Club der roten Bänder - Staffel 1

[Staffel 1] CLUB DER ROTEN BÄNDER | Sechs schwer kranken Jugendlichen und ihrer beispiellosen Freundschaft

Sie sind krank, aber nicht allein! Humorvoll, charmant und mit viel Fingerspitzengefühl erzählt die erste eigenproduzierte Dramaserie des Senders VOX die bewegende Geschichte von sechs schwer kranken Jugendlichen und ihrer außergewöhnlichen Freundschaft. Überaus gelungen changiert der CLUB DER ROTEN BÄNDER dabei zwischen herzergreifend komischen und tragischen Momenten – eine Mischung, die bereits zur TV-Premiere mit überragenden Einschaltquoten und überwältigenden Zuschauerreaktionen honoriert wurde. Club der roten Bänder basiert auf dem autobiografischen Bestseller „El mundo amarillo“ von Albert Espinosa.

club-der-roten-bänder-poster

© Universum Film

Inhalt

Die Jugendlichen Leo (Tim Oliver Schultz), Jonas (Damian Hardung), Emma (Luise Befort), Alex (Timur Bartels), Toni (Ivo Kortlang) und Hugo (Nick Julius Schuck) führen ein ganz besonderes Leben: Anstatt Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, sich mit Freunden zu treffen oder in die Schule zu gehen, müssen sie eine lange Zeit im Krankenhaus verbringen. Obwohl die ungleichen Patienten in ihren früheren Leben nur wenig gemein hatten, spüren sie doch, dass sie die Zeit im Klinikum besser durchstehen können, wenn sie sich zusammentun. Kurzerhand gründen sie den „Club der roten Bänder“. Zwischen Leben und Tod, Rollstuhl-Rennen und Operationen, warmherzigen Besuchen und kühler Medizin entsteht unter den Teenagern eine immer tiefere Verbundenheit. Als Team erleben sie im Krankenhaus nicht nur viele Abenteuer, sondern auch wahre Freundschaft und unglaubliche Lebensfreude.

Kritik

Darf man über kranke oder gar behinderte Menschen lachen? Diese grundsätzliche Diskussion hat Komiker Chris Tall in seinem Programm intensiv beschäftigt und sich mit Humor den nötigen Freiraum und Akzeptanz geschaffen. Entscheidender Punkt hierbei ist doch, ob die kranken und gehandicapten Menschen über sich selbst lachen können. Daher ist es nicht verwerflich, denn sie wollen nicht anders behandelt werden. Sie sind Menschen wie Du und ich, ebenfalls mit einem Sinn für Humor – auch wenn dieser viel Zeit benötigt über den Schmerz hinweg zu heilen. Sensibilität und Feingefühl ist das Mittel zur wechselseitigen Kommunikation. Aber Lachen ist immer noch die beste Medizin und zum Glück hat sich VOX getraut, eine Lanze zu brechen im deutschen Fernsehen. VOX bewies Mut, als sich dazu entschlossen hatten, Albert Espinosas Leidensgeschichte – die bereits in Spanien ein voller Erfolg war – auch für den hierzulande sehr schwierigen Zuschauer umzusetzen. Ja, Deutschland ist kein einig Fernsehland. Neben Dokutainment, Scripted Reality, Show und Serienwahnsinn finden schwierige Themen nur sehr schwer Platz – vor allem während der Primetime ist es beinah schon ein Himmelfahrtskommando eine neue Serie über schwer kranke Kinder ins Rennen zu schicken. Unabhängig davon, dass bereits kranker Scheiß über unsere Bildschirme flimmert. Umso erfrischender ist es, dass VOX mit CLUB DER ROTEN BÄNDER – STAFFEL 1 endlich mal wieder einen Meilenstein im TV setzen konnte. Kurios ist es nur, dass es wieder einmal (auch nur indirekt) in einem Krankenhaus und mit Ärzten spielt. In aller FreundschaftDoctor’s Diary oder Der Bergdoktor sind allesamt recht erfolgreiche Produktionen gewesen oder laufen sogar immer noch. Zum Glück, oder betrachtet man es von einer ernsteren Seite, auch Unglück, dreht sich der Krankenhausalltag um sechs junge Menschen. Menschen mit völlig unterschiedlichen privaten und körperlichen Problemen. Sie schaffen es, über ihre Probleme zu lachen, aber auch zu weinen. Aber der Fakt, dass ihr Schicksal sie alle verbindet, stärkt ihr gepeinigtes Inneres und Äußeres ungemein. Schauspielerisch spielen die Jungdarsteller famos und beeindruckend unbeholfen auf. Eben diese Unbeholfenheit ist es, die Authentizität und Identifikation schafft. Empathisch verfolgen wir die Leiden und Hoffungsschimmer der sechs Teenies. Wir fiebern mit ihnen mit, wir leiden mit ihnen, wir trauern mit ihnen. Tim Oliver Schultz ist eine feste Größe im deutschen Film- und Fernsehgeschäft. Um ihnen reihte die Produktion eher unbekannte Schauspieler, die mit ihren gespielten Charakteren wohl nicht lange unbekannt bleiben werden. Timur Bartels, Luise Befort, Damian Hardung, Ivo Kortlang oder Nick Julius Schuck müssen sich neben Tim Oliver Schultz nicht verstecken und gehören fest zu einem umfangreichen Ensemble guter Darsteller in dieser Produktion. Sicherlich ist es immer schwer objektiv Filme oder Serien zu beurteilen, die sich mit schwerwiegenden Themen auseinandersetzen. Aber meine subjektive Meinung ist deckungsgleich mit meinem objektiven Urteil. Club der roten Bänder strotzt nur so vor lebensbejahenden Nachrichten und kann durchaus auch ein Schlüssel für Menschen sein, die ein ähnliches oder sogar gleiches Schicksal haben. Albert Espinosa hat seine Lebensgeschichte im Buch „Glücksgeheimnisse aus der gelben Welt“ (El mundo amarillo) für die Nachwelt festgehalten. Sein Aktionen und Reaktionen auf sein Schicksal bilden eine Vorbildfunktion, die in dieser ersten Staffel der Club der roten Bänder würdig, liebevoll und dramatisch visualisiert wurde für eine breite und skeptische Masse. Danke VOX für ein Stück Leben in der brutalen Welt des Fernsehens.

Fazit: Ergreifend, bahnbrechend und charmant – Anstatt ein sorgenfreies Leben zu führen und den Tag so zu verbringen wie es Jugendliche normal tun, müssen die sechs Teenies ihren Alltag für eine sehr lange Zeit im Krankenhaus verbringen. Stets in Konfrontation mit Leben und Tod, aber egal sagen sie sich: wir haben uns und unseren Spaß, den uns keiner nehmen kann. VOX hat sich getraut und zurecht für Club der roten Bänder den Deutschen Fernsehpreis 2016 für die „Beste Serie“ gewonnen. Mut wird eben doch belohnt.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Club der roten Bänder (es. Titel: Polseres vermelles)
Produktionsland/-jahr:   DE 2015
Laufzeit | Folgen:       463 min | 10 Folgen
Genre:                   Drama, Comedy

Regie:                   Sabine Bernardi, Felix Binder, Richard Huber, Andreas Menck
Idee:                    Albert Espinosa
Kamera:                  Robert Berghoff, Ergun Cankaya   

Dt. Erstausstrahlung:    9. November 2015 auf VOX
Home Entertainment:      29. Januar 2016

Verleih:                 Universum Film

(Quelle: VOX Television GmbH)

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