Manchmal braucht ein Actionfilm keine komplizierte Mythologie, kein riesiges Franchise und auch keine Welt, die gerettet werden muss. Man nehme einen ehemaligen Elitesoldaten, eine lebenswichtige Spenderleber, einen etwas eigenwilligen Begleiter und eine Horde bewaffneter Verfolger – fertig ist der nächste Wettlauf gegen die Zeit. RUNNER weiß ziemlich genau, was er sein möchte: ein schnörkelloser Actionfilm mit einer gehörigen Portion Buddy-Komödie.
.INHALT.
Der ehemalige Elitesoldat Hank Malone (Alan Ritchson) verdient sein Geld als Kurier für besonders heikle Frachten und macht dabei um Ärger stets lieber einen großen Bogen, bis ihn eines Tages ein besonders lukrativer Auftrag mitten in eine mörderische Verfolgungsjagd katapultiert. Gemeinsam mit dem medizinischen Kurier Ben (Owen Wilson) soll Hank ein überlebenswichtiges Organ für ein todkrankes, siebenjähriges Mädchen transportieren. Doch ein skrupelloser Verbrecherboss hat es ebenfalls auf die wertvolle Fracht abgesehen. Die Mission eskaliert, als die brutale Gang vor nichts zurückschreckt, das Organ in ihre Gewalt zu bringen. Hank und Ben geraten plötzlich in einen gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit. Während die Straßen entlang der australischen Gold Coast immer mehr zum Schlachtfeld werden, muss sich Hank auch noch den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit stellen.
.KRITIK.
Hank Malone hat einen denkbar undankbaren Job: Als Spezialkurier muss er eine Spenderleber innerhalb weniger Stunden von Brisbane zur Gold Coast bringen. Eigentlich eine schwierige, aber machbare Aufgabe. Dumm nur, dass plötzlich ein kolumbianisches Kartell hinter der wertvollen Fracht her ist. Gemeinsam mit dem medizinischen Kurier Ben beginnt für Hank ein Wettlauf gegen die Zeit, bei dem ziemlich schnell nicht mehr nur das Organ, sondern auch das eigene Leben auf dem Spiel steht.
RUNNER macht aus dieser simplen Ausgangslage genau das, was man erwarten darf: eine knapp 100-minütige Verfolgungsjagd mit Schießereien, Autostunts, Explosionen und möglichst wenig Zeit zum Durchatmen. Das ist nicht besonders originell, funktioniert aber erstaunlich gut. Der Film verschwendet kaum Zeit damit, seine Geschichte unnötig aufzublähen, sondern bringt seine beiden Hauptfiguren schnell auf die Straße und lässt sie anschließend ordentlich leiden.
Der größte Trumpf ist dabei die Kombination aus Alan Ritchson und Owen Wilson. Ritchson spielt Hank als wortkargen, körperlich überlegenen Actionhelden, der sichtbar schon bessere Tage erlebt hat. Nach „Reacher“ kommt einem diese Rolle natürlich vertraut vor – gleichzeitig passt seine stoische Art hervorragend zum etwas überdrehten Ben, den Wilson mit seiner typischen Mischung aus Nervosität, trockenen Sprüchen und leichtem Wahnsinn versieht. Die Chemie zwischen beiden ist nicht spektakulär, aber sympathisch genug, um den Film über seine Schwächen hinwegzutragen.
Auch die Action kann sich sehen lassen. Regisseur Scott Waugh setzt weniger auf Superhelden-Spektakel als auf handfeste Verfolgungsjagden und körperliche Auseinandersetzungen. Dabei darf es durchaus brutal werden. Gleichzeitig sorgt die australische Kulisse dafür, dass sich Runner zumindest optisch etwas von der Masse austauschbarer US-Actionfilme abhebt.
Das Problem liegt weniger in der Umsetzung als im Drehbuch. Vieles kennt man bereits aus zig anderen Actionfilmen: der traumatisierte Ex-Soldat, der ungewöhnliche Partner, das Kartell, die große Rettungsmission und natürlich einige Wendungen, die man schon kommen sieht, bevor die Figuren überhaupt davon wissen. Auch emotional bleibt der Film eher an der Oberfläche.
Dafür besitzt Runner einen gewissen Charme. Der Film nimmt seine absurde Prämisse ernst, ohne völlig humorlos zu werden, und findet gerade durch das ungleiche Duo seinen eigenen Ton. Manchmal ist das herrlich albern, manchmal erstaunlich brutal und gelegentlich sogar beides gleichzeitig. Genau diese leicht schräge Mischung macht ihn unterhaltsamer, als die ziemlich konventionelle Geschichte zunächst vermuten lässt.



.FAZIT.
Runner ist kein Actionfilm, der das Genre neu erfindet. Dafür ist seine Geschichte zu bekannt und seine Dramaturgie zu vorhersehbar. Aber er weiß, was er liefern muss: Tempo, Action, zwei charismatische Hauptdarsteller und eine Mission, bei der man nicht allzu lange darüber nachdenken sollte, wie realistisch das Ganze eigentlich ist. Wer sich darauf einlässt, bekommt einen kurzweiligen Actionabend, der seine 97 Minuten ziemlich effizient nutzt.
| Originaltitel | Runner |
| Produktionsland/-jahr | USA, Australien, Vereinigtes Königreich 2026 |
| Laufzeit | 97 min |
| Genre | Action, Komödie, Thriller |
| Regie | Scott Waugh |
| Drehbuch | Miles Hubley, Tommy White |
| Kamera | Lorenzo Senatore |
| Kino | 17. September 2026 |
| Home Entertainment | – |
| Verleih/Vertrieb | Splendid Film |

