12 Years a Slave

12 YEARS A SLAVE | Das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika

Die Sklaverei ist ein dunkles Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Wie dunkel, zeigt Steve McQueen in 12 YEARS A SLAVE auf erschütternde Art und Weise.

© Universal Pictures Home Entertainment

© Universal Pictures Home Entertainment

Inhalt

Saratoga, New York, Mitte des 19. Jahrhunderts: Der freie Afro-Amerikaner Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) lebt ein einfaches, aber glückliches Leben. Sein Geld verdient er als Geigenspieler. Zwei Fremde engagieren den Musiker für einen abendlichen Auftritt und laden ihn danach auf einen Drink ein. Als Solomon am nächsten Morgen erwacht, befindet er sich in Ketten und wird alsbald auf ein Sklavenschiff in Richtung Louisiana verfrachtet – jeder Widerstand ist zwecklos. Er wird verkauft und muss fortan unter menschenunwürdigen Bedingungen als Sklave für mehrere „Master“ arbeiten – vor allem der grausame Plantagenbesitzer Edwin Epps (Michael Fassbender) macht ihm das Leben zur Hölle. Im Laufe seiner schier endlosen Gefangenschaft wird Solomon eines immer klarer: Wenn er seine Familie jemals wiedersehen möchte, muss er zu außergewöhnlichen Mitteln greifen. Als er im zwölften Jahr seines Martyriums schließlich auf den Sklaverei-Gegner Bass (Brad Pitt) trifft, nimmt sein Leben noch einmal eine dramatische Wendung…

Kritik

Die Geschichte von Solomon Northup vereint das Hochgefühl und auch die Selbstverständlichkeit eines freien Lebens mit dem Schrecken eines perfiden Systems das sich Sklaverei schimpft. Ein System, das nicht nur billige Arbeitskräfte wollte, sondern auch die menschliche Würde zu brechen vermag. Dank eines herausragenden Drehbuchs, in dem John Ridley die Aufzeichnungen des wahren Solomon Northup bis auf die Wurzeln feinfühlig und mit dem richtigen Gespür auch für feinste Nuancen adaptierte, vermittelt 12 YEARS A SLAVE ein differenziertes Bild der Sklaverei, in dem der Zwiespalt der weißen Sklavenhalter genauso ihren Platz findet, wie auch die sadistische Freude einiger Master am Foltern von Menschen, die sie zuvor per ideologischer Bekanntgabe zu Vieh abgewertet haben. Regisseur Steve McQueen nutzt die ausgezeichnete Basis von Solomon Northup und John Ridleys Fingerspitzengefühl für eine eindrückliche, intensive und ungemein packende Inszenierung, die sich ruhig und doch mit unglaublicher emotionaler Vehemenz ihren Weg zum Zuschauer bahnt und ihn mitten hinein nimmt in das grausame Schicksal des Solomon Northup. Die Sklaverei nimmt ihm seinen Namen, seine Würde und letztlich fast seine Hoffnung. Ridley und McQueen zeichnen diesen Weg schonungslos, teilweise auch an der Grenze der Erträglichkeit aber ohne Freude am dargestellten Exzess. 12 Years a Slave lebt neben seinem großartigen Drehbuch und der eindrücklichen Inszenierung ganz eindeutig auch von der Leistung eines fulminant spielenden Cast. Steve McQueen konnte hier einige der aktuell besten Schauspieler versammeln. Neben McQueens Lieblingsschauspieler Michael Fassbender, der als sadistische Edwin Epps erneut sein Können eindrücklich beweist, ist es insbesondere Hauptdarsteller Chiwetel Ejiofor, der den Film als Solomon Northup trägt. Es ist großartig zu erleben, wie er mit dem Charakter des Solomon verschmilzt und dabei immer authentisch bleibt. Ejiofor der bislang eher in Nebenrollen und kleineren Filmen zu sehen war, zeigt hier die bislang beste Leistung seiner Filmkarriere. In weiteren Nebenrollen finden sich Namen wie Paul Giamatti, Benedict Cumberbatch, Paul Dano, Brad Pitt, Lupita Nyong’o oder Sarah Paulson, die im Gedächtnis bleiben, weil sie es verstehen aus ihren Teils auch nur kleinen Rollen alles herauszuholen.

Fazit: Nichts für Zwischendurch. Es bedarf viel Zeit, die Handlung zu verstehen, doch hat man die Schwelle der raren Unwissenheit zum Thema Sklaverei überwunden, erlebt man mit allen Sinnen einen packenden und tiefgründigen Film. Die Intention ist ehrenvoll und zeigt uns einmal mehr auf, wie grausam und rückständig der Mensch einst war und noch immer in anderen Lebenslagen ist.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           12 Years a Slave
Produktionsland/-jahr:   US/UK 2013
Laufzeit:                134 min
Genre:                   Biografie, Drama, Historie

Regie:                   Steve McQueen
Drehbuch:                John Ridley
Kamera:                  Sean Bobbitt 

Kinostart:               16. Januar 2014
Home Entertainment:      16. Mai 2014

Verleih:                 Universal Pictures Home Entertainment

(Quelle: vipmagazin)

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.