIT.

Good Boy ist ein bemerkenswerter Genrefilm, der durch seine originelle Prämisse, gute schauspielerische Leistungen und eine interessante Inszenierung besticht. Viljar Bøe gelingt es, eine verstörende und zugleich fesselnde Geschichte zu erzählen, die allerdings durchaus noch extreme und psychopathischer hätte ausfallen können. Das hätte dem Ganzen noch mehr einen gewissen absurden Kick gegeben. Daher dürfte ihn die einen als ziemlich langweilig, die anderen wiederum als willkommene Abwechslung mit einem gewissen Touch empfinden.



OriginaltitelGood Boy
Produktionsland/-jahrNorwegen 2022
Laufzeit76 min
GenreHorror, Thriller
RegieViljar Bøe
DrehbuchViljar Bøe
KameraViljar Bøe
Kino22. Februar 2024
Home Entertainment28. Juni 2024
Verleih24 Bilder
Trailer bereitgestellt von ErsterTFC

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