Schmerz ist vergänglich, Jackass ist Kult. Mit JACKASS: EINER GEHT NOCH zündet die legendäre Crew um Johnny Knoxville ein letztes Feuerwerk halsbrecherischer Stunts und emotionaler Rückblicke.
.INHALT.
Ein höllischer Escape Room, haarsträubende Roboter-Einsätze und quälende Taser-Platzierungen: Die schmerzbefreiten Draufgänger haben definitiv nichts dazugelernt und lassen es ein letztes Mal richtig eskalieren. Zwischen bisher unveröffentlichtem Material und neuen, wahnwitzigen Aktionen bestätigt die unverbesserliche Jackass-Truppe rund um Johnny Knoxville ihren Kultstatus und verabschiedet sich mit einem großen Knall und einer wilden Mischung aus Chaos und Nostalgie. Gleichzeitig feiert der Film die außergewöhnliche Freundschaft, die Fans seit einem Vierteljahrhundert an Jackass begeistert.
.KRITIK.
Im Jahr 2000 begann auf MTV ein Fernsehexperiment, das eigentlich gar keines sein durfte. Eine Gruppe junger Männer nahm Kameras in die Hand, zog sich lächerliche Kostüme an und stellte sich freiwillig Situationen, die jeder vernünftige Mensch normalerweise vermeiden würde. Was zunächst wie eine besonders geschmacklose Ansammlung von Mutproben wirkte, entwickelte sich zu einem popkulturellen Phänomen. Aus der Serie wurden Kinofilme, aus Stunts wurden Ikonen und aus Johnny Knoxville, Steve-O, Wee Man und Co. eine Truppe, die Generationen mit einer Mischung aus Schmerz, Dummheit und Freundschaft unterhielt.
Und nach einem Viertel Jahrhundert soll Schluss sein… das werden wir ja sehen.
JACKASS: EINER GEHT NOCH blickt nun auf diese Geschichte zurück – mit neuem Material, unveröffentlichten Aufnahmen und natürlich jeder Menge Schmerzen. Und während ich das hier schreibe, schießt sich Johnny Knoxville wieder irgendetwas in den Körper.
Das Schöne an Jackass war nie nur die Frage, wie weit man gehen kann. Es war die Chemie dieser Truppe. Und genau davon lebt auch diese Zugabe. Die neuen Stunts sind teilweise immer noch herrlich bescheuert, erreichen aber nicht durchgehend die anarchische Energie früherer Filme. Dafür sorgt das umfangreiche Archivmaterial für ordentlich Nostalgie und lässt uns noch einmal die besten, dümmsten Momente erleben. Es grenzt dabei schon fast an ein Wunder, dass die Herren noch geradeaus gehen können, geschweige denn noch leben. Sicherlich war es das eine oder andere Mal durchaus knapp, aber es sind professionelle Steh-auf-Männchen.
Gerade für Fans, die Knoxville, Steve-O, Wee Man und und und schon seit den MTV-Tagen begleiten, fühlt sich Jackass: Einer geht noch deshalb weniger wie ein komplett neuer Film als wie ein Wiedersehen – es ist eher ein Klassentreffen – an. Man lacht über den nächsten völlig absurden Stunt und bekommt kurz darauf Bilder aus 25 Jahren Jackass serviert. Dadurch wird der Film überraschend emotional.
Allerdings ist genau das auch seine Schwäche. Ein großer Teil besteht aus Rückblicken und unveröffentlichtem Material, wodurch sich das Ganze stellenweise wie eine sehr aufwendig produzierte Greatest-Hits-Sammlung anfühlt. Einige neue Nummern können da nicht ganz mithalten. Trotzdem funktioniert dieser letzte Ausflug erstaunlich gut. Nicht unbedingt, weil Jackass noch einmal neue Maßstäbe setzt, sondern weil man merkt, dass hinter all dem Schwachsinn tatsächlich eine langjährige Freundschaft steckt.
25 Jahre Schmerz, Blödsinn und völlige Selbstüberschätzung – und plötzlich ist man tatsächlich ein bisschen traurig, dass es vorbei sein soll.



.FAZIT.
Jackass: Einer geht noch ist kein perfekter neuer Teil und auch nicht durchgehend so frisch wie seine Vorgänger. Dafür ist der Film zu sehr Rückblick, zu sehr Abschied und stellenweise zu sehr Best-of. Aber um noch mal in Nostalgie und gute, alte Zeiten zu baden, funktioniert das hier erstaunlich gut. 25 Jahre „Jackass“. Eine Menge Schmerzen. Noch mehr Schwachsinn. Und tatsächlich ein bisschen Herz.
| Originaltitel | Jackass: Best and Last |
| Produktionsland/-jahr | USA 2026 |
| Laufzeit | 92 min |
| Genre | Komödie, Dokumentation |
| Regie | Jeff Tremaine |
| Drehbuch/Konzept | u.a. Johnny Knoxville, Chris Pontius, Dave England |
| Kamera | Chris Darnell, Dimitry Elyashkevich |
| Kino | 25. Juni 2026 |
| Home Entertainment/Streaming | 10. August 2026 |
| Verleih/Vertrieb | Paramount Home Entertainment |

