TAKE COVER | Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

Actionheld Scott Adkins ist Scharfschütze Sam Lorde, der seinem brutalen Handwerk den Rücken kehren will. Doch dieses Vorhaben gerät in TAKE COVER – ausgerechnet bei seinem letzten Auftrag – außer Kontrolle. Eingesperrt in einem gläsernen Penthouse und umzingelt von Feinden, bleibt ihm nur sein Instinkt – und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

.INHALT.

Der professionelle Scharfschütze Sam Lorde (Scott Adkins) will sich als Auftragskiller zurückzuziehen. Doch sein letzter Auftrag macht ihn selbst zum Ziel, als er in einer verglasten Hotelsuite gefangen gehalten wird. Mit seinen militärischen Fähigkeiten und einem unerschütterlichen Überlebenswillen kämpft Sam gegen die Angreifer. In einem Wettlauf gegen die Zeit, ohne jegliche Deckung und mit der Verantwortung für das Leben anderer auf seinen Schultern, wird er gezwungen alles zu riskieren, um die Situation zu retten.

©️ SquareOne Entertainment

.KRITIK.

Es gibt Filme, die reißen einen mit, weil sie groß sind – Explosionen, Weltenrettung, Pathos im Blockbuster-Format. Und dann gibt es Filme wie TAKE COVER, die genau das Gegenteil tun – sie sperren dich in ein gläsernes Penthouse, lassen draußen die Kugeln fliegen und drinnen die Nerven blank liegen. Und das funktioniert überraschend gut.

Scott Adkins spielt Sam Lorde, einen Sniper, der eigentlich raus aus dem Game will. Natürlich klappt das nicht – es wäre ja auch kein Film, wenn sich einer einfach zur Ruhe setzt (Grüße an John Wick gehen raus). Stattdessen wacht er nach einem Attentat in einer durchsichtigen Falle auf: Glaswände, kein Ausgang, und draußen warten bewaffnete Männer, die ihm definitiv nicht zum Brunch einladen wollen.

Was den Film trägt, ist weniger die Handlung (die ist bekanntes Terrain für Action-Fans) als vielmehr die Art, wie er sich entfaltet: auf engem Raum, mit kontrollierter Wut und dieser angenehm altmodischen „Ein Mann gegen alle“-Stimmung. Adkins ist in solchen Rollen zuhause – und man merkt, dass er sich nicht mehr beweisen muss. Er ist kein emotionsloser Roboter, sondern ein angeschlagener Profi, der trotz allem noch einen Funken Moral übrig hat. Und gerade das gibt dem Film mehr Tiefe, als man auf den ersten Blick vermuten würde.

Dass er nicht nur ballert, sondern mit der jungen Mona, die ebenfalls in dem Hotel festsitzt, so etwas wie echte Verbundenheit aufbaut, tut dem Tempo keinen Abbruch – im Gegenteil: Es gibt dem Überlebenskampf Gewicht. Auch das Zusammenspiel mit Jack Parr als leicht nervöser, aber loyaler Begleiter bringt Dynamik rein, ohne in Buddy-Movie-Klischees abzurutschen.

Klar, ein paar Dinge hinterfragt man: Warum ein Scharfschütze plötzlich in Sachen Deckung so unvorsichtig wird oder warum manche Dialoge wie aus einem schlechten Glückskeks daherkommen. Aber der Film macht das mit Stil und Atmosphäre wieder wett – und stellt sich da deutlich besser an als zuletzt Jason Statham in A Working Man. Dieses Szenario, in dem der Raum selbst zum Feind wird, funktioniert einfach. Jeder Sonnenstrahl durch die Glaswand wird zur Bedrohung, jeder falsche Schritt zum Risiko.

.FAZIT.

Was bleibt, ist ein klares Fazit: Take Cover ist kein großes Action-Kino – und will das auch gar nicht sein. Es ist ein kleiner, intensiver Thriller, der weiß, wie man Spannung auf engem Raum erzeugt. Er liefert genau das, was man von einem Scott-Adkins-Film erwartet – mit ein paar angenehm rauen Ecken und etwas mehr Charaktertiefe als der Durchschnitt. Kein Film für die Popcorn-Masse – aber ein echter Volltreffer für alle, die mal wieder Lust auf ehrliches, schwitziges, konzentriertes Überlebenskino haben.



OriginaltitelTake Cover
Produktionsland/-jahrGroßbritannien 2024
Laufzeit90 min
GenreAction, Thriller
RegieNick McKinless
DrehbuchJoshua Todd James
KameraRick Joaquim
Kino
Home Entertainment24. April 2025
VerleihSquareOne Entertainment

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