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THE HALLOW | Die Natur hat eine dunkle Seite

Eine durchgehend bedrohliche Atmosphäre und außergewöhnliche Monster, die ohne große Computereffekte und mit viel Liebe zum Detail entstanden sind, machen THE HALLOW zum schrecklich schönen Horrorgenuss.

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© MFA+ Filmdistribution

Inhalt

Der Londoner Wissenschaftler Adam Hitchens (Joseph Mawle) hat für einen Forschungsauftrag mit seiner Frau Clare (Bojana Novakovic) und dem gemeinsamen Baby Finn der Großstadt den Rücken gekehrt und ist in ein Haus ins tiefste irische Hinterland gezogen. Von ihrem neuen Domizil aus will sich Adam der Untersuchung der Bäume im Umland widmen, während Clare den neuen Familiensitz gemütlich herrichten soll. Doch die einsame Idylle entpuppt sich bald als trügerisch. Kaum angekommen, sucht sie ihr sonderbarer Nachbar Colm (Michael McElhatton) auf, der sie vor rachsüchtigen Waldgeistern warnt. Die Hitchens schlagen diese abstrusen Warnungen in den Wind und fühlen sich in ihrem neuen, abgelegenen Zuhause zusehends wohler. Doch als sich die merkwürdigen Ereignisse überschlagen und die Familie endlich erkennt, dass etwas nach dem Leben ihres kleinen Sohnes trachtet, ist es für die Flucht viel zu spät.

Kritik

Ich bin wahrlich ein Fan von irischer Mythologie: Kobolde, Elfen und Trolle oder doch nur ein Aberglaube? THE HALLOW bedient sich ebenfalls an einem folkloristischen Thema und gibt den Waldwesen entsprechenden Raum in diesem Film. Man erzählt sich, dass in den moor- und sumpfreichen Wäldern Irlands Kreaturen hausen, die hoch ansteckend sind und andere Lebenwesen, unter anderem auch der Mensch, in ihresgleichen verwandeln können. Dabei besagt der Mythos: „Wenn du ihr Land betrittst, wirst du einer von ihnen.“ Hätte das Adam Hitches und seine Frau nicht für gespenstischen Unfug gehalten und auf ihre wirklich „vertrauensvollen“ Nachbarn gehört. Mit der Ignoranz bringen sich damit nicht nur sich in Gefahr, sondern auch ihr Baby. Regisseur Corin Hardy hat von der Grundstimmung einen wirklich interessanten Film geschaffen, der zur Abwechslung mal andere Mythen aufgreift als die geliebten Klassiker wie eben Kobolde oder Trolle. Hier sind es die „The Hallow“, wie sie in der Gemeinde genannt werden. Zuerst bekommen wir nur einzelne Bruchstücke ihrer Existenz serviert, bevor sie im weiteren Verlauf des Films immer mehr Präsenz erhalten. Es werden immer mehr, immer bedrohlichere Zustände und auch dann schafft es Familie Hitches nicht, der misslichen Lage zu entkommen. Bis zu diesem Punkt vergeht nicht viel Zeit, denn die Handlung kommt schnell zur Sache. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass sich Hardy fast ausschließlich auf reale Inszenierung konzentriert und dem CGI nur im äußersten Notfall gewährt. Selbst die Kreaturen kommen ohne große Effekte aus. Jetzt fehlt nur noch die Dramatik, die zum Glück reichlich gesät wurde. Der Wechsel aus Mutprobe, Überleben und Nachtspiel der Kreaturen erfordert von den Protagonisten einiges ab. Und nicht zu vergessen der mütterliche, aber gleich auch naive Instinkt das Kind zu beschützen (wenn ihr den Film schaut, wisst ihr in der dritten Hälfte des Films, wovon ich rede). The Hallow erinnert mich phasenweise an ein Märchen, denn der Wechsel aus Nacht, den scheinbar unendlichen Tiefen des Unterholzes und die Morgensonne, die die dichte Dunkelheit des Waldes durchbricht, ist schön und schaurig zu gleich. Das einzige Manko ist die Laufzeit. 10 bis 15 Minuten weniger hätte der Handlung nicht geschadet, dadurch kommt unfreiwillig ein langatmiges Gefühl auf, dass etwas an der Spannung kratzt.

Fazit: Gute Darsteller, viel Spannung und eine besondere Atmosphäre machen The Hallow zu einem Horror-Geheimtipp. Man wird sich auch am Ende des Films fragen, wer eigentlich „böse“ ist: Menschen oder doch die geheimnisvollen Waldwesen.

FSK 18 (rot)Originaltitel:           The Woods
Produktionsland/-jahr:   UK/US/IE 2015
Laufzeit:                97 min
Genre:                   Horror

Regie:                   Corin Hardy
Drehbuch:                Corin Hardy, Olga Barreneche   
Kamera:                  Martijn Van Broekhuizen 

Kinostart:               -
Home Entertainment:      24. März 2016

Verleih:                 MFA+ Filmdistribution

(Quelle: Drop-Out Cinema)

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