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IN THE MIDDLE OF THE RIVER | Eine verlorene Seele kehrt heim

Nach seinem intensiven Regiedebüt „Los Ángeles“ erzählt Damian John Harper in IN THE MIDDLE OF THE RIVER erneut in eindrucksvollen Bildern die Geschichte eines jungen Mannes, der sich für seinen Traum von einem besseren Leben nicht vom rechten Weg abbringen lassen will und dabei gegen die fast selbstverständlichen Gewaltstrukturen in seiner Familie ankämpft.

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© farbfilm verleih

Inhalt

Getrieben von dem Gedanken, dass der gewalttätige Großvater für den mysteriösen Tod seiner Schwester verantwortlich ist, kehrt der Irak-Veteran Gabriel (26) in sein bescheidenes Zuhause im ländlichen New Mexico zurück. Aus dem Drang heraus, seine Familie zu beschützen, beschließt er, seinen Großvater zu töten. Doch am Tag der Abrechnung wird sein Plan durchkreuzt. Er ist gezwungen, einen ganzen Tag mit seinem Großvater zu verbringen. In tiefführenden Gesprächen finden sie heraus, dass sie beide ähnliche traumatische Kriegserlebnisse verbinden. Je mehr die Vater-Sohn-ähnliche Beziehung der Beiden wieder aufzuleben scheint, desto schwieriger wird es für Gabriel, seinen Plan in die Tat umzusetzen.

Kritik

Ein US-Kriegsveteran kehrt aus dem Irak zurück und will ein normales Leben in seiner Heimatstadt in New Mexiko wieder aufnehmen. Doch der Schatten von Tod, Trauer und Zerstörung liegt über ihn. Gabriel muss den Tod seiner geliebten Schwerster verdauen. Besonders prekär: Der gewalttätige Großvater soll für ihren Tod verantwortlich sein. Nun macht er es sich zur Aufgabe diesen mysteriösen Umstand auszugleichen, in dem er seinen Opa umbringt. Getrieben von Rache will er seinen Plan schnellstmöglich in die Tat umsetzen (denn: Zeit ist Leben, von dem er bisher nicht viel hatte), stößt dabei an seine Grenzen. Schnell merkt er gewisse Gemeinsamkeiten mit eigentlich zum Tode geweihten Großvater. Wellen der seelischen Entrüstung weichen der familiären und von Krieg durchzogenen Aufklärung. Damian John Harper bringt Authentizität und Bedingslosigkeit auf schmerzhafte Weise zusammen. Führt uns nah an den Personen entlang, um ihr Schicksal und die durchlebte Pein zu verstehen. Wackelig begleiten wir die gebeutelten Protagonisten durch ein tristes Szenario. So inszeniert Harper IN THE MIDDLE OF THE RIVER mit einer interessanten Mischung aus Thriller und wilden Westen mit der brutalen Steigerung in ein aufschlussreiches Psychospiel aus Misstrauen und Vertrauen und dem alltäglichen Wahnsinn. Sascha Westphal von epd-film spricht von einem „stilistisch extrem anspruchsvollen Psychogramm der Trump-Ära“. Gern würde ich auch einen wagen Vergleich mit Rambo anführen, der ähnlich traumatisiert, keinen Anschluss mehr findet und vom Helden zum Gejagten wird. In Zügen ähnelt die von Sylvester Stallone verkörperte Figur die von Gabriel, wenngleich die Rahmenbedingungen anders sind.

Fazit: Engmaschig, eiskalt und rau – In the Middle of the River packt uns fest, lässt uns schwer wieder los und bringt uns konsequent zu einem Ende. Harper übt harsche Kritik an einer fragwürdigen Regierung und eine Gesellschaft, die sich selbst in höhsten Tönen lobt, doch ebenso viel falsch macht, wie der Mann mit der Tolle. 

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           In the Middle of the River
Produktionsland/-jahr:   US/DE 2018
Laufzeit:                113 min
Genre:                   Drama

Regie:                   Damian John Harper
Drehbuch:                Damian John Harper
Kamera:                  Bogumil Godfrejow

Kinostart:               16. August 2018
Home Entertainment:      -

Verleih:                 farbfilm verleih

(Quelle: farbfilmverleih)

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