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THE SURGE | Wo gesägt wird, fliegen auch Gliedmaßen

THE SURGE wirft Spieler mitten in einen erbarmungslosen Überlebenskampf und gibt maximale Kontrolle darüber, welche Beute sie von ihren Gegnern bekommen wollen.

Zum Spiel

Ursprünglich vom Megakonzern CREO gegründet, galt die Arbeit der Einrichtung der Umkehr des Klimawandels. Nach einer mysteriösen Katastrophe erwacht Warren jedoch inmitten einer tödlichen neuen Welt. Amoklaufende Roboter, durchgedrehte Mitarbeiter und eine tödliche künstliche Intelligenz… alle wollen ihn Tod sehen.

Test

Die USK scheint doch auch gute Tage zu haben. So landet der scheinbare „Souls“-Klon ohne Schnitt im Verkaufsregal und erfreut mit eine brutalen Zukunftsgewalt die Zocker-Gemüter. Deck 13 besitzt eine Handschrift, die in ihren Titel gerne einfließen lassen. So scheint alles auf dem berühmten Franchise Dark Souls zu beruhen. Auch bei THE SURGE wird dieser Anschein erweckt, doch oberflächlich entschloss man sich andere Wege zu gehen. Ein Einheitsbrei wird somit nicht nur aufgewärmt, sondern bekommt erfrischende Upgrades, die zunächst ihre Zeit brauchen.

So wirken die Kämpfe zu Beginn des Spektakels recht behäbig. Wirklich einladend wirkt das nicht, aber man muss sich in Geduld üben. Auch wenn es bei einem so gelungenen Setting schwer fällt. Das Tempo kommt mit neuen Gegner und Waffen ins Spiel. Und tatsächlich ist das „Filetieren“ seiner Gegner das Verkaufsargument. Gezielte Angriffe gegen die Gliedmaßen zollen nicht nur ihren Tribut in heftigen Blutfontänen, auch der beliebte „Kopfsalat“ wird schnell zur äußerst gesunden Hauptattraktion. Besonders highlightig: das Gemetzel findet in Zeitlupe statt. Ein Genuss für Gore-Enthusiasten!

Zweite Schlüsselrolle besitzt der Energiebalken, der nicht nur im vollen Zustand die heftigen Finisher möglich macht, sondern auch im weiteren Verlauf für die Wiederherstellung der Gesundheit benötigt wird.  Aber auch kurzeitige Waffen-Boost sind eine willkommene Alternative im Kampf ums Überleben. Diese Fähigkeiten werden aber erst durch das fleißige Sammeln von Implantaten möglich, die man beim gemütlichen Flanieren durch die postapokalyptische Welt einsackt. Doch Obacht! Die erste Version des Exo-Skeletts verfügt über acht Steckplätze, von denen zunächst nur vier nutzbar sind. Die restlichen vier schaltet der Spieler nach und nach frei, indem er die Kernenergie-Kapazität seines Anzugs pusht. Dazu investiert der Spieler gefundenes Altmetall – die moderne Währung dieser Spielwelt. Das ganze hat außerdem einen weiteren wichtigen Effekt: Mehr Kernenergie bedeutet automatisch auch, dass Warren stärkere Teile benutzen kann – jedes Implantat, jeder angelegte Rüstungsgegenstand verbraucht nämlich Energie. Der Spieler erhöht mit der Kernenergie also quasi die Traglast von Warren. Was zunächst also in Verzweiflung mündet, findet dann immerhin im weiteren Verlauf einen Ausweg: Neue Exos, neue Möglichkeiten!

Als Hauptwaffen kommen allerhand Werkzeuge auf den Tisch, die sich wie mittelalterliche Schwerter, Äxte & Co schwingen und einsetzen lassen, hier merkt man The Surge seinen Ursprung an und zieht seine Schlüsse aus der Ähnlichkeit zu Dark Souls. Aber das wirkt alles rund und vielversprechend, vor allem weil das Craftig-Menü so überschaubar ist und vieles selbsterklärend daherkommt. Doch man muss sich vor Augen führen, dass man Warren nicht wie in einem Shooter a la Call of Duty durch die Spielwelt heizt. Es ist ein fast schon anmutender Tanz alter Schule. Grafischen und audiovisuellen Bereich macht das besonders Spaß. Oft benutzt man Lifts um neue Wege und Abkürzungen freizuschalten, die man in Anbetracht von Ressourcenknappheit und stets auflauernder Gegner auch benötigt. Sonst wird das ein langer Marsch ins Jenseits.

Der Look ist abwechslungsreich und wirkt auch nach mehreren Stunden nicht langweilig. Auch die KI ist an unsere Stärken gut ausbalanciert und fordernd. Auch die Wege zu neuen Bossen und Arealen müssen erst einmal gefunden werden, einen Wegweiser gibt es nicht. The Surge versucht so wenig linear wie möglich zu sein, manchmal muss der Spieler zwei Schritte zurück machen, um einen nach vorne zu kommen. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Fazit: The Surge ist ein rundes Spektakel geworden, dass trotz der primitiv anmutenden Story, viel Hirnschmalz abverlangt. Die Entwickler haben sich viel Mühe gegeben, trotz ihrer erfolgreichen Titel, neue Möglichkeiten zu erschließen und damit etwas Individuelles zu kreieren. Im Test sind mir kaum Schwachpunkte aufgefallen, die halbwegs erwähnenswert gewesen wären. Es wirkt fast schon so, als wäre das ein Überraschungs-Hit in diesem Jahr.

Plattform: PS4 | XBOX ONE | PC

USK 18 (rot)Genre:                    Action-Rollenspiel
Entwickler:               Deck13
Publisher:                Focus Home Interactive   
Veröffentlichung:         16. Mai 2017

(Quelle:

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