Eine Hochzeit im Ausnahmezustand – Simon Wests BRIDE HARD macht aus einem eigentlich perfekten Tag ein ebenso chaotisches wie schräges Action-Spektakel.
.INHALT.
Die goldene Regel lautet: Vermische niemals Berufliches mit Privatem. Kein Problem für die knallharte Undercover-CIA-Agentin Sam (Rebel Wilson)! Doch dann wird sie mit einer der schwierigsten Missionen überhaupt beauftragt: Sie soll die Trauzeugin ihrer besten Kindheitsfreundin Betsy (Anna Camp) sein. Weit außerhalb ihrer Komfortzone gerissen, kann Sam ihre Fassade als zuverlässige Freundin kaum aufrechterhalten, nicht einmal am Tag der extravaganten Hochzeit. Und was könnte schlimmer sein als drei Brautjungfern, die jeden ihrer Schritte verurteilen? Aber als eine Gruppe von Söldnern plötzlich die superreichen Hochzeitsgäste als Geiseln nimmt, liegt das Schicksal in Sams Händen: Sie muss tun, was keine der Brautjungfern je könnte – den Kampf gegen jeden aufnehmen, der den wichtigsten Tag im Leben ihrer besten Freundin ruinieren will.
.KRITIK.
BRIDE HARD versucht das unmögliche – eine schräge Fusion aus Action-Thriller und Wedding-Komödie: Sam, eine verdeckte Agentin, die als Trauzeugin zur Hochzeit ihrer besten Freundin eingeladen wird, nur damit sich die Feier in ein bewaffnetes Chaos verwandelt. Die Prämisse klingt verlockend und birgt echtes Potenzial für alberne Action und charmante Komik.
In der Rolle der toughen, aber herzlichen Sam zeigt Rebel Wilson durchaus Einsatz: Sie liefert eine stimmige wie auch körperlich starke Performance ab; ihre Figur hat Charisma und es ist unterhaltsam zu sehen, wie sie gleichzeitig Brautjungfer und Geheimagentin sein muss. Der Spagat ist auch wohl das Humorvollste am Film. Hier wirbeln nicht nur Messer durch die Luft – auch Lockenstäbe kommen hier im Einsatz gegen die Bösen zum Einsatz.
Doch so lustig alles ist, so wirkt der Film an manchen Ecken zu uninspiriert. Auch die Balance zwischen Comedy und Action scheint nicht immer Hand in Hand zu gehen: Einige Gags wirken etwas altmodisch, Slapstick und Wortwitz mischen sich, aber selten trifft das Drehbuch dabei den richtigen Ton. Für mich ist tatsächlich auch das Drehbuch der größte Knackpunkt. Hier hätte man tiefer und weiter denken müssen, um aus dieser Wilson’schen Persönlichkeit und Aura eine runde Sache zu machen. Weil Rebel Wilson ist eine unglaubliche charismatische Präsenz, die schauspielerisch gehobenes B-Movie-Niveau hat, aber damit Herzen zum Schmelzen bringen kann.
Immerhin: West realisiert sein Konzept mit vollem Einsatz. Die Hochzeit auf einer Privatinsel, das Geiseldrama, die teils absurden Kampfsequenzen – es ist offensichtlich, dass er das Hochzeits-Action-Genre mit einer gehörigen Portion Selbstironie angehen wollte. Und ich glaube, darin liegen auch die Schauwerte verborgen.
Bride Hard ist kein perfekter Film, aber es ist diese Art von Film die man schaut, um mal den Kopf freizubekommen. Trotz der von mir angestimmten Kritik: Bride Hard hat seine Momente. Ich konnte wirklich lachen bei absurden Actionszenen. Ich mochte die Freundschaft zwischen Sam und der Braut Betsy – und es waren genau diese Schwankungen zwischen Witz und Schießen, die den Film zu etwas machen, das man nicht komplett ablehnen kann.



.FAZIT.
Bride Hard nimmt eine wilde Idee und macht daraus eine frische, verspielte Mischung aus Action und Comedy. Ich war gespannt, wie gut sich Hochzeitschaos, Agentenstory und Rebel Wilsons Humor verbinden – und tatsächlich hat der Film immer wieder Momente kreiert, in denen genau diese ungewöhnliche Kombination richtig gut aufgeht. Keine Innovation oder gar Genre-Highlight, aber eine ungezwungene Unterhaltung für Zwischendurch.
| Originaltitel | Bride Hard |
| Produktionsland/-jahr | USA, Zypern 2025 |
| Laufzeit | 105 min |
| Genre | Komödie, Action |
| Regie | Simon West |
| Drehbuch | Shaina Steinberg, Cece Pleasants |
| Kamera | Alan Caudillo |
| Kino | 28. August 2025 |
| Home Entertainment | 21. November 2025 |
| Verleih | LEONINE Studios |

