THE FOREVER PURGE | Möge die Säuberung niemals enden

Eines der erfolgreichsten Horror-Franchises des letzten Jahrzehnts schlägt ein neues, schockierendes Kapitel auf. Mit THE FOREVER PURGE, dem fünften Teil, geht die Purge noch einen verhängnisvollen Schritt weiter und stellt alles auf den Kopf, was wir glauben, über die düstere Tradition zu wissen.

TheForeverPurge-dt-A4-RGB-DEMNÄCHST

© Universal PIctures International Germany

Inhalt

Die USA in der nahen Zukunft: Die Mauer an der Grenze zu Mexiko wurde erfolgreich errichtet. Noch immer findet jedes Jahr die Purge, die Säuberung, statt: Eine Nacht lang sind alle Verbrechen erlaubt. Doch während selbst deren flammendste Befürworter glauben, dass die wahren Werte verloren gegangen sind, formiert sich mit der Bürgerwehr „Forever Purge“ eine gefährliche Radikale. Ihr Plan ist es, die Regierung zu stürzen und ein Amerika zu errichten, in dem die Purge zum Dauerzustand wird und das Verbrechen regiert. In diesem kurz vor dem Kollaps stehenden Amerika findet sich das mexikanische Pärchen Juan (Tenoch Huerta) und Adela (Ana de la Reguera) wieder. Beide sind erfolgreich den Drogenkartellen ihrer Heimat entkommen. Juan verdingt sich als Rancharbeiter für die wohlhabende Familie Tucker und beeindruckt den Patriarchen Caleb (Will Patton). Doch das schürt den eifersüchtigen Zorn von Calebs Sohn Dylan (Josh Lucas). Da greift am Morgen nach der Säuberung eine maskierte Mörderbande die Tucker-Familie an, einschließlich Dylans schwangerer Frau (Cassidy Freeman) und dessen Schwester (Leven Rambin). Die dramatische Lage zwingt beide Familien, sich zusammenzuschließen und zurückzuschlagen, während die Vereinigten Staaten heillos ins Chaos stürzen.

Kritik

Die „Purge“ – von 19:00 Uhr abends bis 07:00 Uhr des Folgetages sind alle Verbrechen einschließlich Mord legal. Die US-Regierung hat im Jahr 2022 diese grausame Nacht ins Leben gerufen, um die Kriminalität im Lande zu senken. Und mit dieser Aktion hat sie Erfolg. Doch was die Politiker dabei vergessen: die Ärmsten der Armen sind voranging die Leidtragenden. Kritik wird laut an diesem System. Die Gesellschaft bäumt sich auf, doch im Schatten gedeiht unbändiger Drang, die Säuberung niemals enden zu lassen. Eine Sekte im Herzen Texas plant den Aufstand und setzt ihr Vorhaben gewaltsam durch. Für sie gilt auch nach 07:00 Uhr des Folgetages: THE FOREVER PURGE. Ideengeber für dieses Franchise, James DeMonaco hat auch hier Stift und Papier in die Hand genommen und seine Geschichte eine völlig neue Wendung gegeben. Konzentrierte sich das Franchise die letzten Teile auf einzelne Charaktere, Familien, Bevölkerungsgruppen, Widerstandskämpfer oder Politiker, die in der besagten Nacht die Strippen in den Händen halten oder abgeben, erleben wir diesmal die Zeit nach der schlimmsten Nacht des Jahres und mit ihr eine völlig neue Stufe des Chaos. Was einst kontrolliert ablief, endet nun in gänzlicher Anarchie. Und so ist nicht nur die Nacht stetiger Begleiter, sondern auch der Tag. Getränkt vom Blut Unschuldiger, die sich in Sicherheit wiegten und nun in dem Albtraum mehr abtrotzen müssen, als nur 12 Stunden. Gerade zu Beginn entfaltet The Forever Purge seine bewährte Stärke. Wenn der Signalton erklingt, im Fernseher die Nacht angekündigt wird und die Straßen wie leer gefegt sind. Doch dann wendet sich das Blatt, die Nacht wird zum Tag und der Überlebenskampf bekommt ein neues Gesicht. The Forever Purge funktioniert mit den erfolgreichen Mitteln seiner Vorgänger sehr gut, ist aber bei Weitem nicht der stärkste Teil der Reihe, dafür verkommt die Geschichte mit fortlaufender Spielzeit mehr und mehr in eine nicht durchdachte Absurdität. Logik weicht Unlogik. Zu abstrus wirken dann manche Handlungen und Geschehnisse, die ein wenig den Drive des Films rauben. Das haben in der Tat die Vorgänger besser gelöst. Zudem ergibt sich zunehmend auch die Schwierigkeit, die Geschichte in eine nachvollziehbare Bahn zu lenken. The Forever Purge verliert sich bei diesem Vorhaben etwas, was durchaus auch daran liegen kann, dass James DeMonace eine neue Facette ins Spiel bringt, die, der niemals endeten Säuberung. Hier ein weniger mehr Sorgfalt und authentischer Thrill hätten auch diesen Teil ganz weit Vorne mitspielen lassen, so muss es am Ende des Tages auch für Platz 2 oder 3 reichen. Aber auch damit kann man sehr gut leben. Oder sollte ich sagen ÜBERleben!?

Fazit: Möge die Säuberung niemals enden. Für eine Sekte in Texas die Zukunft und um ihren Traum durchzusetzen, stürzen sie große Teile des Bundesstaates ins Chaos. Dies funktioniert mit bewährten Mitteln sehr gut, verspielt aber den Vorsprung für eine Topbewertung durch unlogisches Abdriften in Klischees und 0815-Horrorthriller. So verliert die Reihen ein wenig ihr Gesicht, legt aber auch keine Bruchlandung hin. Eingefleischte „Purger“ haben wieder große Freude, Einsteiger sollte nicht ohne Vorwissen an die Sache gehen. So wirkt der Film einfach unerträglich. Es braucht dann doch einen gut ausgefüllten Purge-Filmabend. 

FSK ab 16 (blau)Originaltitel:           The Forever Purge
Produktionsland/-jahr: US/MX 2021 Laufzeit: 103 min Genre: Action, Horror, Thriller Regie: Everardo Gout Drehbuch: James DeMonaco Kamera: Luis Sansans Kinostart: 12. August 2021
Home Entertainment: -

Verleih: Universal Pictures International Germany

 

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.