Schönefeld Boulevard

SCHÖNEFELD BOULEVARD | Sie träumte von einem besseren Leben…

Die mit der silbernen Lola ausgezeichnete Regisseurin und Drehbuchautorin Sylke Enders erzählt in SCHÖNEFELD BOULEVARD die tragikomische Geschichte der 18-jährigen Cindy, deren Hoffnungen wie der Bau des geplanten Großflughafens still stehen.

Schönefeld Boulevard

© farbfilm home entertainment

Inhalt

Für die 18-jährige, übergewichtige Cindy (Julia Jendroßek) ist das Leben alles andere als einfach. Selbst ihr Vater (Uwe Preuss), der sie flapsig „Rosinenbomber“ nennt, sowie die Mutter (Ramona Kunze-Libnow) glauben nicht an eine rosige Perspektive für ihre Tochter. Cindy fristet ein eintöniges, perspektivloses Dasein im Berliner Stadtteil Schönefeld. Ihre „besten Freundinnen“, allen voran ihre Namensvetterin „Cindy One“ (Kyra Sophia Kahre), mobben sie regelmäßig und ansonsten steht auch so ziemlich alles andere in Cindys Leben still. Einzig ihr Sandkastenfreund Danny (Daniel Sträßer) leidet mit ihr und spendet Trost – bis er eines Tages ins Ausland geht. Doch allen Enttäuschungen, Demütigungen und Niederträchtigkeiten zum Trotz fängt das schüchterne Mädchen bald wieder an zu träumen: Als sie den finnischen Diplom-Ingenieur Leif (Jani Volanen) kennen lernt, der bei dem im Bau befindlichen Flughafen Berlin-Brandenburg arbeitet, glaubt Cindy wieder an eine Zukunft, die in ihren Sinne verlaufen könnte…

Kritik

Klar und humorvoll, melancholisch und trist: SCHÖNEFELD BOULEVARD ist das Porträt eines Stück Lebens. Treffend fotografiertes Brandenburger Flair verbindet sich hier mit einer sympathischen Coming-of–Age-Geschichte. Sicherlich erfindet Regisseurin Sylke Enders das Rad nicht neu, dennoch ist Cindys Weg raus aus der Lethargie sehr einnehmend und stimmig gefilmt. Wie sie mit Mut und Hartnäckigkeit beginnt ihr Leben in die Hand zu nehmen, sich für die Menschen und das Leben außerhalb ihrer kleinen Schönefelder Welt zu interessieren, hat viel Wärme, Charakter und Identität. In kleinen Schritten gewinnt sie ein anderes Selbstwertgefühl und davon erzählt Sylke Enders gefühlvoll, überzeugend und mit einer ansprechenden Bildsprache. Monotone Alltagsbetrachtungen mischt die Filmemacherin mit Cindys Vorstellungen und schafft dabei eine ungemeine Freiheit. Mit Können umfährt sie den Kitsch und baut zwischen dem Zuschauer und ihrer Protagonistin eine Bindung auf. Schauspielerin Julia Jendroßek erweist sich dabei als sehr gute Wahl bei der Besetzung der Cindy, versteht sie es doch immer realistisch in der Rolle des Teenies zu bleiben. Einziges Manko, welches man Enders vorhalten kann, ist das fragwürdige Ende. Hier wollte Sylke Enders zu viel.

Fazit: Auf den letzten Metern etwas an Boden verloren, aber dennoch ein im Gedächtnis bleibender Film, der Lust auf weitere Inszenierungen von Sylke Enders macht.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Schönefeld Boulevard
Produktionsland/-jahr:   DE 2014
Laufzeit:                101 min
Genre:                   Komödie, Drama

Regie:                   Sylke Enders
Drehbuch:                Sylke Enders    
Kamera:                  Benedict Neuenfels 

Kinostart:               19. September 2014
Home Entertainment:      24. April 2015  

Verleih:                 farbfilm Home Entertainment

(Quelle: vipmagazin)

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