Rom – die Ewige Stadt, Schauplatz unzähliger Filmklassiker. Doch so hat man sie noch nie gesehen: Mit KUNG FU IN ROME verlegt Gabriele Mainetti den Kampfkunst-Mythos mitten in die italienische Hauptstadt und verbindet atemberaubende Martial-Arts-Action mit romantischem Dolce-Vita-Flair.
.INHALT.
Yun (Haijin Ye) ist weg! Die Suche nach ihrer Schwester führt die Chinesin Mei (Yaxi Liu) nach Italien in die Ewige Stadt, ins Casino “Città Proibita“. Das unehrenhafte Etablissement ist in der Hand chinesischer Gangster, die sich bei der Vermisstensuche wenig kooperativ zeigen. Schwerer Fehler, denn Mei wurde ihr Leben lang nach allen Regeln der Kunst in Kung Fu ausgebildet. Rücksichtslos fräst sie sich alsbald durch Roms Unterwelt – und trifft auf den bei einem Mobster verschuldeten, herzensguten Pastakoch Marcello (Enrico Borello). Auch seine Familie scheint in Yuns Verschwinden verstrickt zu sein.
.KRITIK.
Mit KUNG FU IN ROME wagt Regisseur Gabriele Mainetti einen ungewöhnlichen Spagat: Er bringt fernöstliche Kampfkunst mitten ins Herz der Ewigen Stadt und verbindet klassische Martial-Arts-Action mit romantischem Flair und einem Schuss Krimispannung. Das Ergebnis ist ein Film, der nicht immer perfekt ausbalanciert ist, aber mit seiner Energie und seinem Charme ein außergewöhnliches Kinoerlebnis schafft.
Besonders stark ist der Film in seinen Actionmomenten. Schon die Eröffnungsszene, in der die Protagonistin Mei (Yaxi Liu) in einem Bordell mit Kreativität und kompromissloser Wucht kämpft, zeigt die Handschrift eines Regisseurs, der Martial Arts mit cineastischem Auge inszenieren kann. Alltägliche Gegenstände – von Küchengeräten bis hin zu CDs oder einem gefrorenen Fisch – werden zu Waffen. Diese Choreografien sind nicht nur handwerklich auf Hollywood-Niveau, sondern auch verspielt und überraschend.
Doch Kung Fu in Rome lebt nicht nur von den Fights. Zwischen Mei und dem jungen Römer Marcello (Enrico Borello) entwickelt sich eine zarte Beziehung, die trotz Sprachbarrieren von spürbarer Chemie getragen wird. Kleine Szenen wie eine Vespa-Fahrt durch die nächtlichen Straßen Roms verleihen dem Film Leichtigkeit und einen romantischen Unterton, der ihn von reinen Actionfilmen abhebt. Dazu kommt die visuelle Gestaltung: Rom wird fast wie ein zusätzlicher Charakter inszeniert – eine Stadt, die in poetischen Bildern erstrahlt, mal geheimnisvoll, mal warm und verführerisch.
Doch dieses Intermezzo verträgt keine Spielzeit von fast 140 Minuten. Damit ist Kung Fu in Rome für meinen Geschmack zu langatmig und dadurch auch zwischen den actionreichen Höhepunkten zu langweilig. Auch die Mischung aus Mafia-Plot, Familiendrama und Culture-Clash wirkt nicht immer organisch; manche Nebenhandlungen werden angerissen, aber nicht tief genug erzählt. Gerade im Mittelteil droht die Story manchmal auseinanderzufallen, bevor sie sich gegen Ende – zum Glück – wieder fängt.



.FAZIT.
Trotz seiner sehr herausfordernden Länge von fast 140 Minuten, gelingt es Mainetti, mit Kung Fu in Rome einen Film zu erschaffen, der mutig Genregrenzen sprengt und dabei Herz, Humor und Härte miteinander kurzweilig kombiniert. Wer sich auf die Mischung aus Kampfkunst und Dolce Vita einlässt, wird mit einem visuell starken, unkonventionellen und sehr unterhaltsamen Kinoabend belohnt.
| Originaltitel | La città proibita |
| Produktionsland/-jahr | Italien 2025 |
| Laufzeit | 138 min |
| Genre | Action, Kampfsport |
| Regie | Gabriele Mainetti |
| Drehbuch | Stefano Bises, Gabriele Mainetti, Davide Serino |
| Kamera | Paolo Carnera |
| Kino | 11. September 2025 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | DCM |

