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LOGAN LUCKY | Blond, doof, armlos

Steven Soderbergh feiert mit LOGAN LUCKY sein Comeback auf der großen Leinwand und übernahm neben Regie auch Kamera und Schnitt. Das Ergebnis: Diebische Elstern als aufgeschreckter Hühnerhaufen in einen imposanten Gauner-Movie par Excellence. 

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© STUDIOCANAL

Inhalt

Die Brüder Jimmy und Clyde Logan werden vom Pech verfolgt. Während der impulsive Jimmy (Channing Tatum) einen Job nach dem nächsten verliert, wird Barkeeper Clyde (Adam Driver), der nur einen Arm hat, regelmäßig schikaniert. Und dann wären da noch die Geldsorgen. Aber Jimmy hat eine brillante Idee, die den beiden aus der misslichen Lage helfen soll: Ein Raubüberfall im großen Stil! Das prestigeträchtigste und legendärste NASCAR-Rennen der Welt, der Coca-Cola Cup 600, bietet scheinbar die perfekten Voraussetzungen für einen cleveren, unterirdischen Raubzug! Unterstützung erhoffen sich die Brüder vom berüchtigtsten platinblonden Safeknacker des Landes: Joe Bang (Daniel Craig) – der sitzt allerdings noch im Gefängnis fest. Während der Planung des großen Coups tauchen immer neue Hindernisse auf, doch gemeinsam mit ihrer Schwester Mellie (Riley Keough) setzen die beiden Brüder alles daran, ihre lebenslange Pechstränge endlich zu beenden…

Kritik

Steven Soderbergh hätte mit keinen anderen Film so ein Comeback hinlegen können. LOGAN LUCKY ist bis in kleinste Zelle ein Sonderbergh. Seine Handschrift unverkennbar zusammengefügt zu einem unterhaltsamen Gefüge beispielloser Filmkunst. Doch sich allein auf dem Regiestuhl auszuruhen, missfiel dem ambitionierten Filmemacher. Kamera und Schnitt musste er als zusätzliche Maßnahme seiner eindrucksvollen und zugleich humorvollen Rückkehr gleich mit übernehmen. Doch vor der Kamera vereinte Soderbergh ein namenhaftes Ensemble, dass viele Kritiker verstummen lässt. Allen voran Channing Tatum, vollkommen unterschätzt, glänzt als treudoofer Hillbilly mit erheblichen Wissenslücken. Dicht gefolgt von Adam Driver, der allmählich zur Geheimwaffe Hollywoods avanciert und zuletzt in Jim Jarmuschs Paterson eine preisverdächtige Darbietung ablieferte. Auch wenn die Dummheit beide Figuren geküsst hat, so sind sie dennoch total unterschiedlich und für sich betrachtet, ein Hingucker und Motivator diesen Film beim Wachsen zuzusehen. Was bleibt: Daniel Craig als abgefuckter, dennoch intelligenter Knacki, der Ahnung vom Geschäft hat, dem es aber zwischenmenschlich an Taktgefühl mangelt. Lucky Logan ist ein mit Schauwerten und pointierten Dialogen bestücktes Meisterwerk: Selbstironisch, clever und zum Niederknien witzig. Danke Soderbergh für dieses grandiosen Erguss – ein Fest für Körper und Geist, auch wenn einige handlungsrelevanten Figuren nur sehr wenig davon besitzen.

Fazit: Dümmer geht immer, aber so clever, dies so genial zu inszenieren, nicht. Comeback des Jahres hätte Soderbergh auf filmspleen definitiv in der Tasche. 

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Logan Lucky
Produktionsland/-jahr:   US 2017
Laufzeit:                118 min
Genre:                   Komödie, Krimi

Regie:                   Steven Soderbergh
Drehbuch:                Rebecca Blunt
Kamera:                  Steven Soderbergh 

Kinostart:               14. September 2017
Home Entertainment:      -

Verleih:                 STUDIOCANAL

(Quelle: STUDIOCANAL Germany)

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