DER BABADOOK | Ein emotionaler Albtraum

DER BABADOOK ist keiner dieser Filme, die dich mit billigen Jumpscares erschrecken wollen. Er macht etwas viel Schlimmeres: Er setzt sich langsam in deinem Kopf fest. Mit jeder Szene wird die Stimmung bedrückender, düsterer und verstörender. Bis man irgendwann selbst nicht mehr weiß, was real ist.

.INHALT.

Nach dem tragischen Tod ihres Mannes führt die junge Krankenschwester Amelia (Essie Davis) ein zurückgezogenes Leben mit ihrem Sohn Samuel (Noah Wiseman). Eines Abends liest sie ihm ein Kinderbuch mit dem Titel „Mister Babadook“ vor und Samuel glaubt darin das Monster aus seinen Träumen zu erkennen. Anfangs denkt Amelia, die Furcht des Jungen sei unbegründet. Doch die Gutenachtgeschichte entfaltet bald ihren verstörenden Sog und Amelia wird selbst zunehmend mit unheimlichen Phänomenen konfrontiert. Mit dem „Babadook“ sickert eine unheilvolle Bedrohung schleichend in das Leben der beiden. Denn wenn er erst einmal da ist, lässt er sich nicht mehr vertreiben. So steht es geschrieben.

©️ capelight pictures

.KRITIK.

„Wenn es nicht im Schrank steckt… sitzt es vielleicht längst in deinem Kopf.“

Ich dachte, DER BABADOOK wäre einfach nur ein weiterer Horrorfilm über ein Monster im Dunkeln. Aber je länger der Film läuft, desto klarer wird: Das wahre Grauen sitzt nicht unter dem Bett. Es steckt in Trauer, Isolation und den Dingen, die man viel zu lange verdrängt. Und genau deshalb fühlt sich dieser Film so unfassbar unangenehm echt an.

Der Babadook ist kein Horrorfilm, der dich mit billigen Jumpscares erschrecken will. Er kriecht langsam unter die Haut. Leise. Unangenehm. Fast schon hypnotisch. Was mich an dem Film so gepackt hat: Der Horror fühlt sich nie wie „nur Horror“ an. Jede dunkle Ecke, jedes Geräusch, jede Schattenfigur wirkt wie ein Spiegel von Trauer, Erschöpfung und verdrängten Emotionen. Der Babadook selbst ist dabei weniger Monster als Gefühl – etwas, das immer da ist, auch wenn man versucht, es zu ignorieren.

Vor allem die Atmosphäre ist unfassbar stark. Dieses kalte Haus, die düsteren Farben, die ständige Anspannung zwischen Mutter und Sohn… man fühlt sich beim Zuschauen irgendwann selbst gefangen. Und genau das macht den Film so effektiv. Essie Davis spielt die Rolle der Amelia absolut intensiv – zwischen Überforderung, Wahnsinn und Trauer. Man weiß irgendwann selbst nicht mehr, was real ist und was nicht. Und genau dort entfaltet Der Babadook seine größte Stärke.

Kein klassischer „Monsterfilm“. Eher ein psychologischer Albtraum über Verlust, Depression und die Dinge, die wir tief in uns einschließen wollen. Und vielleicht ist genau DAS das Beängstigendste daran.

.FAZIT.

Der Babadook ist weit mehr als nur ein klassischer Horrorfilm. Er verbindet psychologischen Terror mit echten, greifbaren Emotionen und schafft damit eine Atmosphäre, die noch lange nach dem Abspann nachwirkt. Düster, intensiv und emotional belastend – aber genau deshalb so unglaublich stark. Für mich einer der besten psychologischen Horrorfilme der letzten Jahre.



OriginaltitelThe Babadook
Produktionsland/-jahrAustralien, Kanada 2014
Laufzeit94 min
GenreHorror, Drama
RegieJennifer Kent
DrehbuchJennifer Kent
KameraRadek Ladczuk
Kino7. Mai 2014
Home Entertainment18. September 2015
Verleihcapelight pictures

Kommentar verfassen