Auf der Flucht vor der Polizei finden ein Vater und sein Sohn Zuflucht in einem Ferienlager für Menschen mit Behinderungen, wo sie sich als Bewohner und Pädagoge ausgeben. Der Aufenthalt verändert ihre Sicht auf das Leben und ihre Beziehung. WAS IST SCHON NORMAL? ist in Frankreich mit fast 10 Millionen Zuschauern bereits die Blockbuster-Komödie des Jahres.
.INHALT.
.KRITIK.
WAS IST SCHON NORMAL? ist eine erfrischende und herzerwärmende französische Komödie, die auf charmante Weise die Themen Freundschaft, Vorurteile und das Überwinden von Barrieren behandelt. Unter der Regie und mit der Hauptrolle von Artus bietet der Film eine ungewöhnliche, aber äußerst gelungene Mischung aus Komödie und Roadmovie.
Die Geschichte beginnt mit einem chaotischen Raubüberfall, nach dem Paulo (gespielt von Artus) und sein Vater (Clovis Cornillac) auf der Flucht vor der Polizei in einen Reisebus steigen – ausgerechnet einen, der eine Gruppe junger Erwachsener mit Behinderung in ihren Urlaub in die Berge bringt. Was als Versteckmöglichkeit beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Abenteuer voller unvorhersehbarer Situationen. Die beiden geben sich als der fehlende Mitreisende Sylvain und dessen Betreuer aus, was nicht nur zu zahlreichen komischen Verwicklungen führt, sondern auch dazu, dass Paulo und sein Vater auf eine Weise mit den Reisenden in Kontakt kommen, die ihr Leben für immer verändern wird.
Artus und Clovis Cornillac harmonieren hervorragend als Vater-Sohn-Gespann, das sich unfreiwillig in eine absurde Situation verstrickt. Artus gelingt es, die Wandlung seines Charakters von einem egoistischen Kleinkriminellen zu einem empathischen und fürsorglichen Menschen glaubhaft und mit viel Humor darzustellen. Cornillac verkörpert den griesgrämigen Vater mit einer rauen Schale, die im Laufe des Films aufbricht und eine weiche, liebevolle Seite zeigt. Die wahren Stars in diesem Film sind allerdings die jungen Erwachsenen mit Behinderung. Sie werden respektvoll und authentisch dargestellt, was dem Film eine besondere Tiefe und Emotionalität verleiht. So erinnert mich der Film stark an Hasta la vista (2011) oder Die Goldfische (2019).
Artus beweist vor und hinter der Kamera ein feines Gespür für Timing und Situationskomik. Die Balance zwischen Humor und Ernsthaftigkeit gelingt ihm hervorragend, allerdings dürfte dem einen oder anderen der Fäkalhumor, die Fülle an Klischees und diverse sexuelle Anspielungen etwas überstrapazieren. Artus will wahrlich bewusst provozieren, aber hier wäre tatsächlich weniger mehr gewesen. Dennoch schafft es der Film nicht ins Klamaukige abzudriften und niemals sein Ziel aus den Augen zu verlieren: eine wunderbare Reise von unterschiedlichen Menschen, unterschiedlichen Herausforderungen, aber dem gemeinsamen Wachsen.
.FAZIT.
Was ist schon normal? ist weit mehr als eine einfache Komödie. Der Film zeigt auf humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Weise, wie Freundschaften entstehen können, die auf den ersten Blick unmöglich erscheinen. Er erinnert uns daran, dass echte Menschlichkeit und Verständnis oft in den unerwartetsten Situationen aufblühen können. Ein absolutes Feel-Good-Movie!
| Originaltitel | Un p’tit truc en plus |
| Produktionsland/-jahr | Frankreich 2024 |
| Laufzeit | 99 min |
| Genre | Komödie |
| Regie | Artus |
| Drehbuch | Artus, Clément Marchand, Milan Mauger |
| Kamera | Jean-Marie Dreujou |
| Kino | 5. September 2024 |
| Home Entertainment | 17. Januar 2025 |
| Verleih | SquareOne Entertainment/LEONINE Studios |

