ITSY BITSY | Diese Spinne hätte sogar Indiana Jones zum Kreischen gebracht

In ITSY BITSY entfesselt ein uraltes, mysteriöses Relikt ein Wesen, das sich in eine riesige prähistorische Spinne wandelt und in irgendwo in der US-amerikanischen Einöde jagt auf eine Mutter und ihre Kinder macht.

.INHALT.

Die alleinerziehende Krankenschwester Kara (Elizabeth Roberts) zieht mit ihren Kindern Jesse (Arman Darbo) und Cambria (Chloe Perrin) von New York aufs ruhige Land, da sie dort ein verlockendes Jobangebot bekommen hat: Sie soll den schwer an Multiple Sklerose erkrankten Antiquitätenhändler Walter (Bruce Davison) betreuen. Allerdings beherbergt der alte Mann einige sehr obskure Stücke in seiner Sammlung. Darunter ist ein Gefäß eines mysteriösen uralten Stammes, der einst eine Spinnengöttin verehrte. Es kommt, wie es kommen muss: Das Gefäß geht zu Bruch und hinaus krabbelt eine ziemlich große Spinne …

©️ Busch Media Group

.KRITIK.

ITSY BITSY der Spinnen-Horror von Regisseur Micah Gallo, kitzelt die Nerven mit einem bewährten Rezept: überdimensionierte Spinnen und die Urangst der Menschheit vor allem, was mehr Beine hat als nötig. Doch fühlt sich der Film mehr nach Hollywoods Arachnophobia oder mehr wie ein B-Movie à la Big Ass Spider an?

Die Story ist simpel und erinnert an die typischen „Dinge, die man besser nicht nach Hause bringt“-Szenarien. Die alleinstehende Mutter Kara zieht mit ihren Kindern aufs Land und findet, sagen wir mal, ein außergewöhnliches Mitbringsel in Form einer antiken Spinnenstatue – und da geht’s dann auch schon los. Es dauert nicht lang, bis eine monströse, echt lebendige Spinne aus der Vergangenheit auftaucht und Jagd auf alles macht, was sich bewegt (außer, dass sie es dabei genießt, sich in Ecken zu verstecken und uns eine gehörige Portion Jump Scares zu bescheren).

Was Itsy Bitsy gut macht, ist die Kombination aus Oldschool-Charme und handgemachten Effekten. Im Zeitalter von CGI-Überfluss überrascht die echte Animatronik-Spinne mit einem gruseligen Realismus, der an Klassiker wie die Evil Dead-Filme erinnert. Es gibt Szenen, in denen die Kamera direkt auf die haarigen Beine, die glänzenden Augen und die zuckenden Fänge der Spinne fokussiert, was besonders für Arachnophobiker ein echter Horror sein dürfte. Arachnophobia aus den 90ern nutzte den Charme der „normalen“ Hausspinnen, um uns das Fürchten zu lehren. Itsy Bitsy dagegen verpasst dieser Grundangst eine kräftige Dosis „Monsterfaktor“ – diese Spinne ist so riesig, dass selbst mutigen Zuschauern der eine oder andere Schauer über den Rücken laufen dürfte.

Spinnenfilme haben immer auch einen besonderen psychologischen Reiz, weil sie uns auf der Ebene der Urängste ansprechen. Die Idee einer versteckten, giftigen Bedrohung, die sich durch dunkle Ritzen schiebt oder von der Decke lauert, ist zutiefst verankert. Es ist die Angst vor dem „kleinen“, scheinbar kontrollierbaren Ungeziefer, das sich plötzlich als Killer-Monster entpuppt. Ähnlich wie Arac Attack mit David Arquette versucht auch Itsy Bitsy, ein Gleichgewicht aus Horror und schwarzem Humor zu finden, erreicht aber mehr Gruselstimmung als Klamauk. Allerdings nimmt sich Itsy Bitsy am Ende des Tages leider dann doch viel zu ernst.

Die Story ist vorhersehbar und einige Charaktere bleiben etwas blass. Die Dialoge sind allenfalls oberflächlich, und es gibt Momente, die ein hanebüchener Unsinn sind. Es wirkt dann doch manchmal so, als hätte man verzweifelt versucht, die vorhandenen Storylücken mit Sachen zu füllen, die gerade so rumlagen. Doch das ist typisch für das Genre, und die wahre Hauptdarstellerin hier bleibt ohnehin die Spinne, deren kalte Berechnung und krabbelnder Grusel mehr als nur ein paar Herzklopfer erzeugt.

Und der Gruselfaktor? Er ist da – und das durchaus kräftig. Die Atmosphäre schwankt zwischen subtilen Spannungsmomenten und gruseligen „Oh mein Gott, jetzt ist sie gleich hinter dir!“-Szenen. Wer also beim Gedanken an große Spinnen einen Pulsanstieg verspürt, sollte sich lieber überlegen, ob man diesen Film alleine anschaut. Während andere Spinnenfilme oft als familienfreundlicher Trash daherkommen, gibt Itsy Bitsy seinem Titel eine gewisse Ironie – diese Spinne ist alles andere als das beliebte Kinderlied „itsy-bitsy spider“!

.FAZIT.

Itsy Bitsy ist ein erfrischender Oldschool-Horror, der auf praktische Effekte und den gruseligen „Was wäre wenn?“-Effekt setzt. Zwar kommt er nicht an die Kultklassiker der Spinnen-Horror-Welt ran, aber für einen unterhaltsamen Abend mit eiskalten Schauern ist er perfekt. Also: Licht aus, Popcorn bereit, und hoffen, dass das Kratzen an der Wand wirklich nur ein kleiner Luftzug ist…



OriginaltitelItsy Bitsy
Produktionsland/-jahrUSA 2019
Laufzeit94 min
GenreHorror, Thriller, Fantasy
RegieMicah Gallo
DrehbuchJason Alvino, Bryan Dick, Micah Gallo
KameraMarcos Durian
Kino
Home Entertainment14. November 2024
VerleihBusch Media Group

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