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[Staffel 1] WARTEN AUF’N BUS | Willkommen an der Haltestelle, die die Welt bedeutet

In der TV-Serie WARTEN AUF’N BUS sind zwei sympathische Verlierertypen nach der Hälfte ihres Lebens an der Endhaltestelle, gelegen in der tiefsten brandenburgischen Provinz angekommen.

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© Eye See Movies

Inhalt

Gut möglich, dass sich Hannes (Ronald Zehrfeld) und sein Freund Ralf – Ralle – (Felix Kramer), beide heftig gelebte End-Vierziger, nur an der Endhaltestelle treffen, um ganz für sich zu sein und zu sprechen. Die Landschaft vor und hinter ihnen ist offen und bietet nirgendwo Schutz – und genau so reden sie auch miteinander. Vielleicht treibt sie aber auch die Erinnerung her. Immerhin war die Haltestelle „dit Tor zur Welt, die verdammte Schnittstelle zwischen Pampa und intelljentet Leben“, als die beiden Freunde noch zur Arbeit, in die Stadt oder sogar in den Urlaub fuhren. Inzwischen sind sie frühinvalide und langzeitarbeitslos. Manchmal hocken sie auch an der Haltestelle, weil sie auf jemanden warten.

Kritik

Eine einsame Haltestelle, irgendwo in der brandenburgischen Provinz. Für Hannes und Ralle ein Wallfahrtsort vergangener Tage. Aus dem Tor zur Welt, einem Mittelpunkt kreativen Schaffens, treffen sich die beiden Freunde zum Sinnieren. Ein Schwank aus der Vergangenheit, ein hoffnungsloser Blick in die Zukunft, aber Hauptsache: wir haben uns. Intim, bitter böse, komisch – WARTEN AUF‘ BUS ist ein kleines Stück Heimat und gnadenloser Kultstoff. Ronald Zehrfeld und Felix Kramer sorgen für viel Witz und Ironie, wenn sie sich Treffen; an dieser verlassenen Haltestelle, die selten einen Bus sieht.

Über was reden sie? Das geht oft unter die „Gürtellinie“ ist aber ebenso auch berührend, horizonterweiternd und schonungslos. Bemerkswert ist dieser beeindruckende Minimalismus. Es wirk alles so echt und authentisch. Irgendwann sieht man Zehrfeld und Kramer nicht mehr als Schauspielkumpanen, sondern als alte „Kriegsveteranen“ die sich nun durchs Leben schlagen müssen. Aller Rambo, nur mit weniger Stallone. Warten auf’n Bus ist eine Lifestyle-Ode , eine Arie die weh tut, viel Kraft kostet, aber es schafft mit viel Sympathie eine Wohlfühlatmosphäre zu kreieren, die uns herzhaft lachen lässt.

Fazit: Willkommen an der Haltestelle, die die Welt bedeutet: Hannes und Ralle haben den Sprung in die weite Welt verpasst, dass hindert die beiden aber nicht, darüber zu sprechen. Warten auf’n Bus ist simple und doch so komplex, und brilliert mit Einfallsreichtum, Witz und einer ordentlichen Portion Ironie.

FSK ab 12 (grün)Originaltitel:           Warten auf's Bus
Produktionsland/-jahr:   DE 2020
Laufzeit | Folgen:       240 Minuten | 8 Episoden in 1 Staffel
Genre:                   Komödie 

Regie:                   Dirk Kummer
Drehbuch:                Oliver Bukowski 
Kamera:                  Falko Lachmund

Dt. Erstausstrahlung:    22. April 2020 auf rbb
Home Entertainment:      4. Juni 2020

Verleih:                 Eye See Movies

(Quelle: radioeins)

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