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TAL DER SKORPIONE | Ganz nah dran am Weltkulturerbe

TAL DER SKORPIONE lädt das Publikum ein auf eine abenteuerliche, skurrile Reise voller Thrills, schwarzem Humor, Action, Blut und derben Sprüchen – eine Offenbarung für alle Fans des Genres und ein kurioses Filmhighlight mit Kultpotenzial.

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© Busch Media Group

Inhalt

Battle Royale meets Deliverance: Ein gnadenloses Spiel in der Wildnis, wo kriminelle Psychopathen gegeneinander ums Überleben kämpfen müssen. Urheber dieses Gladiatorenkampfes sind die größenwahnsinnigen Wissenschaftler Gebrüder Ribbeck (Thomas Kercmar in einer Mehrfachrolle), die aus den Genen des Siegers einen Übermenschen klonen wollen. Zufällig findet sich auch der Polizist Leon Kamarowski (Bartholomäus Kowalski) im „Tal der Skorpione“ wieder und ist gezwungen, den Kampf gegen seine bis an die Zähne bewaffneten Kontrahenten aufzunehmen.

Kritik

Die nächste SchleFaZ-Folge schreibt sich von selbst. Mit TAL DER SKORPIONE beweist ein Fundus aus abgehalfterten Schauspielern, was man mit zu viel Freizeit „sinnvoll“ anstellen kann. Patrick Roy Beckert, seines Zeichens unbekannt, hat einfach mal ein paar Ideen samt Schauspieler in den Feuerkelch geworfen und die erstbeste Konstellation verfilmt. 100 Punkte für Gryffindor! Nun gut, auch wenn Tal der Skorpione alles andere als magisch ist, löste er doch so etwas wie eine gewisse Faszination in mir aus. Ein Unfall, bei dem man einfach nicht wegsehen kann, auch wenn dich Deutschlands Knallhart-Polizist Stefan Pfeiffer der Gafferei beschuldigt und dich zusammenscheißt (Anmerkung der Ein-Mann-Redaktion: Der Typ hat es drauf und ist mein Held).

Also jetzt mal Hand aufs Herz: Tal der Skorpione ist der Würgereflex am Morgen nach einer durchzechten Nacht. Es ist unangenehm, tut weh und stinkt bestialisch. Aber: Manche tun das immer wieder, also so schlecht kann es dann doch nicht sein. Und ja, auch ich fand einige Momente, die mich an alte, unschuldige Zeiten erinnerten und dadurch wiederum ein gewisses Kultpotential besitzen. Es ist schon ziemlich geil, wenn sich Ralf Richter, Martin Semmelrogge, Claude-Oliver Rudolph und Bert Wollersheim völlig behämmert durch das Unterholz des Breakdown Forrest kämpfen und ganz offensichtlich mit ihren Spielzeugpistolen beim Schießtraining gefehlt haben. Ein Bild für die Götter.

Und wenn man glaubt, es kann nicht noch geistloser werden, tauchen Mathieu Carrière und Micaela Schäfer aus der Versenkung auf. Herrlich! Aus Tribute von Panem wird die Pute von Panem, und fehlen tut dann nur noch: „Das ist der Stromkasten, mit dem wir immer Probleme haben. Vielleicht können sie sich denn ja mal angucken“ – „Ja, aber warum liegt hier überhaupt Stroh herum?“ – „Warum hast du eine Maske auf?“ – „Hm, na dann blas‘ mir doch einen.“ Ein Klassiker der deutschen Filmgeschichte.

Aber eben genau diese Dummheit, dieser fernab der PISA-Studie gedrehte Actionfilm, mit so vielen bekannten und teilweise immer noch beliebten deutschen Film-Opas, sorgt für Jubel. Schließlich ist es doch auch möglich, dass die Sozialdemokraten sich selbst abschaffen, die CDU erst jetzt vom Klimawandel Wind bekommt und die Grünen bald die politischen Strippen in Deutschland ziehen. Es ist alles möglich, also warum nicht auch Tal der Skorpione. Mit einer gesunden Dosis aus Schlaftabletten und Dosenbier lassen sich locker-flockig 130 Minuten preisverdächtiges Material sichten und für gut befinden. Wie hat ein weiser Mann auf der Konkurrenzseite „moviepilot“ so trefflich ins Kommentarfeld unter den Film geschrieben: „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! Kommt endlich ins Kino.“ Aber es funktioniert jedes Jahr aufs Neue, daher wird auch dieser Film seine Abnehmer finden.

Das Schöne: Tal der Skorpione nimmt sich selbst nicht ernst und spielt mit dem Low-Budget-Style. Es wirkt alles billig, hohl und gnadenlos fehlbesetzt. Aber das bildet in der bedingungslose Gesamtheit die Schauwerte. Der Bringer an den Kinokassen wird er nicht werden, doch mit diesen Ambitionen ist auch niemand, der an diesen Film beteiligt ist, an den Start gegangen. Einfach mal den Kopf abschalten und sich an Wrong Turn mit Grandpa ergötzen. Und bloß nicht zu viel darüber nachdenken, was man sich hier gerade anschaut.

Fazit: Golum würde sofort Besitzansprüche auf diese Perle erheben. Was sich Beckert bei Tal der Skorpione gedacht hat, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Aber mangelnden Mut kann man ihm nicht vorwerfen. Er hat Wolfgang Petersens Das Boot auf Grund laufen lassen und Rudolph, Semmelrogge und Richter kurzerhand aus der Büchse befreit und sie planlos in den Wald laufen lassen. Was wie ein schlechter Witz klingt, ist am Ende 130 Minuten lang und könnte tatsächlich zum Kult werden. Die Zutaten dafür besitzt er alle mal.

FSK 18 (rot)Originaltitel:           Breakdown Forrest
Produktionsland/-jahr:   DE 2019
Laufzeit:                130 min
Genre:                   Action, Thriller, Komödie

Regie:                   Patrick Roy Beckert
Drehbuch:                Patrick Roy Beckert
Kamera:                  Jann Holzapfel

Kinostart:               20. Juni 2019
Home Entertainment:      25. Oktober 2019

Verleih:                 Busch Media Group

(Quelle: Busch Media Group)

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