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MONSIEUR CHOCOLAT | Ein Denkmal für den ersten schwarzen Clown in der Zirkusgeschichte

So wie das deutsche „Schoko“ war auch das französische „Chocolat“ eine abfällige Bezeichnung für Schwarze. Doch unter genau diesem Namen wurde um 1900 ein schwarzer Clown zum Star. Dass dieser MONSIEUR CHOCOLAT nicht wirklich akzeptiert, sondern kaum mehr als geduldet war, davon erzählt Roschdy Zem in einem biographischen Film, der vor allem in seinen Bezügen zur Gegenwart interessant ist.

Monsieur Chocolat - Plakat

© DCM

Inhalt

Die wahre Geschichte des ersten schwarzen Clowns der französischen Zirkushistorie: Der ehemalige Sklave Raphaël Padilla alias Kananga (Omar Sy) verdient sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt im Jahr 1887, indem er in einem kleinen Wanderzirkus als wilder Kannibale auftritt und das Publikum erschreckt. Als der Clown George Footit (James Thierrée) vom Zirkusdirektor die Ansage bekommt, er müsse sich endlich mal was Neues einfallen lassen, hat er eine geniale Idee: Er gründet mit Raphaël (den er dafür in „Chocolat“ umbenennt) ein Clownsduo – Footit verkörpert darin den autoritären weißen Clown, der dem alles falsch machenden schwarzen Clown als Höhepunkt in den Hintern tritt. Das Duo wird zur Sensation, das Publikum kriegt sich gar nicht mehr ein vor Lachen – erst im Wanderzirkus, später auch im größten Varieté von Paris. George und Raphaël freunden sich an, letzterer verliebt sich in die verwitwete Krankenschwester Marie (Clotilde Hesme). Aber je mehr Ruhm und Geld „Chocolat“ erlangt, desto weniger will er sich mit seiner Rolle als gedemütigter Arschtrittempfänger zufriedengeben…

Kritik

Es gibt viele Filme, deren Inhalt gespickt ist mit Themen wie Rassismus, Gleichberechtigung und Würde. In diese Gruppe von Film reiht sich auch das vielschichtige Gesellschaftsdrama MONSIEUR CHOCOLAT ein, das mit einer herausragenden Besetzung und Wahrheit begeistert. Regisseur Roschdy Zem nimmt sich viel Zeit für die Entwicklung seiner beiden Hauptdarsteller. Damit gelingt es ihm, die komplexe Thematik mit viel Ehrfurcht und Feingefühl umzusetzen. Der französische Film hat sich in den letzten Jahren nur eher schlampig um das Thema Rassismus gekümmert. Mit Monsieur Chocolat weht nun ein neuer Wind durch die Reihen der französischen Filmemacher. Es ist wahrlich ein grandioser Film zum Thema Rassismus und Sklaverei geworden, der sicherlich unter dem Radar der Blockbuster hoffentlich nicht untergehen und entsprechende Anerkennung ernten wird. Omar Sy und James Thiérrée spielen groß auf und verzaubern uns mit ihrer Darbietung und ihrer schauspielerischen Leistung zu gleichen Teilen. Was zunächst als zwangloser Film beginnt, schlägt im weiteren Verlauf ernste Töne an. Gekonnt behandelt der Regisseur die schwierige Thematik und umgeht genretypische Fallen wie Stereotypisierung, Pathos und einseitige Sichtweise. Die beiden Protagonisten werden dabei zutiefst menschlich dargestellt. Footit will den Erfolg des Duos um keinen Preis gefährden und Padilla hat mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen. Doch trotz all ihrer Schwächen und Makel können sie sich den Sympathien des Publikums stets sicher sein.

Fazit: Am Scheideweg von Humor und political correctness treffen sich zwei Menschen, die auf der Welle des Erfolges vergessen, was ihre Partnerschaft ausmacht. Ergreifend und nachdenklich präsentiert uns Zem eine so lang erhoffte Geschichte, die das Thema Rassmismus in Frankreich des 19. Jahrhunderts endlich erzählt und darstellt. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Chocolat
Produktionsland/-jahr:   FR 2015
Laufzeit:                110 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Roschdy Zem
Drehbuch:                Cyril Gely
Kamera:                  Thomas Letellier 

Kinostart:               19. Mai 2016
Home Entertainment:      7. Oktober 2016

Verleih:                 DCM Film Distribution 

(Quelle: vipmagazin)

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