MONSTER-JAGD | Doctor Strange zieht mit den „Men in Black“ um die Häuser

Die chinesische Antwort auf Ghostbusters“ heißt es in der Kampagne, doch ist MONSTER-JAGD tatsächlich so konkret? Fakt ist: Halbesachen werden hier nicht gemacht.

.INHALT.

Um uns herum leben unzählige Monster – unsichtbar für die meisten Menschen und unentdeckt vor neugierigen Blicken treiben sie ihr Unwesen. Die junge Ji Mo (Jessie Li) dachte bisher, dass nur sie die skurrilen Ungeheuer sehen könne und hält ihre besondere Gabe geheim. Doch dann tritt der Monsterjäger Meng (Shawn Yue) in ihr Leben, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die übernatürlichen Wesen zur Strecke zu bringen. Nur zu zweit haben sie eine Chance, die Pläne der größenwahnsinnigen Gegenspielerin Lotus zu durchkreuzen…

© Koch Films

.KRITIK.

„Spektakuläre Fabelwesen, eine faszinierende Fantasy-Welt und jede Menge magischer Einfälle machen das übersinnliche Actionabenteuer zum augenzwinkernden Kaiju-Vergnügen.“

Starke Worte! Um einen Film bestmöglich zu verkaufen, bedient man sich gerne prominenter Vergleiche. Nun zog man die Ghostbusters heran und greift damit – meiner Meinung nach – ziemlich ins Klo. Auch so wirkt der erste Eindruck des DVD- beziehungsweise Blu-ray-Covers nichts Gutes erahnen. Diese Eindruck entsteht vor allem deswegen, weil MONSTER-JAGD ein überaus langweiliger und einfallsloser deutscher Titel ist. Dabei sieht alles schon recht spektakulär und bunt aus. Wie man es lustigerweise aus typisch asiatischen Spielhallen kennt. Also hier entsteht gleich eine gewisse Diskrepanz. Schmult man auf das Original-Poster, aufgeräumter und geheimnisvoller, wird man als deutscher Endverbraucher mit der kunterbunten Marketing-Kanone voll ins Gesicht getroffen – aber so kennen wir es nicht anders. Tatsächlich wirkt die ganze Story eher wie eine in unsere Welt transportierte Monster Hunter-Adaption, die geisterhafte Elemente besitzt. Ja, und die Men in Black sollen irgendwie auch auftauchen. Es ist kompliziert. Und tatsächlich ist Monster-Jagd besser als die Videospiel-Verfilmung mit Milla Jovovich und Tony Jaa in den Hauptrollen.

Denn? Monster-Jagd nimmt nicht so so ernst, dass wir schmunzelnd vor dem Fernseher sitzen und uns darüber beömmeln, was wir uns hier gerade aus „Made in China“ anschauen. Aber genau das macht diesen Film kurioserweise so besonders. Viel Action, ein Hauch Comedy, aber auch Drama gehen hier Hand in Hand. Schiebt man diese Vergleiche mit Ghostbusters und Kaijus einmal beiseite und genießt diesen herrlichen Fantasy-Klamauk alleinstehend, so tun sich doch unerwartete Überraschungen auf. Die Effekte und Animationen sind wirklich gut, die Chemie zwischen Shawn Yue und Jessie Li ist unterhaltsam und die Geschichte an sich ist gar nicht mal so hanebüchen. Ja, es hat mich doch sehr angesprochen. Sicherlich gibt es, wenn man die sehr durchwachsene Präsentation zu Beginn einmal überspringt, viel Positives zu berichten. Aber wohl der auschlaggebende Punkt von meiner Seite aus ist dann doch auch die derzeitige Faszination für Filme aus Fernost. Dabei hat mich in letzter Zeit vor allem Filme aus Südkorea sehr begeistert. Inhaltlich und qualitativ sehr wertvoll, schwappen immer mehr auch nach Europa und sorgen für sehr gute Kritikerstimmen weltweit.

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Und China ist so oder so ein florierender Markt mit bombastischen Eigenproduktionen, die Millionen kosten, aber Milliarden einspielen. Hollywood allein gilt nicht länger als die unangefochtene Traumfabrik. Viele Länder streben mehr hochwertige Filme an und ihre Hauptdarsteller starten nicht selten auch in den USA oder Europa durch. Das Filmgeschäft wird aufgerüttelt. Monster-Jagd trägt dazu nur bedingt etwas bei. Es ist vielmehr ein kleiner Geheimtipp für Fantasy-Fans, der ambitioniert seinen roten Faden verfolgt, aber am Ende dann doch zu verspielt wirkt. Also zumindest passt irgendwas hier nicht ganz zusammen.

.FAZIT.

Monster-Jagd ist lustiges Kino für Zwischendurch. Weniger Ghostbusters, dafür mehr Monster Hunter-Erinnerungen werden beim Betrachten wach. Die Geschichte wirkt nicht gänzlich stimmig, aber durch relativ gute CGI-Effekte und der kurzweiliger Darbietung von Yue und Lie wirkt der Kern besser als seine überfrachtete Schale. Hat mich doch mehr abgeholt, als ich anfangs gedacht habe.



OriginaltitelGuai wu xian sheng / Monster Run
Produktionsland/-jahrChina 2020
Laufzeit104 min
GenreAction, Drama, Fantasy
RegieHenri Wong
DrehbuchHenri Wong, Wenwen Fan, Yahe Wang, Alex Zhang, Disa Zhang
KameraBaorong He, Charlie Lam
Kinostart
Home Entertainment3. Februar 2022
VerleihKoch Films

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