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MEIN NEUES BESTES STÜCK | Veränderungen können auch etwas Gutes bedeuten

In Was Frauen wollen konnte Mel Gibson die Gedanken des vermeintlich schwachen Geschlechts lesen. Die französische Bodychange-Komödie MEIN NEUES BESTES STÜCK geht da wortwörtlich ein ganzes Stück weiter.

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© Concorde Filmverleih

Inhalt

Jeanne (Audrey Dana) hat sich gerade einen erbitterten Scheidungskrieg mit ihrem Ex-Mann geliefert und dabei das alleinige Sorgerecht für ihre zwei kleinen Kinder verloren – kein Wunder also, dass sie gerade nicht besonders gut auf das andere Geschlecht zu sprechen ist. Sie schwört den Männern ab, die ihrer Meinung nach einen unfairen Vorteil gegenüber ihren Geschlechtsgenossinnen haben – einen Penis. Doch dann wacht sie am nächsten Morgen auf und hat auf einmal selbst einen Penis zwischen den Beinen. Die völlig entgeisterte Jeanne sucht ihren Gynäkologen Doktor Pace (Christian Clavier) auf, der ihr zu helfen verspricht, obwohl auch er noch nie von einem solchen Fall gehört hat. Unterdessen macht Jeanne einige Änderungen durch: Sie denkt, fühlt und verhält sich nun teilweise wie ein Mann…

Kritik

Nicht selten bekommt man zu hören, das Frau und Mann eigentlich gar nicht zusammengehören. Zu verschieden die Interessen und die eingeschlagene Entwicklung des jeweils anderen. In diesem Zusammenhang lässt sich auch die Frage erlauben, was Frau und Mann antreibt und was uns voneinander unterscheidet. Was dazu führt, dass wir eigentlich nicht zusammenpassen. Dieses Thema lässt sich endlos ausschlachten, wurde bereits in Grundzügen filmisch aufgegriffen, aber nie rund auserzählt. So viel ist gewiss. MEIN NEUES BESTES STÜCK wird auch keine neuen Erkenntnisse liefern, erfrischt aber dennoch mit der Tatsache, dass die Frau diesmal das stärke Geschlecht zu sein scheint. Anfänglich am Boden zerstört, entwickelt die Enddreißigerin ein Gefühl für das neue Gemächt. Findet es aber abstoßen und kann sich damit nicht identifizieren. Der Körpertauschaspekt spielt aber dem Film in die Karten, denn eine so sensible Persönlichkeit, wie Jeanne mit einem Gehänge zu erleben, ist wirklich komisch und hätte für meine Verhältnis gern mehr Anarcho vertragen können. Am Ende ist Mein neues bestes Stück zu brav und bricht die festgefahrenen Fragen nicht auf. Bemüht sich nicht einmal um antworten zu finden, sondern fokussiert Jeanne und ihre neue Sichtweise mit viel Aggression (Männer sind gern mal gereizt oder neigen zur totalen Zerstörung), die ihr neue persönliche Erkenntnisse beschert. Die Dynamik und Leichtigkeit, die das Geschlechtsteil seiner Protagonistin schenkt, ist der ausschlaggebende Punkt, warum diese Komödie funktioniert. Es ist grundsätzlich nichts neues und neue Wege werden ebenfalls nicht wirklich begangen, aber in Kombination mit der männlichen Extraausstattung und die Sammlung von Erfahrungen plus ein überforderter Arzt am Rande des Wahnsinns (kann man ihm auch nicht verübeln, wenn eine Frau plötzlich mit einem Penis in seiner Praxis steht) sind spontan und authentisch chaotisch. Christian Clavier avanciert fast auch schon zum geheimen Star dieses Filmes, der ehrlich gesagt nichts falsch macht, aber unter dem Strich zu seicht daherkommt. Mehr Derbheit und noch mehr Absurdität im Handeln der Figuren hätten Mein neues bestes Stück wesentlich besser gestanden.

Fazit: Männer sind Schweine, Frauen aber auch. Mario Barth hatte so recht!

FSK ab 0 (weiß)Originaltitel:           Si j'étais un homme
Produktionsland/-jahr:   FR/BE 2017
Laufzeit:                95 min
Genre:                   Komödie

Regie:                   Audrey Dana
Drehbuch:                Maud Ameline, Audrey Dana
Kamera:                  Nicolas Brunet

Kinostart:               8. Juni 2017
Home Entertainment:      -

Verleih:                 Concorde Filmverleih

(Quelle: Concorde Movie Lounge)

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