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GRENZBOCK | Zwischen Jägerlatein und Lodenmäntel

GRENZBOCK begleitet drei Jäger durch ihre Wälder und lässt in langen, ruhigen Einstellungen die Weltbilder durchschimmern, die sich hinter Jägerlatein und Lodenmantel verstecken.

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© farbfilm verleih

Inhalt

Jägerlatein und Lodenmäntel: In diese Welt taucht Filmemacher Hendrik Löbbert ein. In seinem Dokumentarfilm begleitet er drei Jäger aus Brandenburg, darunter auch Hubertus Meckelmann. Der lässt ein letztes Mal zur großen Drückjagd in der Wildnis blasen, denn die Jagd im Kerngebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes soll bald verboten werden. Doch was bedeutet das für die Population von Rot-, Dam- und Schwarzwild? Und wie wirkt sich die Rückkehr des Wolfes in die brandenburgischen Wälder auf den Bestand aus? Der Jägerberuf befindet sich im Umbruch, nicht zuletzt durch immer strenger werdende Vorschriften. Löbbert und sein Kameramann Hajo Schomerus schauen den Jägern bei ihrer Arbeit über die Schulter, tauchen in ihren Kosmos ein und widmen sich ihrer Weltsicht und der Bedeutung von Traditionen für diese Profession.

Kritik

Ich bin definitiv kein Befürworter der Jagd und reihe mich mit meiner Meinung darüber sicherlich in die Mehrheit Deutschlands ein. Was kann man einem Dokumentarfilm wie GRENZBOCK abgewinnen, der eben die Jagd und seine gesellschaftlichen Facetten zelebriert? Meine Bewertung richtet sich ausschließlich auf dem filmischen Aspekt, der fair und objektiv den Inhalt – die Jagd – einordnet. Filmemacher Hendrik Löbbert bewies Mut als er sich in den Wald begab, um das kontroverse Thema ‚Jagen‘ näher zu beleuchten. Grenzbock kann man Verständnis und Unverständnis entgegenbringen ohne mit der Wimper zu zucken. Auch wenn man sich über das Thema aufregen kann, so ist es die Inszenierung und das Menschliche die ursprüngliche Essenz. Die Jagd verbindet eine Gruppe von Menschen. Sie teilen die Begeisterung für etwas, dass eigentlich nicht vertretbar ist, aber dennoch eine gewisse Faszination auslöst. Am Scheideweg von Leben und Tod, entscheidet der Finger oder der Kopf über den Ausgang. Die Jäger sind eingebettet in der märchenhaften Umgebung, tauschen sich über Gott und die Welt aus, und unterziehen ihrem Hobby kritisch ein Urteil. Trotz der Routine, kostet jeder Schuss Überwindung – hier klopft die Moral an. Löbbert hat visuell einen wundervoll gezeichneten Dokumentarfilm geschaffen, der unabhängig der Thematik, ein Fest für die Sinne ist. Jeder sollte die Chance haben, sich seine eigene Meinung zu bilden. Aber was bleibt, ist der Hall der Flinte, der wie ein gespenstisches Echo durch den Wald schnellt.

Fazit: Auch wenn ich der Jagd nichts abgewinnen kann, überlasse ich es dem Zuschauer selbst, was richtig oder falsch ist. Aus der Sicht eines Filmemachers ist Grenzbock handwerklich gut umgesetzt worden und glänzt in starken Momenten mit vertrauter familiärer Atmosphäre.

FSK ab 6 (gelb)Originaltitel:           Grenzbock
Produktionsland/-jahr:   DE 2015
Laufzeit:                80 min
Genre:                   Dokumentation

Regie:                   Hendrik Löbbert
Musik:                   Bernd Schurer
Kamera:                  Hajo Schomerus 

Kinostart:               4. Februar 2016
Home Entertainment:      19. August 2016

Verleih:                 farbfilm verleih

(Quelle: farbfilmverleih)

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