THE SEA OF TREES

THE SEA OF TREES | Leben und Überleben im berüchtigten Selbstmörderwald Aokigahara am Fuße des Fuji

Gus Van Sant entführt uns mit THE SEA OF TREES in den legendären Selbstmordwälder am Fuße des Fuji in Japan, wo Matthew McConaughey den Suizid sucht und dabei Ken Watanabe kennenlernt und mit ihm auch neue Seiten des Lebens.

The Sea of Trees

© Ascot Elite Home Entertainment

Inhalt

Der amerikanische Mathematiker Arthur Brennan (Matthew McConaughey) fliegt nach Tokio und begibt sich dort in den „Selbstmörder-Wald“ gennanten Aokigahara-Wald am Fuße des Fuji, um seinem Leben dort ein Ende zu bereiten. Schon nach einigen Hundert Metern abseits der Pfade hat er sich hoffnungslos verirrt. Doch als er sein Vorhaben gerade in die Tat umsetzen will, wird wird von dem japanischen Geschäftsmann Takumi Nakamura (Ken Watanabe) unterbrochen. Dieser hegte ebenfalls den Wunsch nach dem Freitod, doch nun kommen ihm Zweifel. Für die beiden beginnt eine Reise der Reflexion und des Überlebens. In Rückblenden durchlebt Arthur unterdessen noch einmal seine gescheiterte Ehe mit seiner labilen, alkoholkranken Frau Joan (Naomi Watts), die nicht über sein Fremdgehen hinwegkommt und zudem an einem Gehirntumor leidet…

Kritik

Irgendwie kann man nachvollziehen, dass im strahlenden Cannes ein Film wie THE SEA OF TREES nicht ins Gesamtkonzept passt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Gus Van Sants Film von Kritiker massiv zerrissen wurde. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass dieser Film von seinem Kitsch lebt. Ein Drama darf kitschige Elemente enthalten, sie sollten aber mit Bedacht platziert werden. Das zerstört in einem gewissen Maß die Gesamtintention des doch in meinen Augen positiven Werks. Auch wenn die Geschichte sich für meinen Geschmack zu sehr schleppt, profitiert die ganze Erzählung von Matthew McConaughey und Ken Watanabe. Zwei exzellente Darsteller, allein im Wald. Gekommen um zu sterben, blieben sie, um zu überleben. Das trägt sich durchaus, egal ob die Geschichte hanebüchene Züge besitzt. Doch mit den tiefgründigen Fragen nach dem Sinn des Lebens und der metaphorischen übertragen von Gesellschaft und Wald, geht es einen Schritt in die richtige Richtung. Dass man nicht alles an The Sea of Trees lobend hervorheben kann, versteht sich von selbst, wenn man 100 Minuten der zähen Inszenierung folgt, aber muss man es erstmal auch schaffen, ein solch sensibles Thema anzusprechen. Matthew McConaughey, Ken Watanabe oder auch eine gut spielende Naomi Watts würden niemals für etwas unterschreiben, von dem sie nicht überzeugt sind. Drei etablierte Darsteller in Hollywood machen auch Fehler, müssen Rechnungen bezahlen. Doch bei der Auftragslage hätte sie durchaus auch „nein“ sagen können. The Sea of Trees schwankt zwischen mutig, sehenswert und schwierig. Man brauch viel Geduld, doch diese zahlt sich definitiv aus.

Fazit: Gus Van Sant hat uns mit Good Will Hunting oder Milk grandiose Filme gebracht. Dass er mit namenhaften Darstellern zusammenarbeiten ist somit offensichtlich. Auch The Sea of Trees ist grundsätzlich tolles Kino, dass viel Geduld seitens des Zuschauers einfordert, die sich aber durchaus bezahlt machen kann. Einzig der überschwängliche Kitsch zerstört etwas die vorbildhafte Intention. Weniger ist oft mehr!

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           The Sea of Trees
Produktionsland/-jahr:   US 2015
Laufzeit:                110 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Gus Van Sant
Drehbuch:                Chris Sparling
Kamera:                  Kasper Tuxen

Kinostart:               -
Home Entertainment:      13. Januar 2017

Verleih:                 Ascot Elite Home Entertainment

(Quelle: Ascot Elite Home Entertainment)

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