DUST BUNNY | Ein Monster unter dem Bett, ein Trauma im Herzen

In DUST BUNNY, dem fantasievollen und hintergründig-einfallsreichen Regiedebüt des visionären Serienschöpfers Bryan Fuller, verbündet sich ein zehnjähriges Mädchen mit ihrem Nachbarn, um sich gemeinsam ihren inneren und äußeren Monstern zu stellen.

.INHALT.

Die junge Aurora  (Sophie Sloan) ist überzeugt davon, dass ein Monster ihre Familie verschlungen hat. In ihrer Verzweiflung sucht sie Hilfe bei dem mysteriösen Fremden von nebenan (Mads Mikkelsen), einem Auftragskiller, der ihr nur widerwillig seine Dienste zusagt. Er vermutet, dass Auroras Eltern gar nicht von einem Fabelwesen gefressen, sondern Opfer eines Anschlags wurden, der eigentlich ihm galt. Getrieben von Schuld- und Verantwortungsgefühlen stellt er sich schließlich der Aufgabe, das Mädchen zu beschützen – und muss dabei erkennen, dass so manche Monster tatsächlich real sind.

©️ DCM

.KRITIK.

DUST BUNNY beginnt wie eine Kindheitsfantasie, die man längst vergessen glaubte: ein Mädchen, das überzeugt ist, dass ein Monster ihren Bruder gefressen hat. Doch Bryan Fuller macht daraus keine simple Gruselgeschichte, sondern ein düsteres Märchen, das immer wieder zwischen Realität und Vorstellung hin‑ und hergleitet. Der Film fühlt sich an wie ein Albtraum, der zu schön aussieht, um daraus sofort zu fliehen – und zu unheimlich, um sich darin wohlzufühlen.

Mads Mikkelsen spielt den mysteriösen Nachbarn, der gleichzeitig Beschützer, Bedrohung und Projektionsfläche ist. Er sagt wenig, aber jede Bewegung, jeder Blick trägt etwas in sich, das man nicht ganz greifen kann. Das Mädchen klammert sich an ihn, weil er der Einzige ist, der ihre Angst ernst nimmt – oder zumindest so wirkt. Fuller inszeniert diese Beziehung mit einer Mischung aus Wärme und Unbehagen, die den Film trägt.

Die Stärke von Dust Bunny liegt in seiner Atmosphäre. Die Bilder sind sorgfältig komponiert, fast schon liebevoll morbide. Das Haus wirkt wie ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist, und die Schatten scheinen mehr zu wissen als die Figuren. Der Film spielt mit klassischen Horror‑Elementen, aber nie als Jumpscare‑Maschine. Er setzt auf Stimmung, auf Andeutungen, auf das Gefühl, dass etwas nicht stimmt – und dass man trotzdem weiter hinschauen will.

Gleichzeitig merkt man dem Film an, dass er manchmal mehr will, als er tragen kann. Die Symbolik ist nicht immer subtil, manche Wendungen wirken eher wie Ideen, die Fuller unbedingt unterbringen wollte. Aber selbst dann bleibt der Film interessant, weil er sich traut, eigen zu sein. Er ist nicht glatt, nicht perfekt – aber er hat Persönlichkeit.

.FAZIT.

Am Ende bleibt Dust Bunny ein kleiner, schräger Horrorfilm, der das Herz mehr anspricht als anfangs erwartet. Ein Film über Verlust, Angst und die Geschichten, die Kinder erfinden, um die Welt zu verstehen.



OriginaltitelDust Bunny
Produktionsland/-jahrUSA 2025
Laufzeit106 min
GenreAction, Horror, Drama, Thriller
RegieBryan Fuller
DrehbuchBryan Fuller
KameraNicole Hirsch Whitaker
Kino19. Februar 2026
Home Entertainment/Streaming29. Mai 2026
VerleihDCM

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