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MR. GAGA | Wer ist Ohad Naharin?

Der preisgekrönte Regisseur Tomer Heymann (Paper Dolls, I Shot My Love und Who’s Gonna Love Me Now?) zeigt, welche harte Arbeit hinter den kraftvollen und atemberaubenden Auftritten der Batsheva Dance Company steckt, wie Naharin zu dem gefeierten Choreographen wurde und wer MR. GAGA wirklich ist.

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© farbfilm verleih

Inhalt

Ohad Naharin, aufgewachsen im israelischen Kibuzz Misra, wird weltweit als einer der herausragenden zeitgenössischen Choreographen gefeiert. Mit seiner ungewöhnlichen künstlerischen Vision sowie seinen mitreißenden Choreographien verhalf er der Batsheva Dance Company zu internationaler Bekanntheit. Naharin entwickelte als künstlerischer Leiter des israelischen Ensembles eine komplett neue Bewegungssprache: „Gaga“. Dabei werden bekannte Bewegungsmuster durchbrochen, „Gaga“ sucht nach der Interaktion zwischen den Beteiligten, die sich gemeinsam einen Bewegungsraum von Freiheit und Wohlbehagen erarbeiten. Für Naharin geht es dabei um Leidenschaft, herausbrechende Kraft, das Extreme, um die Lust des Moments und darum, Grenzen zu brechen. Als Revolutionär des Modern Dance wird Ohad Naharin an international renommierte Häuser eingeladen, u.a. die Staatsoper Berlin, um seine Werke mit den jeweiligen Compagnien einzuarbeiten.

Kritik

Tanz ist mehr als eine Aneinanderreihung von Bewegungen. Es ist eine eigene Sprache. Menschen, die diese Kunstform zelebrieren, begeben sich auf eine „Trip“. Sie lernen, mittels Tanz ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Die Tänzer befinden sich in Trance, in einer Welt fernab ab der Realität. Sie lassen ab von ihren Problemen und vergessen alles um sich herum. Der mehrfach international ausgezeichnete israelische Filmemacher Tomer Heymann nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise in die Welt des Tanzes und der Choreografie. Wir lernen einen Meister seines Faches kennen: Ohad Naharin. Heymann zeichnet die Stationen und die Karriere von MR. GAGA nach. Während die Interview- und Kommentarsequenzen von Naharin uns unaufhaltsam aus dem Off beschallen, gruppiert der Film das Archivmaterial mehr oder weniger in chronologischer Reihenfolge. Nicht immer überzeugt das mitunter 40 Jahre alte Bildmaterial mit bestechend scharfen Bildern und will nicht so recht mit dem Rest des Films kopolieren, aber inhaltlich sind die Einblicke in die privaten Momente und vor allem in die zahlreichen Tanzaufnahmen aus der New Yorker Zeit von Naharin absolut sehenswert. Das teilweise gezeigte Material beeindruckt durch Hingabe und tänzerischen Können der Akteure. Stellt man Mr. Gaga in Relation zu Wim Wenders Tanzfilm Pina, der nach wie vor zu den tänzerischen Highlights im Dokumentarfilmbereich zählt, so wählt Mr. Gaga eher einen biografischen Ansatz. Das ist in der Herangehensweise ähnlich wie Anette von Wangenheims Filmporträt von Martin Schläpfer, der unter dem Titel Feuer bewahren, nicht Asche anbeten im Februar diesen Jahres in den Kinos erschien. Tomer Heymann setzt aufgrund von Kosten der Hochglanz-Tanzaufnahmen eher auf historisches Archivmaterial, um die Lücken im Film entsprechend zu füllen. Dem Film kam man somit nicht viel vorwerfen, daher werden Fans von Tanz, Ballett und flüssigen rhythmischen Bewegungen voll auf ihre Kosten kommen. Aber auch so lädt Mr. Gaga uns alle in eine partiell fremde Welt ein.

Fazit: Liebevoll arrangierter Doku-Film, der einen hoch angesehenen Meister des Tanzes ansprechend würdigt.

FSK ab 0 (weiß)Originaltitel:           Mr. Gaga
Produktionsland/-jahr:   IL/SE/DE/NL 2015
Laufzeit:                100 min
Genre:                   Dokumentation, Biografie

Regie:                   Tomer Heymann
Drehbuch:                Tomer Heymann
Kamera:                  Itai Raziel 

Kinostart:               12. Mai 2016
Home Entertainment:      23. September 2016

Verleih:                 farbfilm verleih

(Quelle: farbfilmverleih)

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