Sergio Leones monumentales Werk SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD zählt zu seinen meistbewunderten Leistungen und gilt als die Symphonie des Wilden Westens. Leones Meisterwerk, eine Inspiration für zahllose Regisseure, gilt als einer der bedeutendsten Western, die jemals gedreht wurden.
.INHALT.
Der Eisenbahnunternehmer Morton plant, seine Eisenbahnlinie durch das Land des Farmers McBain (Frank Wolff) zu führen. Morton beauftragt den Killer Frank (Henry Fonda), McBain und seine Kinder umzubringen. Kurz darauf kommt McBains neue Ehefrau Jill (Claudia Cardinale) aus New Orleans an und findet die Leichen ihrer Familie. Entschlossen, die Vision ihres Mannes zu verwirklichen, beginnt sie, das Land zu bewirtschaften. Ein mysteriöser, namenloser Mundharmonikaspieler (Charles Bronson) hilft ihr dabei.
.KRITIK.
SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD aus dem Jahr 1968 ist ohne Frage einer der prägendsten Western der Filmgeschichte. Dieser Italo-Western hat nicht nur den Stil des Genres revolutioniert, sondern auch das filmische Erzählen selbst auf ein neues Niveau gehoben. Mit seiner epischen Länge, ikonischen Figuren und einem unvergesslichen Soundtrack von Ennio Morricone gehört der Film von Sergio Leone zu den größten Meisterwerken des Kinos.
Der Film erzählt die Geschichte von drei Hauptfiguren, deren Schicksale sich auf brutale und schicksalhafte Weise miteinander verknüpfen. Da ist der mysteriöse Fremde (Charles Bronson), der mit einer Mundharmonika auf der Suche nach Rache durch den Westen streift. Jill McBain (Claudia Cardinale), eine Witwe, erbt ein Stück Land, das plötzlich von skrupellosen Geschäftemachern begehrt wird. Und dann gibt es noch Frank (Henry Fonda), einen kaltblütigen Killer, der im Auftrag eines Eisenbahnunternehmers mordet und das Gesetz missachtet.
Was die Handlung besonders macht, ist ihre Vielschichtigkeit. Statt eines einfachen „Gut gegen Böse“-Schemas verwebt Leone verschiedene Erzählebenen miteinander und lässt Raum für moralische Grauzonen. Die Hauptfiguren sind komplex, mit verborgenen Motiven, die sich erst allmählich entfalten.
Sergio Leone führt in diesem Film die Stilmittel, die er mit der Dollar-Trilogie etabliert hat, zu ihrer Perfektion. Die berühmten Nahaufnahmen, die endlosen, schweigsamen Duelle, bei denen Spannung allein durch Blicke und Musik erzeugt wird, sowie der langsame, fast meditative Erzählrhythmus sind Markenzeichen von Spiel mir das Lied vom Tod. Jeder Schuss ist genau durchdacht und komponiert, was dem Film eine nahezu opernhafte Atmosphäre verleiht.
Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Eröffnungsszene, in der drei Gangster auf den Zug warten, in dem der mysteriöse Fremde ankommt. Ohne Dialog, aber mit einem meisterhaften Spiel aus Geräuschen, langen Einstellungen und einem stetigen Spannungsaufbau wird hier bereits die Grundstimmung des Films gesetzt.
Die Besetzung ist exzellent und voller Kontraste. Henry Fonda, der in den meisten seiner Filme den strahlenden Helden spielte, wird hier zum skrupellosen Bösewicht. Seine Kälte und Gleichgültigkeit gegenüber menschlichem Leben macht ihn zu einer der denkwürdigsten Schurkenfiguren der Filmgeschichte. Charles Bronson als der geheimnisvolle „Harmonica“ ist wortkarg, aber seine Präsenz ist intensiv und rätselhaft. Claudia Cardinale bringt eine starke weibliche Figur in eine ansonsten von Männern dominierte Welt und verleiht ihrer Rolle sowohl Verletzlichkeit als auch innere Stärke.
Ennio Morricones Soundtrack verdient eine besondere Erwähnung. Die Musik ist nicht nur ein Begleitelement, sondern ein eigenständiger Charakter des Films. Jedes Hauptthema ist eng mit einer Figur verknüpft, und die Klänge der Mundharmonika, die Harmonicas düstere Vergangenheit begleiten, sind ikonisch. Morricone schafft es, mit wenigen Tönen eine tiefe emotionale Wirkung zu erzielen und den Film musikalisch zu tragen.
.FAZIT.
Spiel mir das Lied vom Tod ist mehr als nur ein Western – es ist ein filmisches Kunstwerk, das sich durch seine epische Erzählweise, seine visuelle Brillanz und seine unvergessliche Musik von den meisten Genrefilmen abhebt. Sergio Leone hat mit diesem Film eine Geschichte von Rache, Gier und Schicksal geschaffen, die trotz ihrer Langsamkeit eine ungeheure Spannung aufbaut. Es ist ein zeitloser Klassiker, der auch nach über 50 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat. Jeder, der sich für Filmkunst interessiert, sollte diesen Meilenstein gesehen haben.
| Originaltitel | Engl.: Once Upon a Time in the West Ital.: C’era una volta il West |
| Produktionsland/-jahr | Italien, USA 1968 |
| Laufzeit | 166 min |
| Genre | Western, Drama |
| Regie | Sergio Leone |
| Drehbuch | Sergio Donati, Sergio Leone, Dario Argento |
| Kamera | Tonino Delli Colli |
| Kino | 14. August 1969 (Westdeutschland) |
| Home Entertainment | 12. September 2024 (Remastered) |
| Verleih | Paramount Home Entertainment |

