MARTY SUPREME | Ein junger Mann, der mehr will, als sein Leben hergibt

Angelehnt an die Biografie des legendären Tischtennisspielers und Lebemanns Marty Reisman erzählt Josh Safdie in seinem ersten Solo‑Spielfilm MARTY SUPREME von einem jungen Mann, der sich mit purem Ehrgeiz durch eine Welt kämpft, die größer ist als er selbst. Safdie setzt dabei auf ein energiegeladenes Ensemble und eine Atmosphäre, die den 50er‑Jahren nicht nostalgisch nachhängt, sondern sie lebendig wirken lässt.

.INHALT.

In den Hinterhöfen Manhattans träumt der junge Schuhverkäufer Marty (Timothée Chalamet) von einer Zukunft, die ein paar Nummern größer ist als der kleine Schuhladen seines Onkels. Angetrieben von der Idee, Weltmeister im Tischtennis werden zu können, taucht er jede Nacht ab in die verrauchten Wettkampfhallen der Stadt, wo er sich mit viel Talent, der nötigen Chuzpe und dank der Hilfe seines besten Freundes (Tyler Okonma) ein paar Dollar dazu verdient. Zu wenig, um eine Profikarriere zu finanzieren und an den Turnieren in London, Paris oder Tokio teilnehmen zu können. Also ‚leiht‘ sich Marty kurzerhand Geld aus dem Safe seines Onkels, belügt seine Mutter (Fran Drescher) ebenso wie seine Freundin (Odessa A’zion) und schmeißt sich schamlos an eine Hollywood-Diva (Gwyneth Paltrow) ran, deren Ehemann (Kevin O’Leary) er gleichzeitig als Sponsor gewinnen will. Doch das ist erst der Anfang der Odyssee eines Mannes, der bereit ist, für Ruhm und Erfolg alles zu riskieren.

©️ TOBIS/LEONINE Studios

.KRITIK.

Marty Mauser ist keiner, der lange überlegt. Er ist jemand, der spürt, dass da draußen mehr auf ihn wartet – auch wenn er noch nicht genau weiß, wie er dorthin kommt. Mit MARTY SUPREME begleitet Regisseur Josh Safdie ihn auf diesem Weg, und der Film macht schnell klar, dass Marty sich oft selbst im Weg steht, aber trotzdem nicht aufhört, weiterzugehen. Stillstand ist keine Option.

Die Geschichte führt uns ins New York der 1950er Jahre. Marty arbeitet im Schuhladen seines Onkels, träumt aber davon, im Tischtennis groß rauszukommen. Sein Talent ist da, sein Ehrgeiz noch größer. Also trifft er Entscheidungen, die mutig wirken sollen, aber meistens chaotisch enden: Er stiehlt Geld, reist nach London, checkt in ein Hotel ein, das er sich nicht leisten kann, und stolpert von einem Problem ins nächste.

Timothée Chalamet spielt Marty mit einer Mischung aus Unsicherheit, Übermut und echter Energie. Man versteht, warum er nervt – und warum man trotzdem wissen will, wie es mit ihm weitergeht. Josh Safdie setzt – diesmal ohne seinen Bruder – auf Altbewährtes (die typische Handschrift eben, für die die Safdie-Brüder bekannt geworden sind): schnelle Schnitte, enge Kamera, viel Druck. Aber hier wirkt es etwas leichter, weniger düster als in ihren früheren Filmen.

Der Film lebt von seiner Atmosphäre. Die 50er wirken nicht nostalgisch, sondern lebendig. Die Nebenfiguren – von Fran Drescher über Abel Ferrara bis Sandra Bernhard – bringen Humor, Reibung und kleine Überraschungen. Alles fühlt sich voll an, aber nicht überladen.

Natürlich ist Marty kein Held im klassischen Sinne. Er macht Fehler, wiederholt sie, und manchmal möchte man ihn einfach schütteln. Aber genau das macht den Film interessant: Er zeigt einen jungen Mann, der unbedingt jemand sein will, ohne zu wissen, wie man dorthin kommt.

.FAZIT.

Marty Supreme ist laut, schnell und manchmal anstrengend – aber auch ehrlich, lebendig und voller Energie. Ein Film, der zeigt, wie schwer es sein kann, seinen Platz zu finden und was Stillstand für den einen oder anderen für “Konsequenzen” haben kann.



OriginaltitelMarty Supreme
Produktionsland/-jahrUSA, Finnland 2025
Laufzeit149 min
GenreDrama, Komödie, Sport
RegieJosh Safdie
DrehbuchRonald Bronstein, Josh Safdie
KameraDarius Khondji
Kino26. Februar 2026
Home Entertainment/Streaming29. Mai 2026
VerleihTOBIS/LEONINE Studios

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