BRING HER BACK | Das unheilvolle Spiel mit alten Geistern

In BRING HER BACK stößt ein Geschwisterpaar im abgelegenen Zuhause seiner neuen Pflegemutter auf ein verstörendes Ritual – und gerät in einen albtraumhaften Strudel aus Besessenheit und Angst. Von den gefeierten Regisseur*innen Danny und Michael Philippou von „Talk to Me“ mit der Oscar®-nominierten Sally Hawkins.

.INHALT.

Das Leben von Andy (Billy Barratt) und seiner Halbschwester Piper (Sora Wong) ist nicht unbedingt von Beständigkeit geprägt. Denn nachdem ihr Vater stirbt, stehen die beiden alleine da. Für Sicherheit soll erst mal eine Pflegemutter sorgen. Also werde die beiden bei Laura (Sally Hawkins) untergebracht. Dort, in ihrem Landhaus, sollen die beiden wieder zur Ruhe kommen. Ollie (Jonah Wren Phillips) lebt schon länger bei Laura und beäugt die beiden Neuankömmlinge aus kühler Distanz – also im wahrsten Wortsinne, denn Ollie sagt kein Wort und starrt Andy und Piper nur an. Und schnell wird klar, dass auch Laura ihr Päckchen zu tragen hat, da ihre eigene Tochter vor einem Jahr gestorben ist. Was die Kinder natürlich erst mal noch nicht wissen: Laura will ein finsteres Ritual vollziehen, um ihre Tochter aus dem Reich der Toten wieder zurück in die Welt der Lebenden zu holen – und dafür scheint ihr jedes Mittel recht…

©️ Sony Pictures Entertainment Germany

.KRITIK.

Von der rauen Energie der RackaRacka-YouTube-Videos zu international gefeiertem Genre-Kino: Mit Talk to Me setzten Danny und Michael Philippou einen Maßstab – wer hätte gedacht, dass ein makabres Party-Stunt-Experiment mit einer konservierten Hand das Verlangen nach dem Jenseits so hartnäckig wiederbeleben könnte? BRING HER BACK tritt in diese klaustrophobische Welt mit karger Pracht ein: Der Horror ist weniger Show, dafür umso tragischer. Die Brüder, mittlerweile erwachsener, erzählen lautlos, aber gewaltig von Trauer, Verlust und kindlicher Verwundbarkeit.

Bring Her Back ist kein Horrorfilm, der sich in Schockeffekten erschöpft – er frisst sich langsam in deinen Kopf, bis er dort unerträgliche Schmerzen verursacht. Die Philippou-Brüder verdichten Trauer, Schuld und übersinnlichen Schrecken zu einem beklemmenden Drama, das den Zuschauer nicht nur das Fürchten lehrt, sondern auch die ungemütlichen Abgründe menschlicher Sehnsucht offenlegt.

Das Zusammenspiel der Darsteller trägt entscheidend dazu bei: Sally Hawkins verwandelt Laura von einer warmherzig wirkenden Pflegemutter in eine Figur, deren Fürsorge unmerklich ins Bedrohliche kippt. Ihre Mimik und ihr Tonfall changieren so fein, dass kaum zu sagen ist, wann die Zuwendung zur Obsession wird. Billy Barratt als Andy und Sora Wong als Piper verkörpern zwei Kinder, die zwischen Misstrauen und Hoffnung schwanken – verletzlich, aber zäh. Jonah Wren Phillips’ Ollie dagegen ist ein schweigender Schatten, dessen bloße Präsenz ganze Szenen zu gefrieren bringt.

Optisch ist der Film ein Fest für Freunde unheilvoller Bilder: flackerndes Licht, körnige Texturen und der subtile Einsatz analoger Optik verleihen der Geschichte einen zeitlosen, verstörenden Look. Der Horror schleicht sich leise an, um dann mit voller Wucht zuzuschlagen – nicht mit übertriebenem Getöse, sondern mit Momenten, die einem schlaflose Nächte bereiten können.

.FAZIT.

Bring Her Back ist ein tiefschwarzes Märchen über Verlust und die gefährliche Illusion, den Tod auszutricksen. Wer ihn sieht, wird weniger an blutige Schreckbilder denken als an das unbehagliche Gefühl, Zeuge einer Tragödie geworden zu sein, die vielleicht nie hätte enden können.



OriginaltitelBring Her Back
Produktionsland/-jahrAustralien 2025
Laufzeit104 min
GenreHorror, Mystery
RegieDanny Philippou, Michael Philippou
DrehbuchDanny Philippou, Bill Hinzman
KameraAaron McLisky
Kino14. August 2025
Home Entertainment
VerleihSony Pictures Entertainment Germany

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