A REAL PAIN | Ein Schritt zurück und zwei nach innen

Mit A REAL PAIN erzählt Jesse Eisenberg eine überraschend zarte, oft urkomische und gleichzeitig tieftraurige Geschichte über Familie, Verlust und das schwere Erbe der Vergangenheit. Zwei ungleiche Cousins reisen auf den Spuren ihrer Großmutter durch Polen – und geraten dabei nicht nur an historische Orte, sondern auch an ihre eigenen emotionalen Grenzen.

.INHALT.

David (Jesse Eisenberg) und Benji (Kieran Culkin) Kaplan haben vor kurzem ihre Großmutter verloren. Die Polin war vor den Schrecken des Zweiten Weltkriegs in die USA geflohen. Um ihr die letzte Ehre zu erweisen, fliegen die beiden Cousins nach Polen, um an einer geführten Tour teilzunehmen, die sie zu den wichtigsten jüdischen Gedenkstätten führen soll. Die Reise gibt ihnen nicht nur die Möglichkeit, ihre Trauer zu verarbeiten, sondern auch mehr über sich selbst zu erfahren.

©️ LEONINE Studios

.KRITIK.

Jesse Eisenbergs A REAL PAIN ist ein Film, der mich gleichermaßen zum Lachen und Nachdenken gebracht hat. Die Geschichte zweier jüdisch-amerikanischer Cousins, David (gespielt von Eisenberg selbst) und Benji (verkörpert von einem herausragenden Kieran Culkin), die sich auf eine Reise durch Polen begeben, um das Erbe ihrer Großmutter – einer Holocaust-Überlebenden – zu erkunden, ist sowohl tiefgründig als auch humorvoll.

Was den Film besonders macht, ist seine Fähigkeit, schwere Themen mit Leichtigkeit zu behandeln, ohne dabei respektlos zu wirken. Die Dialoge sind scharf und pointiert, die Charaktere authentisch und vielschichtig. Culkins Darstellung des Benji, eines charismatischen, aber innerlich zerrissenen Mannes, ist besonders hervorzuheben und hat ihm zurecht – neben viel Lob – den Oscars 2025 als „Bester Nebendarsteller“ eingebracht.

Eisenberg gelingt es, die Balance zwischen Komödie und Tragödie zu halten, indem er die persönlichen Traumata der Figuren mit der kollektiven Erinnerung an den Holocaust verwebt. Dabei verzichtet der Film auf belehrende Töne und lässt Raum für eigene Reflexionen.

Die Entscheidung, Polen nicht nur als Kulisse, sondern als aktiven Teil der Geschichte zu nutzen, verleiht dem Film zusätzliche Tiefe. Die Schauplätze sind nicht nur Hintergrund, sondern tragen zur Atmosphäre und zum Verständnis der Charaktere bei.

Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass die Perspektiven der heutigen polnischen Bevölkerung und jüdischen Gemeinschaft stärker eingebunden worden wären. Dies hätte dem Film eine noch größere Vielschichtigkeit verliehen.

.FAZIT.

Insgesamt ist A Real Pain ein bewegender Film, der zeigt, wie Humor und Schmerz nebeneinander existieren können. Er erinnert uns daran, dass das Erbe der Vergangenheit in unseren heutigen Beziehungen und Identitäten weiterlebt.



OriginaltitelA Real Pain
Produktionsland/-jahrUSA, Polen 2024
Laufzeit90 min
GenreDrama, Komödie
RegieJesse Eisenberg
DrehbuchJesse Eisenberg
KameraMichal Dymek
Kino16. Januar 2025
Home Entertainment18. April 2025
VerleihLEONINE Studios

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