WEST SIDE STORY | Ein Musical, das Filmgeschichte schrieb

Ausgezeichnet mit sagenhaften 10 Oscars®: WEST SIDE STORY basiert auf dem gleichnamigen, 1957 uraufgeführten Musical über zwei verfeindete Jugendbanden, angelehnt an William Shakespeares „Romeo und Julia“ und übertragen ins New York der 1950er-Jahre vor dem Hintergrund der Bandenkriege.

.INHALT.

Auf den Straßen Manhattans kämpfen rivalisierende Jugendbanden um die Vormachtstellung in ihrem Viertel. Die weißen „Jets“ fühlen sich bedroht von den „Sharks“, Neuankömmlingen mit puerto-ricanischen Wurzeln. Die Fronten verhärten sich, als Tony (Richard Beymer), der ehemalige Anführer und Gründer der „Jets“, sich in Maria (Natalie Wood) verliebt, die Schwester des „Sharks“-Anführers Bernardo (George Chakiris), die gerade erst mit großen Träumen in New York angekommen ist. Zwischen den beiden ohnehin verfeindeten Gruppen eskaliert eines Nachts der Streit und setzt eine Kette tragischer Ereignisse in Gang, deren Verlauf weder von den Liebenden selbst noch von jemand anderem aufgehalten werden kann.

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.KRITIK.

Robert Wise und Jerome Robbins‘ Verfilmung des Broadway-Musicals von 1957 gehört zu jenen Filmen, die das Genre nachhaltig geprägt haben. Basierend auf William Shakespeares Romeo und Julia erzählt der Film von der Liebe zwischen Tony und Maria, die zwischen die Fronten zweier rivalisierender Jugendbanden geraten. Leonard Bernsteins Musik und Stephen Sondheims Texte machten daraus längst Klassiker.

Was WEST SIDE STORY bis heute so besonders macht, ist die Verbindung von Schauspiel, Musik und Choreografie. Die Tänze sind nicht einfach eingeschobene Musicalnummern, sondern werden zum Teil der Handlung. Aggression, Rivalität, Sehnsucht und Verliebtheit werden über Körper und Bewegung erzählt. Gerade die legendäre Eröffnung macht sofort klar, dass hier etwas anders funktioniert als in vielen klassischen Hollywood-Musicals.

Dazu kommt eine Bildsprache, die erstaunlich modern wirkt. Die Kamera bewegt sich durch die Straßen, begleitet die Tänzer und lässt die Stadt selbst zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte werden. Farben, Kostüme und Sets schaffen eine stilisierte Version von New York, die gleichzeitig real und märchenhaft wirkt.

Und natürlich ist da diese Musik. „Maria“, „America“, „Tonight“ oder „Somewhere“ gehören nicht ohne Grund zu den bekanntesten Musical-Songs überhaupt. Bernstein verbindet klassische Elemente mit Jazz und lateinamerikanischen Einflüssen, während Sondheims Texte die großen Gefühle der Geschichte auf den Punkt bringen.

Unter der farbenprächtigen Oberfläche steckt allerdings eine erstaunlich düstere Geschichte. Die Rivalität zwischen Jets und Sharks ist nicht bloß Kulisse für eine Liebesgeschichte, sondern erzählt auch von Ausgrenzung, Vorurteilen und einem sozialen Umfeld, in dem Gewalt längst zum Alltag gehört.

Gerade dadurch besitzt West Side Story eine emotionale Wucht, die über das typische Musical hinausgeht. Der Film kann im einen Moment euphorisch und voller Lebensfreude sein und kurz darauf erschreckend hart werden. Besonders gegen Ende wird aus dem großen Musical-Spektakel eine Tragödie, deren Konsequenzen sich nicht einfach wegtanzen lassen.

Ganz frei von Problemen ist der Klassiker aus heutiger Sicht allerdings nicht. Die Darstellung der puerto-ricanischen Figuren bleibt teilweise stark durch die Perspektive des damaligen Hollywood geprägt. Zudem wurden mehrere Darsteller für ihre Gesangsparts synchronisiert. Das schmälert nicht die filmhistorische Bedeutung, zeigt aber, dass der Film auch im Kontext seiner Entstehungszeit betrachtet werden sollte.

Trotz mehr als sechs Jahrzehnten auf dem Buckel fühlt sich West Side Story erstaunlich lebendig an. Die Inszenierung ist groß, manchmal beinahe überwältigend, aber gleichzeitig präzise. Die Choreografie erzählt genauso viel wie die Dialoge, die Musik trägt die Emotionen und die Geschichte funktioniert auch dann noch, wenn man längst weiß, wie sie endet.

Dass der Film bei den Oscars zehn Auszeichnungen gewann, darunter Bester Film und Beste Regie, wirkt deshalb keineswegs wie eine bloße historische Fußnote. West Side Story ist nicht nur ein erfolgreicher Musicalfilm, sondern ein Werk, das die Möglichkeiten des Genres auf der Leinwand erweitert hat.

.FAZIT.

West Side Story ist großes Kino im wahrsten Sinne des Wortes: musikalisch überwältigend, tänzerisch brillant und emotional noch immer erstaunlich wirkungsvoll. Nicht alles daran ist aus heutiger Sicht unproblematisch, doch die kreative Kraft dieses Films ist kaum zu übersehen. Wer Musicals grundsätzlich etwas abgewinnen kann, sollte diesen Klassiker gesehen haben. Und wer glaubt, alte Hollywood-Musicals seien zwangsläufig angestaubt, dürfte hier eine ziemlich eindrucksvolle Überraschung erleben.



OriginaltitelWest Side Story
Produktionsland/-jahrDeutschland 2026
Laufzeit153 min
GenreRomanze, Drama, Musical
RegieJerome Robbins, Robert Wise
DrehbuchErnest Lehman, Jerome Robbins, Arthur Laurents (Buch)
KameraDaniel L. Fapp
Kino13. September 1962 (Westdeutschland)
Home Entertainment20. August 2026 (erstmals in Europa 4K Remastered)
Verleih/Vertriebcapelight pictures

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