Dwayne Johnson spielt Mark Kerr, eine Legende der Mixed Martial Arts – unnachgiebig im Ring, rastlos und zerrissen im Leben. Dabei offenbart Johnson in THE SMASHING MACHINE eine völlig neue Seite: Facettenreich, verletzlich und mit unglaublicher Präsenz spielt er einen Mann, der an seinem rauschhaften Leben zwischen Höhenflug, Erfolgsdruck und dem Kampf gegen die eigenen Dämonen fast zerbricht.
.INHALT.
Als Ringer kann Mark Kerr (Dwayne Johnson) eine Reihe von Erfolgen feiern. Doch die Olympischen Spiele 1996 im US-amerikanischen Atlanta werden schließlich zum Karrierekiller von Kerr – jedenfalls in Sachen Ringen. Denn er verpasst den Sprung in die Olympiamannschaft der USA. Also schaut er sich nach Alternativen um und wird schließlich im Bereich der Mixed-Martial-Arts fündig. Dort muss sich Kerr erst mal wieder einen Namen machen, doch mit Disziplin und Entschlossenheit kann er nicht nur die ersten Kämpfe gewinnen, sondern sich auch überraschend schnell zum sportlichen Überflieger aufschwingen. Schon bald dominiert Kerr die Wettkampfszene und wird damit zu einem großen Problem für die Veranstalter. Denn Kerr knockt seine Gegner derart schnell aus, dass einfach nicht genug Zeit bleibt, um lukrative Werbepausen einzuschieben. Um dem Einhalt zu gebieten, werden explizit einige von Kerr besten Techniken verboten – unter anderem der Kopfstoß. Das ist vielleicht auch besser so, denn der Sport setzt Kerrs Körper immens zu. Ohne Schmerzmittel kommt er nicht mehr durch den Tag. Und mit dieser Sucht setzt er wiederum seine Ehe mit Dawn (Emily Blunt) aufs Spiel.
.KRITIK.
THE SMASHING MACHINE ist ein Biopic über den MMA-Pionier Mark Kerr – gefilmt von Benny Safdie, gespielt von Dwayne Johnson – das bewusst Abstand von den üblichen Sportfilmklischees nimmt. Statt Triumphszenen gibt es innere Kämpfe; statt heroischer Monologe eher Momente, in denen ein Blick mehr sagt als tausend Worte.
Johnson zeigt hier eine seiner bis dato verletzlichsten Leistungen: Der Druck, die Leistung, die körperlichen Schmerzen und die Sucht – all das wirkt real und menschlich. Er ist nicht der übermächtige Held, sondern ein Mann, der sieht, wie viel Rüstung man tragen kann, bevor sie einen zerdrückt.
Die Kämpfe sind hart und roh inszeniert – Safdie vermeidet glamouröse Kameraeinstellungen, stattdessen dominieren Schweiß, Geräusche und rohe Physis. Die Szenen außerhalb des Rings – besonders die Beziehung zu Dawn (Emily Blunt) – sind nicht weniger intensiv, aber auffallend weniger spektakulär. Sie zeigen, wie Schulter an Schulter mit Schmerz ebenfalls Fürsorge, Schuld und Zerbrechlichkeit mitspielen.
Zu den Schwächen gehört, dass das Drehbuch an manchen Stellen trotz seiner Sensibilität nicht weit genug in die Tiefe geht. Einige Konflikte und Nebenfiguren bleiben blass; manche dramaturgische Wendungen, speziell gegen Ende, fühlen sich vertraut und vorhersehbar an. Auch die Länge – mit 123 Minuten – hinterlässt in Teilen ein Gefühl, dass das Tempo schwankt.



.FAZIT.
The Smashing Machine ist nicht nur ein weiterer Kampfsportfilm. Er ist ein Film über das, was Menschen leisten (müssen), wenn Körper, Psyche und Ideale aneinanderreiben. Wer bereit ist, ein Stück Außenwahrnehmung aufzugeben und mit Johnson in den tiefsten Abgrund zu schauen, bekommt ein beeindruckendes, nicht perfekt, aber wichtiges Werk zu sehen. Ob das am Ende des Tages vielleicht sogar für eine Oscar-Nominierung reicht, bleibt abzuwarten.
| Originaltitel | The Smashing Machine |
| Produktionsland/-jahr | USA, Japan, Kanada 2025 |
| Laufzeit | 123 min |
| Genre | Action, Drama, Biografie |
| Regie | Benny Safdie |
| Drehbuch | Benny Safdie |
| Kamera | Maceo Bishop |
| Kino | 2. Oktober 2025 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih | LEONINE Studios |

