VENOM: THE LAST DANCE | Das Krokodil und sein Nilpferd

In VENOM: THE LAST DANCE kehrt Tom Hardy als Venom, einer der bedeutendsten und komplexesten Charaktere aus dem MARVEL-Universum, für das große Finale der Trilogie zurück.

.INHALT.

Der Reporter Eddie Brock (Tom Hardy) und Venom sind auf der Flucht vor dem Gesetz und einer geheimen Spezialeinheit des US-Militärs, angeführt von Strickland (Chiwetel Ejiofor). Doch die größte Gefahr kommt vom Symbionten-Schöpfer Knull (Andy Serkis), der blutrünstige Kreaturen entsendet, um sie ausfindig zu machen.

©️ Sony Pictures Home Entertainment/PLAION Pictures

.KRITIK.

Bud Venom und Terence Brock – Zwei wie Pech und Schwefel. Vier Fäuste für ein Halleluja. Das Krokodil und sein Nilpferd. Irgendwie ist dieses ungleiche Duo mir über die letzten Jahre ans Herz gewachsen. Im „Sony’s Spider-Man Universe“ ging in den letzten Jahren – mal abgesehen von Tom Hollands Auftritten in den Spider-Man-Filmen – nicht viel zusammen. Madame Webb war ein Totalausfall und Kraven The Hunter blieb komplett hinter den Erwartungen sowie gutem CGI. Dabei hat Sony viele spannende Charaktere zu bieten, die das Potential haben, auch fernab von Thanos, Infinity-Steine und Blip etwas Großartiges aufzubauen. Mit Venom gelang Sony das vergleichsweise gut, auch wenn Venom: Let There Be Carnage auf vielen Ebenen „kompliziert“ war. Vielleicht ein kleiner Schnellschuss, mit dem Regisseur Andy Serkis etwas überfordert schien. Doch bevor wir auf Teil 2 rumdenken, müssen wir uns jetzt vielmehr von dieser humorvollen und interessanten Figur Venom verabschieden – zumindest im Kontext von Eddie Brock.

VENOM: THE LAST DANCE – zu viel greife ich vorweg – ist kein Meisterwerk und hat vergleichbare Probleme wie Madame Webb oder Kraven The Hunter. Der Vorteil ist aber, dass wir bereits zwei Filme in dieser Konstellation hatten und diverse inhaltliche Probleme gekonnt ausblenden können. Die Beziehung zwischen Eddie und Venom bleibt das zentrale Element, was lediglich nur dadurch getoppt wird, dass es hier um 110-minütige Abschiedsszene handelt. Da kann man schon die eine oder andere Träne vergießen. Wenngleich das keine Ausmaße von Tony Stark aka Iron Man hat, so muss man sich dennoch mit der Tatsache anfreunden, dass es dieses ungleiche Duo wohl so nicht mehr geben wird.

So genießen wir ein letztes Mal die Dynamik zwischen Eddie und seinem symbiotischen Partner Venom, die erneut eine Mischung aus Humor und Konflikt bildet.

Die Handlung setzt mit Eddie und Venom auf der Flucht ein, während sie von verschiedenen Kräften gejagt werden. Die Einführung von Knull, dem Gott der Symbionten, gespielt von Andy Serkis, erweitert das Marvel-Universum um eine neue Bedrohung. Allerdings wirkt die Darstellung von Knull und seine Motivation etwas oberflächlich und hätte mehr Tiefe vertragen können. Schade, dass man hier eine so prägnante Figur aus den Marvel-Comics vergleichsweise blass inszeniert hat. Dies kann man ein bisschen mit Thor: Love and Thunder vergleichen. Christian Bales Gorr entsprach so gar nicht den Comics und auch so hat man einen guten Bösewicht für einen Film verheizt.

Regisseurin Kelly Marcel, die zuvor an den Drehbüchern von Venom und Venom: Let There Be Carnage mitgewirkt hat, gibt mit diesem Film ihr Regiedebüt. Ihre enge Zusammenarbeit mit Hardy die letzten Jahre spiegelt sich in der Charakterentwicklung wider. Dennoch wirkt die Handlung stellenweise überladen und verliert sich in zu vielen Nebensträngen, was den Erzählfluss hemmt. Man markt dem Film an, dass Marcel sich viel vorgenommen hat für ihr Debüt. Schließlich verdankt sie dieser Filmreihe viel. Doch da hat sie sich ähnlich wie Andy Serkis bei Teil 2, vielleicht etwas zu sehr übernommen. Der Film ist zu voll, Knull zu schwach und auch so fehlt dem Film die Balance. Darüber kann man aber wirklich streiten. Für mich als begeisterter Marvel-Fan und Comic-Liebhaber, fällt sowas einfach bei mir ins Gewicht. Auch wenn der Film nicht schlecht ist und schon gar nicht so schlecht, wie er von manchen Kritikern bezeichnet wird. Es ist ein Fan-Film und keiner für große Ansprüche und Erwartungen. Dies darf man nie vergessen.

.FAZIT.

Venom: The Last Dance ist ein solider Abschluss der Trilogie, der mit der gewohnten Eddie-Venom-Chemie und packender Action punkten kann. Dennoch hätte Marcel mehr auf eine fokussiertere Handlung und ein dezenterer Einsatz von CGI setzen sollen. Für eingefleischte Marvel-Fans bietet er jedoch genügend Highlights, um einen Blick wert zu sein.



OriginaltitelVenom: The Last Dance
Produktionsland/-jahrUSA 2024
Laufzeit110 min
GenreAction, Science-Fiction, Thriller
RegieKelly Marcel
DrehbuchKelly Marcel, Tom Hardy, Todd McFarlane
KameraFabian Wagner
Kino/Streaming24. Oktober 2024
Home Entertainment6. Februar 2025
VerleihSony Pictures Home Entertainment/PLAION Pictures

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