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DATING QUEEN | Beziehungen sind auch keine Lösung

Während Amy Schumer hierzulande noch wenig bekannt ist, befördert sie der Film DATING QUEEN in den USA vom Status einer recht angesehenen Stand-p-Comedian in den Hollywood’schen Star-Olymp. Schließlich spielt sie darin nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb auch selbst das Drehbuch über eine scheinbar unbeschwert lebende Single-Frau, die tiefergehenden Beziehungen bislang ausgewichen ist. Unter Zusammenarbeit mit Regisseur Judd Apatow (Jungfrau (40), männlich, sucht…, Beim ersten Mal) ist ihr damit eine interessante Mischung aus derber Komödie und sensiblem Beziehungsdrama gelungen, die sich lediglich zum Ende hin der Konvention fügt.

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© Universal Pictures

Inhalt

Schon in ihrer frühesten Kindheit wurde Amy (Amy Schumer) von ihrem Vater Gordon (Colin Quinn) eingebläut, dass Monogamie nicht funktioniere. Als erwachsene Frau, die erfolgreich für ein Männermagazin schreibt, ist sie diesem Credo treu geblieben. Amy bindet sich nicht und ist der festen Überzeugung, deswegen ein freieres und ungehemmteres Leben als ihre Mitmenschen zu führen. Während sie immerzu Ausschau nach dem nächsten potentiellen One-Night-Stand hält, schließt sie eine feste Beziehung kategorisch aus – bis Amy von ihrer kompromisslosen Chefin Dianna (Tilda Swinton) den Auftrag bekommt, einen Artikel über den charismatischen und äußerst erfolgreichen Sportarzt Aaron Conners (Bill Hader) zu schreiben. Ein alkoholintensives Date später, schon landet Amy mit ihm im Bett – und findet auf eine Art an ihm gefallen, gegen die sie sich bisher so erfolgreich wehrte. Aber soll sie Aaron noch mal treffen, oder soll sie auf ihre beste Freundin Nikki (Vanessa Bayer) hören und ihn abschreiben? Allmählich geht Amy auf, was es mit dem ganzen Trubel um Liebe auf sich hat…

Kritik

Jetzt kommt es raus: vor diesen Film kannte ich Amy Schumer nicht und ich könnte mich dafür schämen. In den USA gehört sie seit Jahren zur festen Stand-up-Szene. Mit DATING QUEEN hat Amy Schumer den Schritt ins Filmgeschäft gewagt und damit gewonnen. Die sich als zunächst klassische RomCom präsentierende Geschichte erfüllt sämtliche Klischees, umschifft aber dabei elegant den vom Titel suggerierten 0815-Edelkitsch mit entsprechend ausgelutschten Gags. Dating Queen, diesen saloppen deutschen Titel wird dem Film einfach nicht gerecht. Hier hätte man einen durchaus passenderen Titel wählen können. Grundsätzlich gehört Judd Apatows Film zu den besseren Vertretern des Genres, die es in den letzten Jahren auf die große Leinwand geschafft haben. Doch was, macht den Film so erfolgreich? Das liegt an den (für so einen Film) recht untypischen Rollenbildern und der Streifen kommt vor allem in der ersten Hälfte überraschend bösartig und witzig daher. Natürlich liegt man hier nicht lachend am Boden, aber es gibt doch mehrere lustige und sehr zynische Sprüche gegen andere Filme, Serien und Promis, was dem Film eine lobenswerte Ironie verleiht. Schauspielerisch ist das hier auch bis in die Nebenrollen ein grandios besetztes Machwerk Apatows. Auch Harry Potter-Star Daniel Radcliffe ist in einem recht witzigen Gastauftritt zu sehen. Die Charaktere sind überraschend sympathisch und glaubwürdig. Inhaltlich und erzählerisch ist Dating Queen jetzt aber dennoch nicht der ganz große Hit geworden. In der zweiten Filmhälfte verfällt man dann nämlich leider doch wieder etwas in die typischen, klischeehaften Momente, gekrönt von dem absolut enttäuschenden Ende. Ich bin ja ein Prediger und wiederhole mich hier sehr gern: ein Film steht und fällt mit seinem Ende. Besonders die emotionalen Szenen zünden auf der Zielgeraden überhaupt nicht mehr und die zwei Stunden Laufzeit sind eindeutig zu lang. Das Grand Finale hätte man durchaus auch eine halbe Stunde früher bringen können. Trotzdem kann man sagen, dass ich schon lange keinen Film aus diesem Genre gesehen habe, der mich doch so gut unterhalten hat.

Fazit: Ein bisschen überrascht war ich ja schon, als hier nicht die übliche Flegelei des amerikanischen Blödelhumors zu Tage trat. Stattdessen ist Dating Queen eine nette Mischung aus charmanter Beziehungskomödie und den von mir geschätzten RomCom-Klischees geworden. Amy Schumer brilliert famos in der Rolle, die ihren Namen trägt.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Trainwreck
Produktionsland/-jahr:   US 2015
Laufzeit:                125 min
Genre:                   Komödie, Romanze

Regie:                   Judd Apatow
Drehbuch:                Amy Schumer
Kamera:                  Jody Lee Lipes   

Kinostart:               13. August 2015
Home Entertainment:      21. Januar 2016

Verleih:                 Universal Pictures

(Quelle: vipmagazin)

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