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MAFIA III | Hätte, hätte, Fahrradkette

MAFIA III ist eine weitere herausragende Erzählung von 2K, die durch ausgefeilte Charaktere in der pulsierenden Umgebung der Stadt New Bordeaux im Jahre 1968 besticht – einer neu erdachten Version von New Orleans voller Aktivität und mit an die Ära angelehnten Automodellen, Mode und einem ausgewählten Musikmix mit über 100 lizenzierten Songs aus einer der denkwürdigsten Zeit der Geschichte. In diesen turbulenten Zeiten hängt eine Wolke der Korruption in der Luft und die Stadt ist zu einem Sumpf des organisierten Verbrechens geworden. Die Mafia kontrolliert illegales Glücksspiel, Drogen und Prostitution, während korrupte Polizisten und Politiker ihre Taschen aufhalten.

Zum Spiel

MAFIA III erzählt die Geschichte von Lincoln Clay, einem entrechteten Vietnam-Veteranen, der aus dem Krieg zurückkehrt und nach Zugehörigkeit sucht. Lincoln wurde als Kind zum Waisen und findet im lokalen schwarzen Mob so etwas wie eine Familie. Doch als Lincolns neue Familie durch Sal Marcano und die lokale italienische Mafia verraten und ausgelöscht wird, sinnt er auf Rache. Er führt einen brutalen Krieg gegen die Marcano-Familie und stört das Gleichgewicht der Mächte in der schäbigen Unterwelt von New Bordeaux. Im Verlauf seiner Geschichte verbündet sich Lincoln mit anderen Verbrechern und gründet ein Imperium und seine eigene neue Familie.

Test

Hätte, hätte, Fahrradkette! Es war die Ankündigung schlechthin, vorab gefeiert als der größte Konkurrent um den Thron des „Open World“-Spiel des Jahrhunderts. Vorschusslorbeeren gab es genügend, doch die Realität sieht wesentlich düsterer aus. Mafia III wird wahrscheinlich Geschichte schreiben, für das unfertigste Spiel, was jemals gegeben hat. Doch warum so eine drastische Vorab-Meinung meinerseits?

Der Hype war groß, die Vorfreude grenzenlos. Nach dem wirklich hammermäßigen Mafia II, dass mit seiner Open-World, seinem Storytelling, seinen Figuren und detailverliebten Umgebungen, dem Blockbuster-Reihe GTA stark gefährden konnte. Es lag auf der Hand, dass eine Fortsetzung kommen würde. Eine Fortsetzung auf Next Gen. Eine Fortsetzung, die einfach gut werden musste – wenngleich das Gameplay eher zum Husten war. Mafia III wurde angekündigt, erste Bilder sickerten durch und es war ein Schmaus. Nach gut einem Monat intensiven zocken bis die Finger bluten, hat mich die Wirklichkeit eingeholt. Ich wander bereits wieder auf dem Boden der Tatsachen. Mafia III ist leider so gar nicht das geworden, was alle – einschließlich mich – erhofften.

Die Mafia-Reihe war bis dato nicht bekannt dafür, die krassen Komplotte, Wendungen und Überraschungen zu etablieren und auszuerzählen. Meist folgte man der Geschichte linear, was jedoch zu klaren Ergebnisse seitens der Spieler führten. Man war zufrieden, nicht überfordert und man hatte vor allem seinen Spaß. Bei Mafia III machen die Entwickler genau das Gegenteil und kloppen eine scheinbar überambitionierte Story rein, die förmlich nach Hilfe schreit. Man verliert als Spieler schnell den Überblick und versinkt im Sumpf der unwichtigen Nebenmissionen. Die Story soll das nicht schmälern, doch zu schleppend entwickelt sich so etwas wie Spielspaß und da gibt es nicht die volle Punktzahl in dieser Kategorie.

Optisch bewegt sich Mafia III auf einem schmalen Grat. Die Zwischensequenzen sehen grandios aus und lassen den dritten Teil auf den Next Gen – Konsolen aufblühen. Sobald es zurück ins Spiel geht, dann hofft man inständig einfach nur die falsche Einstellung auf dem Fernseher versehentlich ausgewählt zu haben. Schwammige Texturen, instabile Framerate, unangenehmes Ingame-Flackern oder Glitches gehören zu den gängigsten Grafikfehlern. Immerhin kann New Bordeaux als Abbildung von New Orleans als Setting durchaus überzeugen. Das Feeling der Ende 1960er-Jahren wird dank entsprechender Charaktermodelle, Autos, Musik – der nebenbei gesagt wieder einmal absolut legendär ist – und Animationen sowie entsprechenden Lichteffekten ansehnlich präsentiert. Dennoch muss auch hier Mafia III ordentlich Federn lassen.

Zu guter Letzt bekommt auch das Gameplay sein Fett weg. Missionen in den Hauptquests und unzähligen Nebenmissionen wiederholen sich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch. Als hätten die Entwickler von Hangar 13 eine universelle Schablone und diese feucht-fröhlich über das ganze Spiel gelegt. Abwechslungsreicher oder denkwürdige Missionen finden sich wie die Nadel im Heuhaufen nur sehr schwer. Zu rar gesät ist die innovative Hook von Mafia III. Grundsätzlich macht man nichts weiteres als irgendwelche Geschäfte zu übernehmen und diese dann an seine Verbündeten zu verteilen. Daraus ergeben sich dann bestimmte Möglichkeiten, wie z. B. die bequeme Zustellung von Autos oder der stressfreie Einkauf von Waffen. Schnellreise sucht man hier vergebens, in Anbetracht der doch recht weiten Strecken, die man idealerweise mit dem Auto zurücklegt, eine sehr nervenaufreibende Angelegenheit werden kann. Krönung ist dann noch das immer wieder gleiche Muster von Schießereien und Stealth-Aktivitäten. Gähn!

Fazit:  Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mafia III die mitunter größte Ernüchterung des Jahres ist. Bestenfalls im Durchschnitt landet das Spiel mit seinen trotteligen KIs, unnötigen Nebenmissionen, fehlender Abwechslung und herben Grafikaussetzern. Für ein neuwertiges Spiel, dass so viel Potential einfach beschämend liegen lässt, was so unfertig auf den Markt erscheint, müssten man sich als Spieler und Fan der Reihe buchstäblich verarscht vorkommen. Die wenigen guten Ansätze verpuffen im Hagel der Ungereimtheiten. Es macht mich wirklich traurig eine solche Bewertung abzugeben, doch man muss es objektiv sehen und hoffen, dass die Kritik der Masse angenommen wird und in folgenden Updates wenigstens etwas verbessert wird. 

Plattform: PS4 | XBOX ONE | PC

USK 18 (rot)Genre:                    Action-Adventure, Open-World
Entwickler:               Hangar 13
Publisher:                2K    
Veröffentlichung:         7. Oktober 2016

(Quelle: Mafia Game)

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